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GEDENKTAG: Von der deutschen Wehrmacht überfallen

Am 60. Jahrestag des Überfalls deutscher Truppen auf die Sowjetunion hat der Bundestag der Millionen Opfer auf beiden Seiten gedacht. Mit über 100 Divisionen hatte die Wehrmacht die zur Abwehr unfähige Rote Armee am 22. Juni 1941 überrollt.

Am 60. Jahrestag des Überfalls deutscher Truppen auf die Sowjetunion hat der Bundestag der Millionen Opfer auf beiden Seiten gedacht. Zum Auftakt der Parlamentssitzung am Freitag erinnerte Parlamentspräsident Wolfgang Thierse an Tod, Verwüstung und an die Wunden, die heute noch schmerzten. Millionen Menschen seien Opfer des mörderischen Strebens der Nationalsozialisten geworden. Thierse bekundete Trauer über das Leid, das den Völkern der Sowjetunion von Deutschen zugefügt wurde, Trauer aber auch um die Deutschen, die Opfer der Verblendung geworden seien.

Unter Beifall des Parlaments versicherte Thierse, es gelte alles zu tun, damit Vergleichbares nie mehr von deutschem Boden ausgehe. Ebenfalls von Beifall begleitet begrüßte der Parlamentspräsident als Gäste eine Gruppe ehemaliger Zwangsarbeiter und Überlebender aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Ihre Anwesenheit im Deutschen Bundestag an diesem denkwürdigen Jahrestag sei ein hoffnungsfrohes Zeichen dafür, dass nach 60 Jahren Hass und Gräben überwunden und Versöhnung und Frieden gelebte Wirklichkeit werden könnten.

Gedenkveranstaltungen in Russland

In Russland und den ehemaligen Mitgliedstaaten der früheren Sowjetunion haben unterdessen am Freitag eine Reihe von Gedenkveranstaltungen zum 60. Jahrestag des Überfalls der Armeen Hitler-Deutschlands auf die Sowjetunion begonnen. In zahlreichen Städten sollten Gedenkstätten oder neue Soldatenfriedhöfe eingeweiht werden.

Bereits am Vorabend hatten sich im Moskauer Stadtzentrum rund 300 Jugendliche zur »Gedenk-Wacht 2001« versammelt. In Weißrussland kamen in der Festung Brest am Bug 30 Veteranen zusammen, die den Grenz- Stützpunkt 1941 trotz zahlenmäßiger Unterlegenheit tagelang erfolgreich gegen die deutschen Angreifer verteidigt hatten.

Der 22. Juni war vor fünf Jahren vom damaligen Präsidenten Boris Jelzin zum nationalen Gedenktag erklärt worden. Die Sowjetunion beklagte im Zweiten Weltkrieg nach offiziellen Angaben rund 27 Millionen Tote. Der tatsächliche Kriegseintritt der Sowjetunion im September 1939 mit dem gemeinsamen Einmarsch mit dem damals noch verbündeten Hitler-Deutschland in Polen wird in Russland meist nicht erwähnt.