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ELBEBADETAG: Endlich rein

Nach jahrzehntelangem Einsatz von Umweltschützern, Wissenschaftlern und Politikern ist die Elbe fast wieder sauber. Grund genug, sich am 14. Juli zum »Elbebadetag« in die Fluten zu stürzen.

Fischbrötchen und Austern sind geordert, Bier- und Colafässer für die Massen rollen bereits an. Seit Wochen zimmern Schreiner an einer viktorianischen Badeanstalt und einem historischen Badekarren. Auch eine Bühne wird es geben, auf der Liedermacher Rolf Zuckowski klampft und den Song »Wir hier an der Elbe?« dem Publikum zum Besten gibt, das in Strandkörben und unter Sonnenschirmen lauscht. Und von einem Hochstand aus bewachen die Helfer der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft das Treiben.

Eine Riesenparty

soll es werden am sandigen Elbstrand Wittenbergen in Hamburg. »Bei gutem Wetter rechnen wir mit Tausenden Besuchern«, sagt Organisatorin Maria Hoffacker vom Projekt »Lebendige Elbe«. Dessen Initiatoren, die Deutsche Umwelthilfe und das Hamburger Verlagshaus Gruner + Jahr, haben den 14. Juli zum »Elbebadetag« ausgerufen. Mit dem Spektakel soll die Genesung des 1091 Kilometer langen Stroms gefeiert werden. Zahlreich, so glauben die Veranstalter, werden sich an diesem Sonntag Natur-Freaks in die Fluten stürzen und so für das Gewässer PR machen.

Nicht nur in Hamburg gibt's das Flussfest. In 55 Gemeinden entlang der Elbe soll das große Plantschen um Punkt 14 Uhr beginnen - von der Quelle im tschechischen Riesengebirge bis zur Nordsee. Zuvor soll an allen Badestellen noch einmal die Wasserqualität gecheckt werden. Doch schon jetzt besteht kein Zweifel: Die Analysen werden bestens ausfallen.

Fast ein Wunder.

Denn in den 50er Jahren war der mächtige Strom, der Ost und West verbindet, zur Kloake Europas verkommen; die einst zahlreichen Badeanstalten verschwanden. In den stinkenden Fluss, in dessen Einzugsgebiet 25 Millionen Menschen leben, leiteten Kommunen, Landwirte und Fabriken ihre Abwässer und Gifte. Der Dreck landete in solchen Mengen im Wasser, dass die Belastungen durchs Fischsterben gar nicht mehr angezeigt wurden - die »Bioindikatoren« gab es in der Brühe nämlich längst nicht mehr.

In einer gigantischen, Jahrzehnte dauernden Aktion haben Behörden und Politiker, Naturschützer und Wissenschaftler, Fischer und Angler das siechende Gewässer mittlerweile revitalisiert. »Mehr als 200 Kläranlagen wurden gebaut oder nachgerüstet, viele industrielle Dreckschleudern, etwa in Bitterfeld, stillgelegt«, sagt Heinrich Reincke, Leiter der »Arbeitsgemeinschaft für die Reinhaltung der Elbe« (Arge Elbe) in Hamburg-Finkenwerder. Seit 1977 überwachen deren Mitarbeiter den Fluss und haben mit den Einleitern zäh um jeden Filter gerungen.

Viele Milliarden flossen ins Gesamtprojekt, Gelder vom Bund, von den Bundesländern, Kommunen und der EU. Über die »Solidaritätszulage« und den »Aufbau Ost« finanzierten die Steuerzahler große Teile der Elbsanierung. Selbst am Oberlauf in Tschechien, wo Chemieriesen noch immer ihre Abwässer in den Fluss entsorgen, wurden Reinigungsanlagen installiert.

Nun zeigt sich der Erfolg

der Anstrengungen: »Schwermetalle wie Quecksilber und chlorierte Kohlenwasserstoffe sind aus dem Gewässer fast verschwunden«, sagt Reincke. So fließt die Elbe zwar algentrüb, aber chemisch ziemlich sauber durch eine grandiose Landschaft; plätschert durch Rübezahls Reich im Riesengebirge, kurvt um die auf hohem Fels thronende Burg Schreckenstein, wälzt sich durch das berühmte Elbsandsteingebirge, rauscht an den Molen und Containerbrücken Hamburgs vorbei bis ins schlickig-schöne Wattenmeer der Deutschen Bucht.

Längst kehrten die Fische zurück

- auch weil die einzige Staustufe auf deutscher Seite in Geesthacht vor vier Jahren für 2,5 Millionen Mark mit einer neuen Fischtreppe ausgerüstet wurde. Über diesen Wildwasser-Bypass können nun die Schuppentiere flussaufwärts schwimmen. »In der Elbe tummeln sich inzwischen 94 Arten und damit mehr als im Rhein«, triumphiert Reincke. Selbst Lachse, die seit Jahren im Mittellauf ausgesetzt werden, kommen nach ihrer Wanderung aus der Nordsee zurück. Noch nicht zahlreich genug, um den Fang freizugeben, doch in ein paar Jahren wird es so weit sein. Allerdings lässt die Fleischqualität des Flossenviehs bis heute zu wünschen übrig. »Gelegentlich werden die Höchstmengen von Giftgehalten noch überschritten, doch bei mäßigem Verzehr ist nicht mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu rechnen«, sagt der Mann von der Elb-Wacht. Erst wenn auch das Hexachlorbenzol aus dem Fluss verschwunden ist, gibt es für den unbeschränkten Fischgenuss keinerlei Bedenken mehr. Das Zeug kommt vor allem vom Chemiewerk »Spolchemie« im tschechischen Ust? nad Labem; die Arge-Leute arbeiten mit den dortigen Verantwortlichen jedoch daran, den chlorierten Kohlenwasserstoff umweltfreundlich zu beseitigen.

Ohnehin bleibt - trotz aller Erfolge - für die Wächter noch viel Arbeit. Etwa die Beseitigung der Altlasten im Nebenfluss Mulde, die aus den ehemaligen Industrieanlagen und dem Erzgebirge-Bergbau stammen. Und neue Sorgen gibt es: Nachdem gerade schon das ökologisch wertvolle Mühlenberger Loch der Erweiterung des Hamburger Airbus-Werkes geopfert wurde, soll die Unterelbe auf insgesamt 17 Meter vertieft werden, damit auch die allergrößten Containerfrachter mühelos den Hafen ansteuern können. Das »Absacken« der Wassermassen aber würde große ökologische Veränderungen mit sich bringen.

Übles droht auch der wunderbar wilden Naturlandschaft zwischen Dessau und Magdeburg, dem »Biosphärenreservat Mittlere Elbe«. Dort gedeiht der größte Auenwald Europas - ein einzigartiger Lebensraum für Tiere und Pflanzen. Schwarzstörche, Schrei- und Seeadler sind im »Regenwald Mitteleuropas« zu Hause; Reiher und Milane finden ihre Nistplätze, Biber ihr Revier. In diesem biologisch einzigartigen Flecken will das Bundesverkehrsministerium den Strom ausbauen. »Dann würde der Grundwasserspiegel sinken und das Gebiet austrocknen«, sagt Paul Ernst Dörfler aus Steckby vom Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland. »Das wäre das Ende des Auenwaldes.« So kämpfen er und andere Engagierte gegen die Pläne aus Berlin.

Ein weiteres ungelöstes Problem:

die zahlreichen Hindernisse im Fluss. Auf tschechischer Seite rauscht die Elbe über 24 Staustufen. Diese müssten - wie die in den Nebenflüssen - mit Fischtreppen ausgerüstet werden, damit die Lachse und andere Fische ihre Laichgründe in den seichten Oberläufen der Gewässer erreichen und sich dort ausreichend vermehren können.

Mit der Umschiffung dieser »Querverbauungen« werden auch die Umweltschützer zu tun haben, die zum »Elbebadetag« in Dresden eine Floß-Aktion vorbereiten: Auf einem 80 Meter langen Baumstammbündel wollen sie in einem riesigen Tank Quellwasser des Flusses stromab über die Schleusen bis in die Sachsenmetropole schippern. Dort wird nach einer Ansprache des Oberbürgermeisters das Wasser dem Strom wieder feierlich übergeben.

Zum Event erwartet Organisator Alfred Olfert bis zu 10 000 Menschen im »Elbflorenz«. »Wir hoffen, dass viele Dresdner die Gelegenheit nutzen, mal in ihren Fluss hüpfen, und zu chronischen Wiederholungstätern werden«, sagt er. Ein Architektenbüro hat bereits einen konkreten Entwurf für eine Badeanstalt am Dresdner Strand vorgelegt.

Ob nun die Sonne knallt

oder bei bedeckten Himmel kühler Wind weht - natürlich wird Olfert, ebenso wie die Organisatoren an den anderen Orten, mit gutem Beispiel vorangehen und am 14. Juli mit möglichst vielen Partygästen eintauchen. Nur die Hamburger haben eine Kleinigkeit übersehen: Ausgerechnet um 14 Uhr ist an der Unterelbe, in die von der Nordsee her die Gezeiten schwappen, Ebbe. Dann weicht das Wasser dort so weit zurück, dass die Badewilligen im Modder am Rand der ausgebaggerten Fahrrinne stehen - und darin lässt sich verdammt schlecht plantschen.

Horst Güntheroth

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(