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Fernbusse von ADAC und Post: Die Postkutsche startet im November

Start frei für die moderne Postkutsche: Die Fernbusse von ADAC und Deutscher Post sollen ab November auf fünf Verbindungen fahren. Im kommenden Jahr soll das Busnetz dann kräftig ausgebaut werden.

Die Deutsche Post macht gemeinsam mit dem ADAC ab November der Deutschen Bahn mit dem neuen "ADAC Postbus" die Kundschaft streitig. Nachdem lange nicht klar war, ob ein gemeinsames Konzept zu Stande kommt, verkündeten die Partner am Freitag nun den Start des Projekts. Fünf Verbindungen werde es zum Start geben. Für das Linienangebot sei eine gemeinsame Betreibergesellschaft gegründet worden, an der die Post und der ADAC zu jeweils 50 Prozent beteiligt seien. Tickets würden ab Oktober im Internet, in Postfilialen und ADAC-Geschäftsstellen erhältlich sein. Bis Frühjahr 2014 werde der Bus etwa 30 der größten Städte verbinden. Über eine weitere Ausweitung des Streckennetzes solle dann im Sommer 2014 entschieden werden.

Zum Schutz der Bahn waren Fernbuslinien in der Vergangenheit bis auf wenige Ausnahmen in Deutschland bislang verboten. Der Markt wurde Anfang des Jahres jedoch fast völlig freigegeben. Eine ganze Reihe von Anbietern hat seitdem begonnen, Deutschland mit einem Netz von Fernbuslinien zu überziehen. Die Bahn selbst, der größte Busbetreiber in Deutschland, hatte erklärt, ihr Angebot mit Bussen trotz der Liberalisierung nicht gesondert ausbauen zu wollen.

Das gelbe Joint-Venture von ADAC und Post wird zunächst mit folgenden Strecken an den Start gehen:

- Köln-Bonn-Frankfurt-Stuttgart-München
- Bremen-Hamburg-Berlin
- Köln-Dortmund-Hannover-Berlin
- Berlin-Leipzig-Dresden
- Frankfurt-Nürnberg-München

Ein Geschäft mit Tradition

Mit dem Einstieg der Post wird ein über hundert Jahre altes Geschäft wieder aufgenommen: Die erste Kraftpostlinie wurde in Bayern Anfang des vergangenen Jahrhunderts aufgenommen. Mit den Bussen wurden sowohl Fracht als auch Menschen transportiert. In kurzer Zeit entwickelte sich die Kraftpost zum größten Busunternehmen Europas, was sie auch nach dem Zweiten Weltkrieg blieb. Die Busse waren damals im Regionalverkehr unterwegs, da der Fernbus-Markt zum Schutz der Bahn streng begrenzt wurde. Die Ära der Postbusse endete dann mit der Postreform 1995.

Mit der Liberalisierung erhält die Bahn auf praktisch allen Strecken Konkurrenz. Geschützt bleiben nur Regionalstrecken mit bis zu 50 Kilometern, die Bahnen mit öffentlichen Zuschüssen betreiben. Reisen in Fernbussen können deutlich günstiger angeboten werden als Bahnreisen, gelten aber als ebenso umweltfreundlich. Insbesondere auf Strecken bis etwa 400 Kilometer gelten sie als wettbewerbsfähig. Die Marktöffnung ist auch für die großen Bus-Hersteller wie MAN und Daimler von Bedeutung.

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bak/Reuters / Reuters

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