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Kreuzfahrtschiff "Aida Luna": Mondaufgang in Papenburg

Raus aus der Bauhalle, rein ins Leben. Das jüngste Schiff der Aida-Flotte ist nahezu fertig. "Aida Luna" liegt jetzt am Ausrüstungskai der Meyer Werft in Papenburg.

Nun ist sie also draußen, die "Aida Luna". 252 Meter lang, fällt mit 68.500 Bruttoregistertonnen schwer ins Gewicht und ist mit rotem Kussmund am Bug verziert, wie ihre Schwesternschiffe. Am Freitagnachmittag begann das Ausdockmanöver. Am frühen Abend war das Schiff fast vollständig aus der Halle bugsiert, der Signalmast auf Deck 14 wurde montiert, anschließend machte das Kreuzfahrtschiff am Pier der Meyer Werft fest. In den kommenden Tagen wird der Neuling auf seine Wassertauglichkeit getestet, Rettungsboote und Stabilisatoren werden ausprobiert. Im Inneren verwandelt sich der Rohbau in ein vollfunktionsfähiges Kreuzfahrtschiff: Schränke werden eingebaut, Bettwäsche aufgezogen, Lebensmittel für die ersten Fahrten eingelagert.

Erst Jungfernfahrt, dann Taufe

Die gehen nach Emden und Hamburg. Am kommenden Wochenende wird die "Aida Luna" über die Ems nach Emden geschleppt. Die Überführung lockt wieder viele Schifffans zur Meyer Werft, sorgt in der Region aber erneut für Unmut sorgen. Der Fluss muss für die Fahrt des neuen Schiffs aufgestaut werden, was, so Umweltschützer, schwerwiegende Folgen für die Natur hat.

Von Emden geht es weiter für Testfahrten auf die Nordsee. Anschließend kommt das Schiff am 18. März sowie am 21. März nach Hamburg. Getauft wird der Neubau mit 1025 Kabinen erst nach einer zweiwöchigen Jungfernfahrt im Hafen von Palma de Mallorca am 4. April.

Elf Neubauten in diesem Jahr

Die "Aidia Luna" ist das erste Schiff, das in diesem Jahr auf den deutschen Kreuzfahrtschiffmarkt geschwemmt wird. Insgesamt zehn Neubauten warten in diesem Jahr weltweit auf urlaubende Seefahrer. Die Gefahr ist groß, dass sie vergeblich warten, denn geplant und in Auftrag gegeben wurden die Schiffe, als der Kreuzfahrtmarkt in Deutschland ständig wuchs.

Doch in Zeiten der Rezession wollen die Deutschen nicht schippern. Zumindest jetzt noch nicht. Die Buchungslage ist, wie in allen Touristikzweigen, schlechter als im Vorjahr. Genaue Zahlen für 2008 gibt es zwar noch nicht. Helge Grammerstorf von der Beratungsfirma Sea Consult rechnet für das vergangene Jahr mit neun Prozent mehr Passagieren als 2007. "Der Zuwachs der Passagierzahlen wird 2009 geringer sein als 2008, aber es wird immer noch ein Zuwachs sein", so Grammerstorf. In seiner Kreuzfahrtstudie geht er davon aus, dass 2018 zwei Millionen Deutsche auf einem Kreuzfahrtschiff Urlaub machen. Genug Platz ist da: Allein in diesem Jahr kommen 25.000 neue Betten hinzu. Und erschwinglicher könnten Kreuzfahrten in diesem Jahr ebenfalls werden. "Die Kapazitäten steigen, die Buchungen sind noch verhalten. Eine Reederei beginnt immer mit Sonderangeboten, dann ziehen andere mit", so Grammerstorf.

swd
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