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Interner Protest: Lufthansa-Bodenpersonal plant Demo gegen Pilotenstreik

Nicht nur den gestrandeten Passagieren reicht es mit dem Streik, sondern auch Mitarbeitern der Fluggesellschaft. Deshalb hat der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals für Mittwoch zu einer Demonstration gegen die streikenden Piloten aufgerufen.

Airbus A380 von Lufthansa

Ein Airbus A380 am Boden: Am Mittwoch fallen wegen des Ausstands 890 Flüge aus. Davon sind laut Lufthansa etwa 92.000 Passagiere betroffen.

Im Lufthansa-Konzern formiert sich Widerstand gegen den Streik der Piloten. In dem zugespitzten Arbeitskampf kommt es zu einem öffentlichen Kräftemessen zwischen den streikenden Piloten und Teilen der übrigen Belegschaft. Für diesen Mittwoch haben sowohl die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) als auch der Betriebsrat des Frankfurter Bodenpersonals zu entgegengesetzten Demonstrationen vor der Lufthansa-Unternehmenszentrale aufgerufen.

Zeitgleich will die Pilotengewerkschaft für die Belange der Piloten demonstrieren. Die Gewerkschaft hatte für Dienstag und Mittwoch erneut zu Ausständen aufgerufen, um ihrer Forderung nach deutlich mehr Geld Nachdruck zu verleihen. An den beiden Tagen sollten erneut rund 1700 Flüge der Kernmarke Lufthansa ausfallen.

Ende des "zerstörerischen Streits" gefordert

Der Boden-Betriebsrat fordert in seinem Aufruf ein schnelles Ende des "zerstörerischen Streits" und verlangt von der VC, in eine Schlichtung einzuwilligen. Die Durchsetzung von Partikularinteressen gehe auf Kosten aller anderen Kollegen. "Vielmehr muss es darum gehen, den notwendigen Konzernumbau im Sinne aller Lufthanseaten konstruktiv und in die Zukunft gerichtet zu begleiten. Tarifforderungen müssen sich den realen Marktbedingungen stellen", heißt es in dem nicht namentlich unterzeichneten Aufruf.

Der Boden-Betriebsrat Frankfurt wird von vier Mitarbeitergruppen geführt. Neben der DGB-Gewerkschaft Verdi sind die Vereinigung Boden, die Unabhängigen Lufthanseaten sowie die Vereinigung Luftfahrt vertreten. Die Kabinengewerkschaft Ufo distanzierte sich ausdrücklich von der Demonstration gegen die Piloten. Der Aufruf sei ein "bitteres Armutszeugnis" für das von Verdi geführte Gremium, erklärte Ufo-Tarifvorstand Nicoley Baublies.


tib/DPA

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