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News des Tages: Mann findet toten Einbrecher im Keller

Ex-Radprofi Jan Ullrich festgenommen +++ U-Boot-Mörder Madsen im Gefängnis angegriffen +++ Pilotenstreik bei Ryanair +++ Die Nachrichten des Tages im stern-Ticker.

Ein Einbrecher (Symbolbild)

Ein Einbrecher (gestellte Szene). Der Hauseigentümer hatte bereits zuvor Strafanzeige erstattet, weil ihm immer wieder Bargeld aus dem Gebäude gestohlen worden war. Jetzt fand er einen Toten in seinem Keller.

DPA

Die wichtigsten Meldungen im Kurz-Überblick:

  • Mann entdeckt toten Einbrecher im Keller (15.49 Uhr)
  • Vier Tote nach Schüssen in kanadischer Provinz New Brunswick (14.02 Uhr)
  • Zugverkehr bleibt nach Gewittertief eingeschränkt (12.43 Uhr)
  • Zwei Deutsche nach Überschwemmung von Zeltlager festgenommen (12.29 Uhr)
  • Ex-Radprofi Jan Ullrich in Frankfurt festgenommen (12.09 Uhr)
  • Umfrage: Mehrheit für allgemeine Dienstpflicht (11.50 Uhr)

Die Nachrichten des Tages im -Ticker:

+++ 18.05 Uhr: Spanien entlässt Drogenbaron nach nur zwei Tagen Haft +++

Der mutmaßlich älteste Drogenpate Spaniens, der 85 Jahre alte Manuel Charlín, ist zwei Tage nach seiner Festnahme wieder auf freiem Fuß. Charlín wurde am Freitag in Vigo im Nordwesten Spaniens unter Auflagen freigelassen. Das Oberlandesgericht der Region Galicien bestätigte auf Anfrage entsprechende Medienberichte. "Ich habe nichts gemacht", versicherte Charlín nach seiner Freilassung vor Journalisten.

Manuel Charlín gilt seit vielen Jahrzehnten als Chef des sogenannten Clan der Charlínes. Von Galicien aus soll diese Bande nach den Erkenntnissen der spanischen Behörden einen der größten Drogenhändlerringe Europas kontrolliert und zahlreiche Länder des Kontinents mit Drogen aus Südamerika beliefert haben.

+++ 16.04 Uhr: Elektromusiker Jean-Michel Jarre streitet um sein Erbe +++

Der französische Elektromusiker Jean-Michel Jarre zieht im Streit um das Erbe seines Vaters vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Er reichte am Freitag Klage in Straßburg ein, wie ein Gerichtssprecher bestätigte. Jarre und seine Halbschwester Stefanie fechten damit ein Urteil des französischen Kassationsgerichts an, das die beiden im September 2017 für enterbt erklärt hatte.

Ihm und seiner Schwester werde "mangelnder Respekt im Familienrecht" entgegengebracht, beklagte der Pionier der Elektromusik in einem Gastbeitrag für die Zeitung "Le Parisien" vom Freitag. Es gehe ihm nicht nur um das Geld seines Vaters. Er habe noch nicht einmal das Recht auf ein Foto oder andere persönliche Erinnerungsstücke.

+++ 16 Uhr: Zwei Kinder nach Sturz in Regenrückhaltebecken gestorben +++

Zwei Kinder sind in Glinde in Schleswig-Holstein in ein Regenrückhaltebecken gefallen und gestorben. Retter hatten die beiden Jungen im Alter von sechs und sieben Jahren am Freitag noch aus dem Wasser geholt und versucht, sie zu reanimieren. Sie wurden in ein Hamburger Krankenhaus gebracht. Wenig später meldete die Polizei ihren Tod.

+++ 15.59 Uhr: Rettungsschiff "Aquarius" rettet vor Libyens Küste 25 Flüchtlinge aus Seenot +++

 Zwei Monate nach dem Hafenverbot für die "Aquarius" in Italien hat das Rettungsschiff wieder 25 Menschen aus Seenot gerettet. Das von den Hilfsorganisationen SOS Méditerranée und Ärzte ohne Grenzen betriebene Schiff rettete die Flüchtlinge am Freitag von einem Holzboot, wie Ärzte ohne Grenzen in Berlin mitteilte. Die Rettungsaktion erfolgte demnach in internationalen Gewässern 26 Seemeilen vor der libyschen Küste.

+++ 15.49 Uhr: Mann entdeckt toten Einbrecher im Keller +++

Ein Mann hat in seinem Haus in Darmstadt einen toten Einbrecher entdeckt. Dieser habe im Keller gelegen, teilte die Polizei am Freitag mit. Es sei von einer natürlichen Todesursache auszugehen. Der 69-Jährige trug bei seiner Entdeckung am Donnerstagmorgen Handschuhe und hatte eine größere Menge Geld bei sich. Der Hauseigentümer hatte bereits zuvor Strafanzeige erstattet, weil ihm immer wieder Bargeld aus dem Gebäude gestohlen worden war. Im Verdacht stand damals auch der 69-Jährige. Wie dieser unbemerkt in das Haus gelangen konnte, muss noch ermittelt werden. 

+++ 15.48 Uhr: Türkische Lira fällt angesichts von US-Strafzöllen um 19 Prozent +++

Die türkische Lira hat am Freitag angesichts von neuen US-Sanktionen gegen die Türkei und Zweifeln an der Handlungswilligkeit der türkischen Regierung 19 Prozent an Wert verloren. Kurz nachdem US-Präsident Donald Trump eine Verdopplung der Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Türkei verkündete, notierte die Lira am Nachmittag bei 6,62 zum Dollar. Bereits am Morgen hatte die Lira nach Äußerungen des türkischen Staatschefs Recep Tayyip Erdogan massiv an Wert verloren.

+++ 15.40 Uhr: Feuerwehr und THW helfen gestürztem Elefanten auf die Beine +++

Eine tonnenschwere Elefantenkuh hat in einem Zoo im Saarland etliche Helfer vor eine knifflige Aufgabe gestellt: Sie kam nach einem Sturz am Freitag nicht mehr alleine auf die Beine. Tierpfleger hätten die 49-jährige "Rani" am Morgen in Neunkirchen am Boden ihrer Unterkunft gefunden und Alarm geschlagen, teilte die Feuerwehr mit. Diese rückte daraufhin an. Das Technische Hilfswerk (THW) und ein Tierarzt kamen dazu.

Mit einem druckluftgefüllten Kissen hoben die Helfer das Tier an und legten ihm ein Hebegeschirr um. Anschließend brachten sie "Rani" mit einer Seilwinde in die richtige Position zum Aufrichten. Als die Elefantenkuh unter einem Kran lag, dauerte es nicht mehr lang: "Binnen weniger Augenblicke stand die Rani wieder glücklich auf ihren eigenen vier Beinen und winkte den erfolgreichen Helfern mit ihrem Rüssel zu", hieß es. Bereits Ende Juni 2017 war die Elefantenkuh im Zoo gestürzt und musste aufgerichtet werden.

+++ 15.35 Uhr: Rechte gehen gegen Enthüllungsbuch "Inside AfD" vor +++

Mit juristischen Mitteln gehen bekannte Rechte gegen das Enthüllungsbuch "Inside AfD" der AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber vor. So wehrt sich die frühere CDU-Politikerin und heutige Chefin der AfD-nahen Desiderius-Erasmus-Stiftung Erika Steinbach gegen eine Passage in dem Buch, wie der "Spiegel" am Freitag vorab aus seiner neuen Ausgabe berichtete. Steinbach weist demnach die Aussage zurück, sie habe schon im Wahlkampf 2013 "ihre Geldbörse geöffnet" und an die AfD gespendet. "Diese Behauptung ist erlogen", sagte Steinbach dem "Spiegel".

+++ 15.21 Uhr: Frau hält Eichhörnchen für Hundewelpen und ruft die Polizei +++

Ein Frau in Stuttgart hat ein Eichhörnchenbaby mit einem Hundewelpen verwechselt und einen Polizeieinsatz ausgelöst. Wie die Beamten am Freitag mitteilten, hatte eine Passantin die Ordnungshüter am Donnerstag gerufen. Sie gab demnach an, in einem Gleisbett einen Welpen gesehen zu haben. "Dabei handelte es sich jedoch nicht um einen Hund, sondern um ein Eichhörnchenbaby, das vermutlich aus dem Nest gefallen war", teilte die Polizei mit. "Nach Rücksprache mit dem Tiernotdienst hob unser Kollege den kleinen Racker auf und brachte ihn aufs Polizeirevier." Der Polizei zufolge wurde der kleine Nager von Tierschützern abgeholt und wird nun wieder aufgepäppelt.

+++ 14.25 Uhr: Türkischer Präsident ruft Landsleute zum Umtausch ihrer Devisen auf +++

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat die Türken aufgerufen, ihre ausländischen Devisen einzutauschen, um dem Verfall der Lira zu begegnen. Es gehe um einen "nationalen Kampf", sagte er bei einer Kundgebung in der Schwarzmeerregion Bayburt, nachdem die Währung am Morgen zwölf Prozent an Wert verloren hatte. "Wenn Ihr Dollar, Euro oder Gold unter dem Kopfkissen habt, geht zur Bank und tauscht es in türkische Lira. Dies ist ein nationaler Kampf."

Noch während Erdogan sprach, stürzte die Lira auf 6,23 zum Dollar. Kurz zuvor hatte er gesagt, die Türkei befinde sich angesichts des Verfalls der Währung in einem "Wirtschaftskrieg", doch gab er sich zugleich kämpferisch. "Wir werden diesen Wirtschaftskrieg nicht verlieren", sagte der türkische Staatschef nach dem Freitagsgebet in Bayburt. Erdogan hat schon wiederholt ausländische Verschwörungen für die Währungskrise verantwortlich gemacht.

+++ 14.02 Uhr: Vier Tote nach Schüssen in kanadischer Provinz New Brunswick +++

In der kanadischen Provinz New Brunswick sind am Freitagmorgen (Ortszeit) Schüsse gefallen und mindestens vier Menschen getötet worden. Das teilte die Polizei im Ort Fredericton mit, der eine gute Autostunde östlich vom US-Bundesstaat Maine entfernt liegt. Die Polizei sprach auf Twitter zunächst lediglich von einem "Vorfall", ohne weitere Details zu nennen. Sie forderte die Menschen in der Umgebung auf, die Gegend zu meiden, in ihren Häusern zu bleiben und die Türen zu verriegeln. In der betroffenen Gegend liegen eine Wohnsiedlung mit Einfamilienhäusern und einige Geschäfte.

+++ 14.01 Uhr: Norwegen testet Heroin auf Rezept für Süchtige +++

Norwegen plant einen Test mit Heroin auf Rezept für besonders schwer Süchtige. Ziel sei es, "denjenigen Drogenabhängigen zu einer besseren Lebensqualität zu verhelfen, die wir bislang nicht mit Hilfsprogrammen erreichen", schrieb Gesundheitsminister Bent Höie auf Facebook.

Norwegen hat eine der europaweit höchsten Raten von Todesfällen durch Überdosis. Das Programm zur Ausgabe von Heroin auf Rezept soll laut Ministerium frühestens 2020 beginnen. Laut der Zeitung "Aftenposten" könnten bis zu 400 Süchtige davon profitieren. 

+++ 13.28 Uhr: 13-Jährige vergewaltigt - Prozess gegen Jugendliche startet Ende August +++

Gut vier Monate nach der Vergewaltigung einer 13-Jährigen müssen sich sechs Jugendliche vor dem Landgericht Wuppertal verantworten. Der nicht öffentliche Prozess beginne am 31. August, teilte das Gericht mit. Zur Tatzeit im April waren die Angeklagten 14 bis 17 Jahre alt. Zwei von ihnen sollen das Mädchen vergewaltigt und schwer sexuell missbraucht haben. Die anderen sollen in unterschiedlichem Umfang mitgemacht haben - die Taten sollen etwa mit einem Handy gefilmt worden sein. Nach Ermittler-Angaben hatte eine Spaziergängerin das Mädchen aus den Händen der Jugendlichen gerettet. 

Zwei Jugendliche waren zwischenzeitlich in Bulgarien festgenommen worden. Sie sollen ausgeliefert werden. Den Angeklagten drohen je nach Beteiligung mehrjährige Haftstrafen.

+++ 12.43 Uhr: Nach Gewittertief "Orianna" weiterhin Einschränkungen im Zugverkehr +++

Wegen des Gewittertiefs "Oriana" gibt es auch am Morgen noch Einschränkungen im Zugverkehr - vor allem im Norden Deutschlands. Auf vielen Fernverkehrsverbindungen müssten Passagiere mit Verspätungen in Folge der Störungen rechnen, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn.

Demnach waren die ICE-Strecken Hannover-Hamburg-Kiel, Bremen-Hamburg sowie Osnabrück-Löhne noch am Morgen gesperrt. Wie lange die Störungen andauern würden, war zunächst unklar. Auf den übrigen Fernverkehrsstrecken würden die Züge teilweise umgeleitet. Auch im Regionalverkehr sollten sich Fahrgäste auf Ausfälle und Verspätungen einstellen.

Auch die Strecken des Bahnbetreibers Metronom waren von dem Unwetter betroffen, wie das Unternehmen mitteilte. Am Freitagmorgen sei zumindest die Strecke des RE 2 (Göttingen-Hannover-Uelzen) wieder komplett freigegeben worden. Es könne aber weiterhin zu Verspätungen kommen. Die übrigen Strecken seien auch am Morgen noch teilweise gesperrt oder nur eingleisig befahrbar gewesen. Der Betreiber bat alle Fahrgäste, sich frühzeitig zu informieren.

+++ 12.41 Uhr: Zwei Tote bei Absturz eines Hubschraubers in Japan +++

Beim Absturz eines Hubschraubers in Japan sind mindestens zwei Menschen ums Leben gekommen. Der Hubschrauber war am Freitag mit neun Menschen an Bord in der Präfektur Gunma verunglückt, wie der Sender NHK meldete. Sechs Menschen überlebten dem Bericht zufolge, ein Crewmitglied wird noch vermisst. Über die Unglücksursache lagen noch keine Informationen vor. Der Helikopter war am Freitagmorgen zu einem Inspektionsflug einer Kletterroute in den Bergen an der Grenze zur Nachbarpräfektur Nagano aufgebrochen. Bei der Besatzung des Hubschraubers handelte es sich um Feuerwehrmänner und Mitarbeiter der Regionalregierung.

+++ 12.29 Uhr: Zwei Deutsche nach Überschwemmung von Zeltlager in Südfrankreich festgenommen +++

Nach der Überschwemmung eines deutschen Ferienlagers in Südfrankreich hat die Polizei zwei deutsche Verantwortliche festgenommen. Dem Vorsitzenden und stellvertretenden Vorsitzenden der Jugendförderung St. Antonius in Leverkusen bei Köln werde unter anderem wegen fahrlässiger Körperverletzung und Betreibens eines Campingplatzes ohne behördliche Genehmigung ermittelt, teilte die Staatsanwaltschaft Nîmes der Nachrichtenagentur AFP mit.

Ardeche inSüdfrankreich

Nach der Überschwemmung eines deutschen Ferienlagers am Fluss Ardeche in Südfrankreich (Archivbild) hat die Polizei zwei Deutsche festgenommen

AFP

Zudem wird den beiden Männern nach Angaben von Staatsanwalt Eric Maurel zur Last gelegt, "das Leben anderer in Gefahr gebracht zu haben". Ein Betreuer des Ferienlagers wird vermisst, seit der Campingplatz in Saint-Julien-de-Peyrolas am Donnerstag nach heftigen Regenfällen überschwemmt wurde. Die Gemeinde wirft den deutschen Betreibern vor, ihren Zeltplatz zu nah an den Fluss Ardèche gebaut zu haben, der sich in ein reißendes Gewässer verwandelte. Die Behörden erklärten, sie hätten die Deutschen 48 Stunden vor dem Drama vor der möglichen Überschwemmung gewarnt.

+++ 12.09 Uhr: Ex-Radprofi Jan Ullrich in Frankfurt festgenommen +++

Der frühere Radprofi Jan Ullrich ist in Frankfurt am Main festgenommen worden. Eine Sprecherin der Polizei bestätigte dem stern am Freitag einen entsprechenden Bericht der "Bild"-Zeitung. Er soll in einem Hotel eine Frau attackiert und verletzt haben.

Der 44-Jährige soll mit der Frau - laut Polizeimeldung eine Escortdame - in einen Streit geraten und sie daraufhin attackiert haben. Sie musste laut Polizei medizinisch versorgt werden. Die Frau wandte sich laut der Polizeisprecherin an das Hotelpersonal, das die Polizei alarmierte. Ullrich wurde daraufhin am frühen Freitagmorgen vorläufig festgenommen und befindet sich in Polizeigewahrsam.

Die Sprecherin bestätigte auch, dass der Ex-Radprofi unter Alkohol- und Drogeneinfluss gestanden habe. Die Escortdame wurde von der Polizei vernommen. Danach sollte über das weitere Vorgehen entschieden werden. Laut "Bild"-Zeitung soll Ullrich am Donnerstagabend nach Frankfurt gereist sein, um eine Therapie aufzunehmen. 

+++ 11.50 Uhr: Umfrage: Große Mehrheit für allgemeine Dienstpflicht +++

Gut zwei Drittel der Bevölkerung (68 Prozent) befürworten laut einer Umfrage eine allgemeine Dienstpflicht für junge Menschen bei der Bundeswehr oder im sozialen Bereich. Die größte Zustimmung findet die Idee unter Anhängern der Union (77 Prozent), wie das ZDF-"Politbarometer" zeigt. Die CDU hatte die Debatte über eine allgemeine Dienstpflicht angestoßen. Die SPD äußerte sich dazu eher skeptisch und sprach sich für die Stärkung des freiwilligen Engagements im sozialen Bereich aus.

NEON-Umfrage: Sollte die Wehrpflicht wieder eingeführt werden? Das sagt ihr zum Vorstoß der CDU

Der repräsentativen Umfrage zufolge gefällt auch Anhängern der AfD die Idee einer einjährigen Dienstpflicht (72 Prozent). Auch bei vielen Anhängern von SPD (62 Prozent), FDP (65 Prozent) und Grünen (66 Prozent) kommt der Vorschlag an. Vergleichsweise skeptisch sind Wähler der Linken: Etwas mehr als die Hälfte von ihnen (52 Prozent) würde eine Dienstpflicht begrüßen.

+++ 11.39 Uhr: Hunderte demonstrieren in China gegen Abriss von Moschee +++

In China haben hunderte Hui-Muslime gegen den Abriss einer Moschee protestiert. Wie die Hongkonger Zeitung "South China Morning Post" berichtete, versammelten sich die Gläubigen am Donnerstag und Freitag vor einer Moschee in der nordwestchinesischen Stadt Weizhou. Proteste wie dieser sind in China selten.

Behörden planten demnach den Abriss von Teilen des vor einem Jahr fertiggestellten Gebäudes, was mit einer fehlenden Baugenehmigung begründet wird. Der Protest führte demnach dazu, dass der Plan zumindest vorläufig ausgesetzt wurde.

In China leben mehr als 20 Millionen Muslime. Die beiden größten Gruppen sind die Minderheiten der Hui und der Uiguren mit jeweils rund zehn Millionen Angehörigen. Vor allem die Uiguren in der westlichen Provinz Xinjiang werden Beobachtern zufolge immer stärker in ihrer Freiheit eingeschränkt und verfolgt.

+++ 11.13 Uhr: U-Boot-Mörder Madsen im Gefängnis überfallen +++

Fast genau ein Jahr nach seinem spektakulären Mord in einem U-Boot ist der dänische Wissenschaftler Peter Madsen im Gefängnis angegriffen worden. Nach dem Vorfall am Mittwoch gehe es ihm den Umständen entsprechend gut, berichtete Madsens Anwältin dänischen Medien. Die Polizei bestätigte lediglich einen Vorfall zwischen einem 18 Jahre alten und einem 47 Jahre alten Gefangenen. Nach einem Schlag ins Gesicht sei der 47-Jährige kurz im Krankenhaus behandelt worden. 

Der Überfall ereignete sich fast auf den Tag genau ein Jahr nachdem Madsen am 10. August 2017 in seinem selbstgebauten U-Boot die schwedische Journalistin Kim Wall ermordete. Er folterte sie, zerstückelte ihre Leiche und warf sie über Bord. Im April wurde er dafür zu lebenslanger Haft verurteilt. Madsen will die Länge der Haft jedoch anfechten, die Berufungsverhandlung beginnt im September. 

Madsens Anwältin sagte der Zeitung "B.T.", sie habe beantragt, dass ihr Klient in ein anderes Gefängnis umziehen dürfe. Ob das damit zu tun hat, wie Madsen von seinen Mitgefangenen behandelt wird, blieb zunächst unklar. Das Gefängnis Storstrøm, wo der 47-Jährige derzeit einsitzt, ist eins der modernsten in Dänemark.

+++ 11.05 Uhr: Russland sieht US-Sanktionen als "Wirtschaftskrieg" +++

Russlands Regierungschef Dmitri Medwedew sieht in neuen US-Sanktionen gegen sein Land die "Erklärung eines Wirtschaftskrieges" und droht mit Gegenmaßnahmen. Sollten sich die angekündigten Sanktionen der USA etwa gegen Banken oder die Verwendung bestimmter Devisen richten, käme das einer solchen Erklärung gleich, sagte Medwedew bei einem Besuch auf der fernöstlichen Halbinsel Kamtschatka.

"Auf einen solchen Krieg müssen wir mit ökonomischen, politischen und falls nötig auch anderen Methoden reagieren", sagte er der Agentur Interfax zufolge. "Das müssen unsere amerikanischen Freunde verstehen." 

Die USA hatten am Mittwoch neue Sanktionen gegen Russland angekündigt. Hintergrund ist der Fall des in Großbritannien vergifteten Ex-Agenten Sergej Skripal. Washington macht Moskau dafür verantwortlich. Russland bestreitet, in den Fall verwickelt zu sein. Die Strafmaßnahmen sollen in etwa zwei Wochen in Kraft treten.

+++ 10.40 Uhr: AfD und Grüne legen in "Politbarometer" zu +++

Die AfD und die Grünen legen in der Wählergunst weiter zu. In dem am Freitag veröffentlichten ZDF-"Politbarometer" kommt die rechtspopulistische AfD bei der Sonntagsfrage auf einen neuen Bestwert von 16 Prozent. Das ist ein Punkt mehr als bei der vorangegangenen Umfrage. Wäre am kommenden Sonntag Bundestagswahl, würden 15 Prozent die Grünen wählen. Auch das ist ein Plus von einem Punkt und der beste Wert für die Partei seit sechseinhalb Jahren.

Die Union kommt unverändert auf 31 Prozent, die SPD verharrt bei 18 Prozent. Die FDP kann um einen Punkt auf acht Prozent zulegen, die Linkspartei verliert zwei Punkte und landet bei neun Prozent.

Für das "Politbarometer" befragte die Mannheimer Forschungsgruppe Wahlen von Dienstag bis Donnerstag telefonisch 1294 zufällig ausgewählte Wahlberechtigte. Der Fehlerbereich wurde mit zwischen zwei und drei Prozentpunkten angegeben.

+++ 10.29 Uhr: Stockholmer Lkw-Terrorist in Zelle verprügelt +++

Der für den Lkw-Anschlag in der Stockholmer Innenstadt verurteilte IS-Anhänger ist in seiner Gefängniszelle verprügelt worden. Der Usbeke Rachmat Akilow sei im Hochsicherheitsgefängnis Kumla von einem Mitgefangenen angegriffen worden, der wegen Bandenkriminalität einsitzt, berichtete das schwedische Fernsehen SVT. Nach Informationen des Senders wollte der Angreifer Rache nehmen für die Terrortat vom vergangenen Jahr. Die Polizei bestätigte einen Vorfall, wollte aber keine näheren Angaben machen. Wie schwer Akilow verletzt wurde, bliebt zunächst unklar.  

Der 40-Jährige war im Juni zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Er hatte zuvor gestanden, einen gestohlenen Lastwagen vorsätzlich in die Menschenmenge auf der Stockholmer Haupteinkaufsstraße gelenkt zu haben. Bei dem Attentat im April 2017 starben fünf Menschen.

+++ 10.27 Uhr: Bereits mehr als 27 Tote durch Unwetter in Südindien +++

Bei Überschwemmungen und Erdrutschen in Südindien sind nach Behördenangaben bereits 27 Menschen ums Leben gekommen. Angesichts der Wassermassen durch die in diesem Jahr besonders heftigen Monsun-Regenfälle mussten die Behörden die Tore von 24 Staudämmen öffnen, um Druck abzubauen, wie Keralas Regierungschef Pinarayi Vijayan auf Twitter mitteilte. An einer Bergstation in Munnar saßen 57 Touristen wegen unterbrochener Straßen fest, darunter 24 Ausländer. Rund 20.000 Menschen mussten vor den Überschwemmungen fliehen, 260 Notunterkünfte wurden eingerichtet.

+++ 10.16 Uhr: SPD verlangt von Maaßen Aufklärung über mögliches Treffen mit Petry +++

In der Affäre um ein mögliches Treffen mit der früheren AfD-Vorsitzenden Frauke Petry hat die SPD Aufklärung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen gefordert. "Schluss mit der Geheimniskrämerei und die Fakten auf den Tisch", sagte der SPD-Innenexperte Burkhard Lischka der "Welt". Es gebe eine Reihe von Fragen: "Gab es Treffen? Wenn ja, wie viele? Von wem ging die Initiative aus? Was war Ziel und Inhalt der Gespräche?"

Die AfD-Aussteigerin Franziska Schreiber schreibt in ihrem kürzlich veröffentlichten Buch "Inside AfD", Petry habe ihr von Gesprächen mit Maaßen berichtet. Der Chef des Inlandsgeheimdienstes habe der damaligen Parteichefin sogar nahegelegt, ein Parteiausschlussverfahren gegen den Thüringer AfD-Politiker Björn Höcke einzuleiten, ansonsten wäre eine Beobachtung und Nennung der Partei im Verfassungsschutzbericht unvermeidbar. Maaßen hatte eine solche Beratung Petrys zurückgewiesen

+++ 9.57 Uhr: Türkische Währung bricht erneut um über fünf Prozent ein +++

Vor dem Hintergrund der diplomatischen Krise mit den USA ist die türkische Währung erneut eingebrochen. Die Lira verlor im Vergleich zum Dollar noch einmal über fünf Prozent an Wert und erreichte damit einen neuen Tiefstand. Am Morgen betrug der Kurs zum Dollar 5,85 Lira, nachdem kurzzeitig sogar die Marke von sechs Lira durchbrochen wurde.

Damit verlor die türkische Währung in diesem Jahr bereits über ein Drittel ihres Werts gegenüber dem Dollar und auch dem Euro. Gründe dafür sind Sorgen hinsichtlich der Wirtschaftslage und der politischen Situation im Land. Erst am Donnerstag war die Lira um zwei Prozent auf einen neuen Tiefstand gefallen, nachdem es zuvor bei einem hochrangigen Treffen in Washington nicht gelungen war, einen Durchbruch im Streit um den in der Türkei inhaftierten US-Pastor Andrew Brunson zu erreichen.

+++ 9.26 Uhr: Trotz Pilotenstreiks: Ryanair fliegt in Niederlanden +++

Trotz des eintägigen Pilotenstreiks bei Ryanair sollen in den Niederlanden alle Flüge der irischen Fluggesellschaft planmäßig erfolgen. Das kündigte Ryanair an. Auf den Strecken sollen ausländische Piloten eingesetzt werden. 

Am Vorabend hatte ein niederländisches Gericht eine Klage des Billigfliegers gegen den Streik abgewiesen. Die Richter hatten Ryanair aber nicht untersagt, mit ausländischen Piloten den Streik zu brechen. 

Die niederländische Pilotengewerkschaft will wie Gewerkschaften in anderen europäischen Ländern einen Tarifvertrag mit besseren Arbeitsbedingungen erreichen. Ryanair fliegt in den Niederlanden vor allem vom Regionalflughafen Eindhoven.

+++ 9.14 Uhr: BKA will frühe Suche nach Risikopersonen unter Zuwanderern verstärken +++

Das Bundeskriminalamt (BKA) will die frühe Suche nach Risikopersonen unter Zuwanderern im Kampf gegen den islamistischen Terrorismus verstärken. Das kündigte BKA-Präsident Holger Münch am Donnerstagabend in Mainz an. "Das für mich entscheidende, wohl größte Risiko ist das Radikalisierungsrisiko unter Zugewanderten", sagte Münch. "Das sehen wir in vielen Fällen ja ganz realistisch, wenn wir uns die Anschlagsszenarien der letzten Jahre angucken."

Einige Bundesländer wie Rheinland-Pfalz seien schon aktiv bei der Suche nach Mehrfachstraftätern, die sich radikalisieren könnten. Münch gab bei der Frage nach einem Risiko für Anschläge keine Entwarnung - die Zahl islamistischer Gefährder in Deutschland steige, sie lag zuletzt bei 774.

+++ 8.38 Uhr: Waldbrände in Kalifornien: Mutmaßlicher Brandstifter angeklagt +++

18 Waldbrände lodern derzeit im US-Bundesstaat Kalifornien, in einem Fall gibt es nun eine Anklage wegen Brandstiftung. Die Staatsanwälte werfen einem 51 Jahre alten Mann vor, das sogenannte Holy Fire gelegt zu haben, berichtete "USA Today".

Dem Verdächtigen droht lebenslange Haft. Der Brand in der Holy-Jim-Schlucht in den südkalifornischen Bezirken Orange und Riverside County zerstörte bislang etwa mehr als 4000 Hektar Land und mehrere Gebäude. Am Donnerstag (Ortszeit) war es erst zu fünf Prozent unter Kontrolle, 20.000 Menschen mussten ihre Häuser verlassen.

+++ 8.12 Uhr: Suche nach vermisstem Deutschen in Südfrankreich wird fortgesetzt +++

Die Behörden in Südfrankreich wollen die Suche nach einem vermissten Deutschen fortsetzen. Dazu werde auch ein Hubschrauber eingesetzt, berichtete der Fernsehnachrichtensender BFMTV unter Berufung auf die Präfektur in Nîmes.

Der Wohnwagen des 70-Jährigen war am Donnerstag in Saint-Julien-de-Peyrolas am Fluss Ardèche bei einer Überschwemmung mitgerissen und zerstört worden. Es soll sich um einen Betreuer eines Ferienlagers mit Kindern aus Deutschland handeln. Die 119 Kinder der Gruppe aus Leverkusen wurden nach früheren Angaben der Präfektur in Sicherheit gebracht. Vier Teilnehmer kamen wegen Unterkühlung ins Krankenhaus.

+++ 8.02 Uhr: Weitere Nachbeben auf Lombok - drei Tote bei Einsturz von Gebäuden +++

Auf der indonesischen Ferieninsel Lombok sind nach dem verheerenden Erdbeben vom Sonntag durch ein Nachbeben mindestens drei Menschen ums Leben gekommen. Dies teilte die nationale Katastrophenschutzbehörde mit. Insgesamt wurde die Nachbarinsel von Bali nun schon von mehr als 450 weiteren Erdstößen erschüttert. Insgesamt erhöhte sich die Zahl der Todesopfer auf mehr als 320. Befürchtet wird, dass sie noch weiter steigt.

Das bislang schwerste Nachbeben ereignete sich am Donnerstag zur Mittagszeit. Es hatte die Stärke 6,2. Dabei stürzten mehrere Gebäude ein, die durch das Beben vom Sonntag beschädigt worden waren. Nach einer aktuellen Bilanz, die die Behörden erst am Freitag veröffentlichten, wurden dabei drei Menschen getötet und 24 verletzt.

Mehr als 1000 Verletzte werden noch in Krankenhäusern behandelt. Etwa 270.000 Menschen sind obdachlos geworden oder können immer noch nicht in ihre Unterkünfte zurück. Indonesien liegt auf dem Pazifischen Feuerring, der geologisch aktivsten Zone der Erde. Immer wieder bebt dort die Erde, oder es brechen Vulkane aus.

+++ 7.24 Uhr: Neuseeland will Einweg-Plastiktüten aus dem Handel nehmen +++

Zum Schutz der Weltmeere will künftig auf die Verwendung von Einweg-Plastiktüten verzichten. Das Verbot soll nach einer sechsmonatigen Testphase im kommenden Jahr in Kraft treten. Premierministerin Jacinda Ardern verwies in Wellington auf erfolgreiche Beispiele aus zahlreichen anderen
Ländern. Die Details der Neuregelung sollen nun mit Supermärkten, Handelsverbänden und Verbrauchern ausgehandelt werden. 

Trotz seines Images als "grünes Land" gehört der Pazifikstaat zu den Ländern mit einem hohen Verbrauch an Plastiktüten. Im Durchschnitt verbraucht jeder Neuseeländer mehr als 150 Einweg-Tüten pro Jahr. Auf die gesamte Nation gerechnet fallen insgesamt pro Jahr mehr als 750 Millionen Tüten an. Viele davon landen in Flüssen und im Meer.

+++ 6.45 Uhr: Taliban attackieren afghanische Stadt Ghasni +++

Die radikalislamischen haben nach Angaben aus übereinstimmenden Quellen einen großangelegten Angriff auf die Stadt Ghasni in der gleichnamigen Provinz im Südosten des Landes geführt. Behördenvertreter und Augenzeugen berichteten von heftigen Kämpfen mit Sicherheitskräften, die versuchten, die Angreifer zurückzudrängen. Arif Nuri, ein Sprecher des Provinzgouverneurs, sagte der Nachrichtenagentur AFP, mindestens ein afghanischer Soldat sei getötet worden. Mehrere weitere wurden demnach verletzt.

+++ 6 Uhr: Eltern von Melania Trump werden US-Bürger +++

Die Eltern von US-Präsidentengattin Melania Trump haben die amerikanische Staatsbürgerschaft erhalten. Viktor und Amalija Knavs legten am Donnerstag (Ortszeit) den Eid auf die US-Verfassung ab, wie ihre Anwalt Michael Wildes der "New York Times" sagte. Dabei profitierten sie von der sogenannten Kettenmigration, einer von Präsident Donald Trump scharf kritisierten Einwanderungspraxis.

Dabei folgen Migranten ihren Verwandten oder Bekannten, die bereits im Land sind. Diese können die Einwanderung der Nachkommenden fördern. ist ein Gegner dieser Praxis. Im November twitterte er, diese müsse sofort beendet werden. "Manche Leute kommen rein, und sie bringen ihre ganze Familie mit, die wirklich bösartig sein können. NICHT HINNEHMBAR", schrieb Trump damals. 

Melania Trump wurde in der damaligen jugoslawischen Teilrepublik Slowenien geboren. Später änderte sie ihren Familiennamen von Knavs zu Knauss

+++ 5.42 Uhr: Piloten-Streik bei Ryanair hat begonnen +++

Beim irischen Billigflieger Ryanair hat der bislang härteste Pilotenstreik in der Geschichte des Unternehmens begonnen. Das bestätigte ein Sprecher der deutschen Pilotengewerkschaft "Vereinigung Cockpit" (VC).

Die irische Fluggesellschaft hat wegen der angekündigten Streiks in , Belgien, Schweden, Irland und den Niederlanden jeden sechsten ihrer 2400 geplanten Europaflüge abgesagt. Schwerpunkt ist Deutschland, wo wegen des auf 24 Stunden beschränkten Streiks der Vereinigung Cockpit 250 Flüge gestrichen wurden. Europaweit sind rund 55.000 Passagiere betroffen, davon gut 42.000 in Deutschland. Sie konnten umbuchen oder sich ihre Tickets erstatten lassen. Weitere Entschädigungen lehnt Ryanair ab. 

+++ 5.06 Uhr: Bericht: Deutsche Behörden weisen immer mehr Ausländer aus +++

Deutsche Behörden haben 2017 doppelt so viele Ausländer ausgewiesen wie noch zwei Jahre zuvor. Das berichtete die "Neue Osnabrücker Zeitung" unter Berufung auf eine Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linken. Demnach erließen Behörden im Vorjahr 7374 sogenannte Ausweisungsverfügungen. 2015 waren es 3604.

Im Falle einer Ausweisungsverfügung erlischt die Aufenthaltserlaubnis. Betroffene werden aufgefordert, innerhalb eines bestimmten Zeitraums das Land zu verlassen. Kommen sie der Aufforderung nicht nach, kann eine Abschiebung folgen. Die
Voraussetzungen für eine Ausweisung wurden auch unter dem Eindruck der Ereignisse der Silvesternacht von Köln herabgesetzt worden, wie das Blatt schreibt. 

Im Ausländerzentralregister sind laut Bundesinnenministerium fast 300.000 Ausweisungsverfügungen gespeichert. Von den Betroffenen hielten sich nach den Angaben des Ministeriums zum Stichtag 30. Juni etwa 29.000 noch in Deutschland auf. 

+++ 5.04 Uhr: Flüchtlinge in Ellwangen entziehen sich weiterhin Rückführungen +++

Rund 100 Tage nach der Großrazzia in der Landeserstaufnahmeeinrichtung in Ellwangen in Baden-Württemberg hat die Polizei immer noch Probleme, dort ausreisepflichtige Flüchtlinge abzuholen. Aktiven Widerstand habe es seit dem Einsatz von mehreren Hundert Beamten am 3. Mai nicht mehr gegeben, hieß es zwar bei der Polizei. Jedoch sei nach wie vor im Schnitt nur einer von fünf Versuchen erfolgreich, Flüchtlinge für Rückführungen abzuholen, sagte der Leiter der Erstaufnahmeeinrichtung (Lea), Berthold Weiß, der Deutschen Presse-Agentur. 

Als Grund gaben befragte Flüchtlinge sowie Mitarbeiter humanitärer Organisationen an, vor allem afrikanische Bewohner der Lea würden sich verstecken, sobald die Polizei anrücke. Einige würden im Freien schlafen, andere würden ihre Zimmer tauschen, um nicht anhand des Belegungsplans gefunden werden zu können. Es gebe in der Lea - ähnlich wie in vergleichbaren Einrichtungen - ein "bewohnerinternes Alarmierungssystem" samt Nachtwachen, hieß es.

Die zunächst gescheiterte Abschiebung eines Asylbewerbers aus Westafrika Ende April hatte bundesweit Aufmerksamkeit erregt. Polizisten sahen sich nach Angaben der Polizei durch eine Menge von rund 150 Flüchtlingen bedroht und zogen sich zurück. 

+++ 4.32 Uhr: Tennessee vollstreckt nach neun Jahren erstmals wieder Todesstrafe +++

Im US-Bundesstaat Tennessee ist erstmals seit 2009 wieder die Todesstrafe vollstreckt worden. Ein wegen Vergewaltigung und Ermordung eines siebenjährigen Mädchens verurteilter Mörder wurde am Donnerstag per Giftspritze hingerichtet, wie Justizvertreter bei einer Pressekonferenz sagten. Die Tat hatte er im Jahr 1986 begangen. Der US-Supreme Court hatte kurz vor der Hinrichtung des 59-Jährigen einen Aufschub abgelehnt. Richterin Sonia Sotomayor wies Befürchtungen zurück, wonach die Hinrichtung große Schmerzen verursachen könne.

+++ 4.10 Uhr: Ruhe in Nahost - Militante Palästinenser erklären Ende der Kämpfe +++

Nach israelischen Luftangriffen als Reaktion auf Beschuss aus dem Gazastreifen hat in der Nacht zum Freitag vorerst Ruhe geherrscht. Gegen Mitternacht hatten militante Palästinenser nach eigenen Angaben ein Ende der Kämpfe mit Israel erklärt. 

Es sei eine Vereinbarung der gegenseitigen Ruhe unter Vermittlung von Ägypten und dem UN-Nahostgesandten Nikolay Mladenov geschlossen worden, teilten die Widerstandskomitees im Gazastreifen mit. Diese sei nun in Kraft, unter der Bedingung, dass Israel sich daran halte. Zu der Gruppierung gehört auch die im Gazastreifen herrschende radikal-islamische Palästinenserorganisation Hamas. Israel bestätigte die Vereinbarung zunächst nicht.

+++ 3.08 Uhr: Heftige Stürme fegen über Deutschland - Freitag wird deutlich kühler +++

Mit teils orkanartigen Böen ist am Donnerstag eine Gewitterfront über Deutschland hinweggezogen. Im Raum Hannover und an der Nordsee war der Wind besonders stark, wie ein Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) am frühen Morgen sagte. An der Küste seien Windgeschwindigkeiten von bis zu 140 Stundenkilometern gemessen worden. 

Die Stürme hatten vielerorts Bäume entwurzelt und zu Behinderungen im Bahn-, Flug- und Straßenverkehr geführt. Vor allem im Norden Deutschlands waren viele Bahnstrecken betroffen. Der Flughafen Frankfurt am Main musste am Donnerstag kurzzeitig den Betrieb einstellen. Am Freitag bleibt die Unwettergefahr vielerorts weiterhin bestehen. Die Höchsttemperaturen liegen dann allerdings nur noch bei 19 bis 27 Grad.

+++ 3.04 Uhr: Linksfraktion vermisst Ehrgeiz beim Kampf gegen die Mafia +++

Die Linksfraktion wirft der Bundesregierung mangelndes Engagement im Kampf gegen die organisierte Kriminalität vor. Die Regierung tappe im Dunkeln, beklagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Fabio De Masi. "Die Statistiken verschleiern, wie etwa die Mafia Milliarden in Deutschland investiert", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. 

De Masis Kritik entzündet sich an einer Auskunft des Bundesjustizministeriums auf eine Kleine Anfrage. Demnach gab es zwischen 2008 und 2016 zwar 77 Verurteilungen wegen der Bildung krimineller Vereinigungen. Allerdings erfasste die Regierung nur in seltenen Fällen den Hintergrund der Taten. Welche Rolle Geldwäsche und Steuerhinterziehung dabei spielten, blieb ebenfalls unklar. Zudem besitze die Bundesregierung nach eigenen Angaben keine Erkenntnisse dazu, wie häufig es bei Verurteilungen wegen der Bildung einer ausländischen kriminellen Vereinigung Bezüge zu italienischen Mafia-Gruppierungen gab. 

+++ 2.55 Uhr: Widmann-Mauz fordert Sachlichkeit in Debatte um Kindergeld für Ausländer +++

In der Debatte um Kindergeldleistungen für Ausländer hat die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Annette Widmann-Mauz (CDU), Sachlichkeit angemahnt. Die meisten der in Deutschland lebenden ausländischen Staatsbürger arbeiteten und zahlten in die Sozialkassen ein, sagte Widmann-Mauz der "Rheinischen Post"

Natürlich müsse aber Sozialmissbrauch bekämpft werden, sagte sie mit Blick auf Berichte, wonach Ausländer, die in Deutschland wohnen und für ihre in der Heimat lebenden Kinder staatliche Leistungen beziehen, versuchen, das deutsche Sozialsystem auszunutzen. Widmann-Mauz verwies darauf, dass EU-Bürger etwa erst dann zeitlich begrenzt Hartz IV bekommen könnten, wenn sie in Deutschland mindestens ein halbes Jahr sozialversicherungspflichtig gearbeitet hätten. 

+++ 2.11 Uhr: 20 Tote innerhalb einer Woche in mexikanischem Bundesstaat gefunden +++

Im Westen Mexikos sind innerhalb einer Woche 20 Tote in verborgenen Gräbern gefunden worden. Die Leichen von sechs Männern und einer Frau wurden am Donnerstag in einem Gebäude in der Stadt Tlajomulco entdeckt, wie die Staatsanwaltschaft des Bundesstaats Jalisco mitteilte. Alle Toten wiesen Schusswunden auf. Im selben Anwesen waren bereits am Dienstag die Leichen von drei weiteren Männern gefunden worden. Wegen des Geruchs in dem Gebäude hatten Spürhunde nach weiteren Opfern gesucht. Bei drei der Toten könnte es sich um als vermisst gemeldete Personen handeln, sagte Staatsanwalt Raúl Sánchez. 

Am vergangenen Freitag war in Guadalajara, der Hauptstadt des Bundesstaats, in einem Vorgarten ein Grab mit zehn Leichen entdeckt worden. Vier der Toten galten als vermisst, wie Sánchez sagte. Seit Anfang Juli wurden in Jalisco 40 Leichen gefunden. Es wurde ein Zusammenhang mit organisierter Kriminalität vermutet. Der Bundesstaat gilt als die Wiege des Drogenkartells Jalisco Nueva Generación. Das für seine Brutalität bekannte Verbrechersyndikat gilt derzeit als das mächtigste Kartell in dem lateinamerikanischen Land.

+++ 1.07 Uhr: Auto prallt gegen entwurzelten Baum - vier Menschen verletzt +++

Beim Zusammenstoß eines Autos mit einem umgestürzten Baum sind in Sassenberg (Kreis Warendorf) im Münsterland vier Menschen verletzt worden. Ein 78-jährige Fahrer war mit seinem Wagen am Donnerstagnachmittag unterwegs, als plötzlich ein Baum vor dem Fahrzeug auf die Straße fiel, wie die Polizei mitteilte. Nach dem Zusammenprall brachten Rettungskräfte ihn und die drei übrigen Insassen des Wagens ins Krankenhaus. 

Unwetter mit orkanartigen Böen von bis zu 110 Stundenkilometern hatten vielerorts Bäume auf Schienen und Straßen stürzen lassen. Der Bahnverkehr im Westen und Norden Deutschlands war dadurch teils erheblich gestört.

+++ 0.21 Uhr: Zweifel an Musk-Plan: Tesla-Aktie büßt kräftig ein +++

Nach der Euphorie um Teslas möglichen Abgang von der Börse steigen die Zweifel am Plan von Firmenchef Elon Musk und die Sorgen vor rechtlichen Konsequenzen durch dessen Tweets. Die Aktie verlor am Donnerstag im US-Handel zeitweise an die sechs Prozent und schloss 4,8 Prozent schwächer bei gut 352 Dollar. Der Kurssprung, den Musk vor zwei Tagen mit seiner Erwägung auslöste, Tesla zum Kurs von 420 Dollar zu privatisieren, ist damit weitgehend verpufft. 

An den Märkten steigt vor allem die Skepsis gegenüber Musks Behauptung, die Finanzierung eines Deals, um den Elektroautobauer von der Börse zu nehmen, sei gesichert. Dafür wären über 70 Milliarden Dollar nötig und bislang wurde nicht geklärt, woher das Geld kommen soll. Die Firma selbst schreibt hohe Verluste und hat laut Analysten eher Finanzbedarf als überschüssige Mittel auf der hohen Kante.

+++ 0.09 Uhr: Bericht: Sechs von zehn Eingebürgerten behalten Pass +++

In Deutschland behalten inzwischen sechs von zehn eingebürgerten Menschen laut Statistischem Bundesamt ihre alte Staatsbürgerschaft. Kein eingebürgerter Syrer, Afghane, Marokkaner oder Nigerianer habe im vergangenen Jahr den Pass seines Herkunftslandes abgegeben, berichtet die Tageszeitung "Die Welt" unter Berufung auf die Behörde. Demnach haben 68.918 von insgesamt 112.211 eingebürgerten Menschen (61,4 Prozent) ihre bisherige Staatsbürgerschaft beibehalten. Dieser Anteil sei noch nie so hoch gewesen.  

Einbürgerungen sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes die häufigste Form des Erwerbs der deutschen Staatsbürgerschaft. Die Eingebürgerten erhalten ihre deutsche Staatsangehörigkeit auf Dauer. Sie zählen damit nicht mehr zu den Ausländerinnen und Ausländern, auch wenn ihre bisherige Staatsbürgerschaft fortbesteht.

fs/anb / DPA / AFP