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Oktoberfest-Start am Samstag: München freut sich auf Super-Wiesn

Die größte Volksgaudi der Welt öffnet ihre Tore: Am Samstag startet das Münchner Oktoberfest. Mit mehr Festzelten, schnelleren Karussells - und Rekord-Bierpreisen.

Der Countdown zum größten Volksfest der Welt läuft: Am Samstag heißt es wieder "O'zapft is" auf dem Münchner Oktoberfest. Auf der Theresienwiese am Rande der Münchner Innenstadt laufen die letzten Vorbereitungen. Am Samstag um Punkt 12 Uhr wird Bürgermeister Christian Ude das erste Fass anzapfen. Und ebenso pünktlich zum Wiesn-Start dürfte das Wetter mitspielen: Laut Vorhersagen soll es am Samstag in München mit 24 Grad recht warm werden. Dazu gibt es einen Mix aus Sonne und Wolken mit einem geringen Schauerrisiko. Am Sonntag wird es nur maximal 16 Grad warm, am Montag sogar nur 14 Grad. "Da heißt es: warm anziehen und den Schirm nicht vergessen!", rät der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Aber das Wetter ist traditionell eher zweitrangig bei der größten Sause Deutschlands. Schon vor der Eröffnung schwärmt Festleiterin Gabriele Weishäupl vom 178. Oktoberfest: "So groß wie nie und so sicher wie nie wird die Wiesn 2011."

Nachdem zum 200-jährigen Jubiläum des Oktoberfests im vergangenen Jahr erstmals eine historische Wiesn veranstaltet wurde und diese ein riesiger Erfolg wurde, soll es nun als Dauerlösung eine "Oide Wiesn" (Alte Wiesn) auf drei Hektar Fläche auf dem Südteil der Theresienwiese geben. Dort locken nostalgische Fahrgeschäfte, traditionelle Festzelte, Volksmusik und Belustigungen wie die "Dicke Berta", an der man ähnlich wie beim "Hau den Lukas" seine Kraft erproben kann.

So groß wie nie und so sicher wie nie wird die Wiesn 2011

Bierpreise erreichen Rekordniveau

Das meiste Leben spielt sich aber auf den 31 Hektar des eigentlichen Oktoberfests ab. Es gibt dort zwei große Straßen: Die mit den Fahrgeschäften, darunter in diesem Jahr als Neulinge die Rafting-Anlage "Rio Rapidos" und die Riesenschaukel "Monster", die mit einem Ausschlag von 47 Metern von einer Seite zur anderen schwingt und dabei um sich selbst rotiert. Die zweite Straße gehört den Bierzelten: Insgesamt 14 große Zelte gibt es, mit jeweils bis zu 10.000 Sitzplätzen. Wie wissen möchte, wann es wie voll auf dem Oktoberfest zugeht, checkt das "Wiesnbarometer".

Allen Warnungen vor einem unmäßigen Alkoholkonsum zum Trotz werden in den Zelten große Mengen getrunken, Haxn und Hendl verspeist. Sieben Millionen Maß Bier tranken die Wiesngäste vergangenes Jahr, so viele wie noch nie. Ob der Rekord noch mal gebrochen wird? Oder werden die Besucher doch die Bierpreise schrecken, die mit bis zu 9,20 Euro je Maß einen neuen Rekord erreicht haben? Ein Liter Weißbier kostet sogar bis zu 13,60 Euro.

500 Polizisten im Einsatz

Die Polizei dürfte froh sein, wenn weniger getrunken wird. Denn bei den im Rausch entstehenden Schlägereien stellten die Einsatzkräfte zuletzt eine erhebliche Brutalisierung fest. Bei 62 Schlägereien im vergangenen Jahr droschen die Beteiligten mit Maßkrügen aufeinander ein, zwei Menschen wurden lebensgefährlich verletzt. Die Polizei will deshalb diesmal frühzeitig einschreiten und Randalierer vorübergehend festnehmen.

Um die Zahl der Taschendiebstähle einzuschränken, erhielten Dutzende stadtbekannte Diebe zudem ein Verbot, die Wiesn zu betreten. Und um mögliche terroristische Anschläge etwa mit in die Menge rasende Autos auszuschließen, hat die Stadt knapp vier Millionen Euro in Poller investiert. Von den 211 Pollern sind 78 dynamisch und können hochgefahren werden, wenn eine Gefährdung angenommen wird - Hinweise auf eine Bedrohung haben die Ermittler aber keine. Insgesamt 500 Polizeibeamte werden auf und rund um die Theresienwiese im Einsatz sein.

Ausländer retten Bayerns Bierkultur

In diesem Jahr dauern die Wiesn bis zum 3. Oktober, einen Tag länger, weil der Montag mit dem Tag der Deutschen Einheit ein Feiertag ist. Rund sechs Millionen Besucher aus aller Welt werden erwartet, wobei das Verhältnis von Inländern zu Ausländer bei etwa 4:1 liegt. Das Wochenende am 24./25. September gilt wieder als "Italiener-Wochenende". Grund: Dann ist die Campingsaison in Italien beendet, die Mietpreise für Wohnmobile fallen und der Wiesn-Kurzurlaub wird erschwinglicher.

Der Kabarettist Django Asül aus Niederbayern sieht in Ausländern die Retter der bayerischen Bierkultur. "Nachdem der Bayer immer weniger Bier trinkt und manche Brauerei sonst in die Schieflage geriete, müssen wir froh sein, dass der Ausländer auf die Wiesn kommt und sich später zu Hause das bayerische Bier zu horrenden Exportpreisen kauft", sagte er dem Magazin "Playboy". Wenn ein Amerikaner eine echte bayerische Lederhose trage, hat Asül kein Problem damit. "Es wäre Kulturchauvinismus zu glauben: Was uns ausmacht, sollten nur wir haben." Er kann nicht nachvollziehen, dass sich mancher Bayer in seiner Identität bedroht fühle, wenn andere Tracht tragen: "Wenn ich meine Identität auf eine Hose gründe, dann bin ich eh arm dran."

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tib/DPA / DPA

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