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Sommerfrische in den Bergen: Urlaubsziel Bayern: "Auf dem Land blühe ich auf"

Sabrina Stadler liebt die Bewegung in der Natur und genießt den Klang von Kuhglocken, den Geruch von Holz und frisch gemähtem Gras. Das Sportmodel lebt in den Bayerischen Alpen, wo andere abseits der großen Touristenströme Urlaub machen.

Von Gunnar Herbst

Auf dem Mountainbike durch Bayerns Berge: die 28-jährige Sabrina Stadler

Auf dem Mountainbike durch Bayerns Berge: die 28-jährige Sabrina Stadler

Wenn Sabrina Stadler, 28, gewollt hätte, dann hätte sie in München Karriere machen können. An der Universität, im Gesundheitsmanagement oder als Unternehmensberaterin. Aber sie wollte nicht. Sie wollte lieber in die Berge ziehen und glücklich werden. Dafür verzichtet sie auf viel Geld.

Sabrina Stadler ist am Nordrand der Alpen aufgewachsen. In München studierte sie Sportwissenschaft. "Aber in der Großstadt stumpfe ich ab", sagt sie. "Auf dem Land blühe ich auf." Stadler zog zurück ins Haus ihrer Großeltern in Fischbachau. Dort lebt sie mit ihrem Freund und zwei Hunden. Vor dem Haus wölben sich die Berge zu lieblichen Hügeln auf, durchs Tal windet sich die Leitzach. Weiter im Süden sind die Berge höher, alpiner: die Aiplspitz, der Breitenstein, die Rotwand, das Karwendel.

Beim Wandern, Biken, Klettern

Heute ist Stadler selbständig. Sie arbeitet als Sportmodel oder als Projekt- und Event-Managerin. Wenn sie gebucht wird, muss sie reisen. Doch so oft es geht, zieht es Stadler zurück in die Berge. "Sie sind für mich Sehnsuchtsort und Abenteuerspielplatz, um mich auszupowern und meine Akkus aufzuladen", sagt sie. Beim Berggehen, Wandern, Biken, am liebsten aber beim Klettern. Sie empfinde das als Wohltat für Körper, Geist, Seele: die Bewegung in der Natur, dazu der Klang von Kuhglocken, der Geruch von Holz und frisch gemähtem Gras.

Abstand zur Welt im Tal: morgendliche Yoga-Übungen auf dem Schwarzenberg

Abstand zur Welt im Tal: morgendliche Yoga-Übungen auf dem Schwarzenberg

Im Frühling und im Herbst geht Sabrina Stadler oft früh morgens auf den Schwarzenberg und macht Yoga. "Ich genieße die Ruhe vor dem Arbeitstag, aber auch den Abstand zur Welt da unten." Denn die Berge seien auch das für sie: ein Lehrmeister. "Sie zeigen mir, wie klein und unwichtig ich bin. Und dass man sich und seine Probleme nicht so ernst nehmen sollte."

Im vergangenen Sommer hat Stadler zwei Monate auf der Baumgartenalm gearbeitet, auf 1400 Meter Höhe, zwischen Tegernsee und Schliersee. Danach hat sie erst einmal ihren Kleiderschrank ausgemistet. "In den Bergen habe ich gelernt, dass ich für den Stress, den ich empfinde, oft selbst verantwortlich bin. Die einzige Grenze ist die in deinem Kopf. Wenn du die überwindest, kannst du alles schaffen."

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