Chantilly Süßer die Pferde nie springen


"Warum hat man mir siebenmal Versailles gezeigt, aber niemals Chantilly?", fragte der amerikanische Präsident Nixon, als er das Lebende Pferdemuseum in Frankreich kennen lernte. Ein eleganter Ort, nicht nur zur Weihnachtszeit.
Von Caroline Werner

Das Lebende Pferdemuseum in Chantilly, 40 Kilometer nördlich von Paris gelegen, gilt als das größte und schönste seiner Art weltweit.30 Pferde verschiedener Rassen leben dort, werden trainiert und pädagogisch geschult, so dass der Besucher sowohl beim Pflegen als auch beim Training oder bei pädagogischen Dressurvorführungen dabei sein kann. Hier geht es um Präzision. Im Museumskleid eingekleidete Reiter erklären mit einfachen Worten, wie Pferde geritten werden und wie sie einfache wie komplizierte Bewegungen ausführen können. Mehr als zwei Dutzend Ausstellungssäle informieren zudem über verschiedene Aspekte der Pferdewelt: Anatomie, Mythologie, Kunst und Disziplinen.

Seit 22 Jahren stellt das Museum um die Weihnachtszeit ein Reitspektakel vor. Eine kostümierte Reitkomödie mit Nummern aus der Hohen Schule."Der Adler & der Vagabund" heißt die inszenierte Geschichte, die vom 26. November bis 2. Januar ins Nachbarland einlädt. Achtzehn Pferde und zehn Reiter verwandeln sich in einer theatralischen Vorstellung in Schauspieler, um eine Show aus Licht, Musik, Kostümen und Überraschungen zu präsentieren.

Unter einer hohen Kuppel (Le Dôme) des Museums, am Fuß eines gigantischen Weihnachtsbaumes, können die Besucher die Geschichte vom Adler und vom Vagabunden entdecken.

Und die geht so

Es ist der Abend vor Weihnachten...Héloïse flieht aus dem Königreich ihres Vaters. Prompt taucht ein erhabener Adler in den Lüften auf, der sich auf dem Handgelenk seines Meisters, einem jungen Vagabunden, niederlässt. Von nun an weiß die kleine Héloïse, dass ihr Schicksal in irgendeiner Weise in Verbindung mit diesem jungen Mann steht. Aber noch zweifelt sie an den gefährlichen Abenteuern, die sie erwarten...

Es ist ein Brauch seit vielen Jahren: Das Weihnachtsspektakel der Familie Bienaimé in Chantilly. Zu dieser Festlichkeit trägt nach eigenen Angaben jedes Mitglied seine Ideen bei und spielt sogar mit. Nichts soll dem Zufall überlassen werden, damit die Magie auch funktioniert.

Das Museum

Es befindet sich in den palastartigen Grandes Ecuries (Große Stallungen) der Fürsten von Condé in Chantilly. Chantilly wird auch als Hauptstadt des französischen Reitsports betitelt, die untrennbar mit der Pferdezucht verbunden ist. Als architektonisches Meisterwerk des 18. Jahrhunderts geltend, hat sich das Museum mittlerweile zu einer international anerkannten Institution entwickelt und öffnet die Türen für jährlich 150.000 Besucher, sowohl für Reiter als auch für Nichtkenner.


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