MALLORCA Boom auf das »17. Bundesland« ungebrochen

Trotz Busfahrerstreik und Touristensteuer: Der Mallorca-Boom ist ungebrochen. Auch in diesem Jahr werden über vier Millionen Deutsche ihren Urlaub am Ballermann verbringen. Warum?

Früher trug Mallorca den Spottnamen »Putzfraueninsel«. Anfang der 90er Jahre setzte dann ein radikaler Imagewechsel ein, und die Mittelmeer-Insel, die nur zwei Flugstunden von Deutschland entfernt liegt, war plötzlich »in«. Ob Ballermann- Fan oder Golf-Urlauber: Mallorca gilt nach wie vor als Lieblingsziel der Deutschen. Jährlich besuchen rund acht Millionen Touristen die Balearen-Insel im westlichen Mittelmeer, davon kommen ungefähr die Hälfte aus Deutschland.

Warum ausgerechnet Mallorca?

Es gibt viele Antworten: Pinienduft und Olivenhaine, wild-romantische Berge und das türkisblaue Mittelmeer. Wer Sehnsucht nach mediterranem Klima hat, kann die Insel von vielen deutschen Flughäfen aus bequem erreichen. Oft ist man schneller in Palma de Mallorca als auf Sylt, einen Flug gibt es schon für rund 250 Mark. Vielerorts heißt es: »Man spricht Deutsch«.

Qualität statt Quantität

Den Mallorquinern selbst - die Insel hat rund 586.000 Einwohner - wird ein ungewöhnliches Talent im Umgang mit Touristen bescheinigt. »Sie sind nett, aber nicht aufdringlich«, schrieb die spanische Zeitung »El Pais« einmal. Die Tourismusindustrie bemüht sich seit längerem um »Qualität statt Quantität«. 1997 wurde ein Baustopp für neue Hotels beschlossen. Auch die berüchtigte Strandbar »Ballermann«, an der mitunter Sangria aus Eimern getrunken wurde und Urlauber vor TV- Kameras den blanken Hintern zeigen, geriet in die Kritik.

Auch 2001 über acht Millionen Touristen

Zuletzt sorgten die Streiks der Busfahrer und die geplante Einführung einer Touristensteuer, die für den Umweltschutz verwendet werden soll, für Wirbel. Dieses Jahr ist die Zahl der Buchungen erneut zurückgegangen - unterm Strich wird für 2001 aber wieder mit knapp acht Millionen Touristen gerechnet.


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