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Pleite des Reiseveranstalters: Deutsche Thomas Cook sagt alle Reisen bis Ende 2019 ab

Thomas Cook ist pleite, dabei haben zehntausende Menschen eine Reise über eines der Tochterunternehmen gebucht. Die Entwicklungen im stern-Ticker. 

Der Name Thomas Cook steht an einem Schalter am Flughafen Düsseldorf

Der Name Thomas Cook steht an einem Schalter am Flughafen Düsseldorf

DPA

Thomas Cook ist pleite. Die Bemühungen um Rettung des angeschlagenen britischen Touristikkonzerns sind gescheitert. Ein entsprechender Insolvenzantrag vor Gericht sei bereits gestellt worden, teilte der zweitgrößte Reisekonzern Europas am Montagmorgen mit. Der Flugbetrieb wurde in Großbritannien mit sofortiger Wirkung eingestellt. Tausende Urlauber sitzen fest. Großbritanniens Regierung kündigte die größte Rückführungsaktion seit dem Zweiten Weltkrieg an, um die gestrandeten britischen Urlauber zurückzuholen.

Die Entwicklungen nach der Thomas-Cook-Pleite im Ticker: 

+++ 9. Oktober 2019: Deutsche Thomas Cook sagt alle Reisen im Jahr 2019 ab +++

Der insolvente deutsche Reiseveranstalter Thomas Cook hat alle Reisen bis einschließlich 31. Dezember abgesagt. Das gilt auch, wenn sie bereits teilweise oder gänzlich bezahlt wurden, teilte das Unternehmen am Mittwoch in Oberursel bei Frankfurt mit. "Wir bedauern sehr, dass wir diese Reisen absagen müssen, können aber deren Durchführung nicht gewährleisten", sagte Stefanie Berk, Vorsitzende der Geschäftsführung. Das Unternehmen arbeite mit Hochdruck daran, ab 1. Dezember 2019 wieder operativ tätig zu sein und dann auch Reisen ab dem Jahresbeginn 2020 wieder anbieten zu können.

Das Unternehmen, zu dem unter anderem Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen gehören, war in den Sog der Pleite des britischen Mutterkonzerns geraten. Drei deutsche Thomas-Cook-Gesellschaften stellten Insolvenzantrag.

+++ Versicherer will Hotels sofort anzahlen +++

Um Konflikte über die Bezahlung von Urlaubsunterkünften zu vermeiden, will die Zurich-Versicherung Thomas-Cook-Pauschaltouristen im Ausland zusätzlich unterstützen. Auf Basis der Buchungsinformationen und ohne Vorlage gesonderter Rechnungen sollen die Hotels in den Ferienorten jetzt 50 Prozent der ausstehenden Zahlungen erhalten, wie ein Unternehmenssprecher der Deutschen Presse-Agentur sagte. "Dies gilt sofort und unter der Voraussetzung, dass Thomas-Cook-Reisende von diesen Hotels ab sofort weder zur individuellen Zahlung von Hotelrechnungen aufgefordert oder anderweitig genötigt werden", sagte Sprecher Bernd Engelien.

Die Versicherung reagierte damit auf Berichte von Hotelgästen, die nach eigenen Angaben gezwungen worden waren, ihre Unterkünfte vor Ort selbst zu bezahlen. Einige musste demnach mehr als 1000 Euro auf den Tisch legen. Der Deutsche Reiseverband (DRV) und der Bundesverband der Verbraucherzentralen hatten dies scharf kritisiert.

Die Nachrichten vom Donnerstag, den 26. September 2019:

+++ Reiseverband kritisiert doppeltes Abkassieren von Gästen +++

Pauschalurlauber, die eine Reise bei Thomas Cook Deutschland gebucht haben, werden nach Angaben des Deutschen Reiseverbands (DRV) "vermehrt" gezwungen, ein weiteres Mal für ihren Hotelaufenthalt zu zahlen. "Die meisten Hotels verhalten sich sehr fair, aber es gibt leider auch andere Fälle, die völlig inakzeptabel sind", erklärte am Mittwoch DRV-Präsident Norbert Fiebig. Die Urlauber hätten ihren Reisepreis bezahlt. Es gebe keinen Grund, sie vor Ort festzuhalten.    

Fiebig verwies auf die Zusage des Insolvenzversicherers Zurich, die Kosten für die Hotels infolge der Insolvenz von Thomas Cook Deutschland zu übernehmen. Der DRV rief die betreffenden Hotelverbände und Fremdenverkehrsämter in den Urlaubsdestinationen "eindringlich" auf, diese Information an die Hotelbetreiber weiterzugeben. Das gelte für Pauschalreisende der Veranstalter Thomas Cook Deutschland, Neckermann Reisen, Öger Tours, Bucher Reisen, Thomas Cook Signature und Air Marin.     

Die Chefin von Thomas Cook Deutschland, Stefanie Berk, bestätigte, dass Hoteliers Urlauber um zusätzliche Zahlungen gebeten hätten. "Das ist sehr unbefriedigend", sagte sie der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" vom Donnerstag. "Wir haben uns gesetzeskonform mit einer Obergrenze von 110 Millionen Euro versichert. Das Geld wird ausreichen, um alle Kunden, die auf Reisen sind, nach Deutschland zurückzubringen", versicherte Berk. Die EU-Pauschalreiserichtlinie sehe vor, dass die Rückführung der Gäste Priorität genieße. 

+++ Vorläufiger Insolvenzverwalter für Thomas Cook in Deutschland bestellt +++ 

Der bekannte Insolvenzrechtsexperte Ottmar Hermann und weitere Juristen der Kanzlei Hermann Wienberg Wilhelm (HWW) sind zu vorläufigen Insolvenzverwaltern der deutschen Thomas-Cook-Reiseveranstalter bestellt worden. Das teilte das Amtsgericht in Bad Homburg am Donnerstag auf Anfrage mit. 

Hermann war unter anderem Insolvenzverwalter des Cabrio-Herstellers Karmann und des Baukonzerns Philipp Holzmann. Weitere vorläufige Insolvenzverwalter sind Julia Kappel-Gnirs und Fabio Algari aus der Kanzlei HWW mit Sitz in Frankfurt.

Die Nachrichten vom Mittwoch, den 25. September 2019: 

+++ Deutsche Thomas Cook hofft auf 375 Millionen Euro vom Staat +++

Die deutsche Tochter von Thomas Cook hat beim Bund einen staatlichen Überbrückungskredit in Höhe von 375 Millionen Euro beantragt. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Mittwoch aus Koalitionskreisen. Die Prüfung laufe.

Eine Sprecherin des Wirtschaftsministeriums sagte, sie könne die Zahl nicht bestätigen. Jeder Einzelfall sei einzeln zu betrachten. Der Antrag von Thomas Cook Deutschland sei getrennt zu betrachten vom Ferienflieger Condor.

Eine Sprecherin der Thomas Cook GmbH in Oberursel bei Frankfurt hatte am Montag gesagt, das Unternehmen habe einen Überbrückungskredit beim Bund beantragt. Der Ferienflieger Condor, ebenfalls eine Tochter des insolventen britischen Reisekonzerns Thomas Cook, hatte am Dienstagabend die Zusage über eine staatlichen Überbrückungskredit von 380 Millionen Euro erhalten.

+++ Deutsche Thomas Cook stellt Insolvenzantrag +++

Nach dem britischen Reisekonzern Thomas Cook hat auch die deutsche Tochter-GmbH Insolvenz angemeldet. Der deutsche Veranstalter mit den Marken Neckermann Reisen, Öger Tours und Bucher Reisen sei zu diesem Schritt "gezwungen", um sich aus den "finanziellen Verflechtungen und Haftungsverhältnissen" mit dem insolventen Mutterkonzern lösen zu können, erklärte die Thomas Cook GmbH. Der britische Konzern hatte in der Nacht zum Montag Insolvenz angemeldet.

Fliegt seit 1956: Ferienflieger Condor: Ab in die Sonne düsen
Die Maschine auf dem Flugfeld

Der Beginn: Mit einer Vickers Viking ging es am 29. März 1956 zum Erstflug ins Heilige Land, eine Pilgerreise zu Ostern von Frankfurt nach Beirut , Damaskus, Jerusalem, Luxor und Kairo

Die Nachrichten vom Dienstag, den 24. September 2019: 

+++ Staat will Condor mit Überbrückungskredit helfen +++

Der Staat will dem Ferienflieger Condor nach der Insolvenz der Muttergesellschaft Thomas Cook mit einem Überbrückungskredit helfen. Diese Grundsatzentscheidung haben die zuständigen Ministerien getroffen, wie die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagabend aus Verhandlungskreisen erfuhr. Im Gespräch ist ein Kredit mit einem Volumen von 380 Millionen Euro. Neben der Bundesregierung soll auch das Land Hessen mit dabei sein.

Die hessische Landesregierung hatte Unterstützung für Condor in Aussicht gestellt. Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) hatte am Dienstag zur Höhe eines möglichen Überbrückungskredits dem Hessischen Rundfunk gesagt: "Wir haben ein bewährtes Verfahren in solchen Konstruktionen. Der Bund nimmt die Hälfte und die betroffenen Länder nehmen die andere Hälfte. Da Condor ja ein hessisches Unternehmen ist, wäre die andere Hälfte für das Land Hessen."

+++ Deutsche Thomas-Cook-Kunden können Reisen weiterhin nicht antreten +++

Kunden der deutschen Tochter des insolventen britischen Touristikkonzerns Thomas Cook können auch am 25. und 26. September ihre Reisen nicht antreten. Das sagte ein Sprecher der Thomas Cook GmbH auf Anfrage. Sie werden den Angaben zufolge weder von Airline noch Hotel als Gast akzeptiert. Nach Hause fliegen können Pauschalreisegäste nach Angaben von Airlines wie geplant. Bereits am Montag und Dienstag konnten Kunden, die mit der deutschen Thomas Cook gebucht hatten, nicht zur ihrem Urlaubsziel starten. Der Verkauf von neuen Reisen bleibt gestoppt. Die Tochter mit den Marken Thomas Cook, Neckermann, Öger Tours, Air Marin und Bucher Reisen ist nicht insolvent und führt derzeit Gespräche auf allen Ebenen.

+++ Auch Tui-Kunden zum Teil von Thomas-Cook-Pleite betroffen +++

Die Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook trifft in Großbritannien auch Kunden des Hauptkonkurrenten Tui. Tui-Urlauber aus dem Land, die bis 31. Oktober auf Flüge mit Thomas Cook Airlines gebucht waren, könnten ihre Reise nicht antreten, sagte ein Tui-Sprecher in Hannover. Für bereits verreiste Kunden, deren Flüge wegen der Insolvenz ausfallen, würden Ersatzflüge angeboten. Tui-Kunden könnten weiterhin mit der deutschen Fluglinie Condor fliegen, so der Sprecher. Condor hofft weiterhin auf einen Überbrückungskredit der Bundesregierung.

+++ Condor: Alle Flüge gehen wie geplant +++

Der deutsche Ferienflieger Condor hält seinen Betrieb weiter aufrecht. Alle Flüge würden wie geplant durchgeführt, sagte ein Unternehmenssprecher. Spezielle Teams beantworteten an den Flughäfen die Fragen der Passagiere. Gleichzeitig rede das Management mit allen Lieferanten und Partnerunternehmen, um seine Maschinen weiter in der Luft zu halten. Wegen der Insolvenz des Mutterkonzerns Thomas Cook hatte Condor einen Überbrückungskredit bei der Bundesregierung beantragt. Darüber ist aber noch nicht entschieden. Noch ist auch offen, ob es einen Investor gibt, der die Gesellschaft mit ihren 4900 Beschäftigten möglicherweise von Thomas Cook übernehmen könnte.

+++ Thomas Cook Skandinavien will Flugbetrieb wieder aufnehmen +++

Trotz der Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook sollen die Flüge der Tochtergesellschaft Thomas Cook Airlines Scandinavia am Dienstag wieder aufgenommen werden. Das teilte die Thomas-Cook-Tochter Ving in Norwegen und Schweden mit. Auch andere skandinavische Töchter der Thomas Cook Gruppe, darunter Tjaereborg, Globetrotter und Spies - würden den Betrieb fortsetzen, hieß es weiter. Weil sie unabhängige und profitable Teile der Gruppe seien, könnten sie "mit Hilfe unserer Banken, Gläubiger und Bürgen den Betrieb fortsetzen", sagte der Geschäftsführer von Thoma Cook Nordeuropa, Magnus Wikner. 


Die Nachrichten vom Montag, den 23. September 2019: 

+++ Mallorca-Hoteliers machen sich nach Thomas-Cook-Pleite "große Sorgen"

Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat die Tourismusbranche auf Mallorca in Aufruhr versetzt. Die Konsequenzen der Pleite für die spanische Urlaubsinsel seien "von einer bisher nie dagewesenen Dimension", sagte die Präsidentin des Hotelierverbandes FEHM, Maria Frontera, vor Journalisten in Palma. Frontera sprach von einem "harten Schlag" und erklärte: "Wir sind noch dabei, die Konsequenzen für die Zukunft des Sektors zu evaluieren. Aber es gibt in der Branche große Sorgen."

Auf einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz sagte die Verbandschefin, es gehe nun zunächst darum, dabei zu helfen, dass die Rückkehr der betroffenen Touristen in die jeweiligen Heimatländer "so wenig traumatisch wie möglich gestaltet" werde. Nach Medienberichten warteten am Montagabend auf dem Flughafen Son Sant Joan in Palma de Mallorca zwischen 1500 und 2000 von der Pleite betroffene Touristen auf Ersatzflüge, die sie nach Hause bringen sollten. Die Lage war am Flughafen aber ruhig.

+++ Türkei legt nach Thomas-Cook-Pleite Millionenpaket auf +++

Die Türkei hat nach der Thomas-Cook-Pleite ein millionenschweres Kreditpaket angekündigt, um die von der Insolvenz betroffenen einheimischen Firmen zu unterstützen. Tourismusminister Mehmet Nuri Ersoy sagte am Montag, dass das Kreditpaket 50 Millionen Euro umfassen werde. Die Küstenregionen um Antalya, Bodrum und Dalaman gehörten zu den Topzielen des britischen Reiseanbieters, der in der Nacht zu Montag Insolvenz anmelden musste.

Laut Ersoy befinden sich derzeit 21.000 britische Urlauber mit Thomas Cook in der Türkei. Sie sollen in den kommenden Wochen nach Hause gebracht werden. Sollten auch die deutschen Tochterfirmen von Thomas Cook in Insolvenz gehen, könnte sich die Zahl der auf Hilfe bei der Rückkehr angewiesenen Urlauber um weitere 20.000 erhöhen. Insgesamt sind demnach 80.000 Touristen mit den verschiedenen Tochterfirmen in der Türkei.

"Unsere Priorität ist es, dass die ausländischen Gäste hier ohne zu große Unannehmlichkeiten nach Hause zurückkehren können", sagte Ersoy. Er warnte, türkischen Hotels drohten Strafen, sollten sie von britischen Thomas-Cook-Kunden zusätzliches Geld verlangen. Er verwies darauf, dass britische Pauschalurlauber durch die Air Travel Organiser's Licence (ATOL) abgesichert seien.

+++ Bund der Steuerzahler lehnt staatliche Hilfen für Condor ab +++

Der Bund der Steuerzahler hat sich gegen staatliche Hilfen für den Ferienflieger Condor im Zuge der Thomas-Cook-Pleite gewandt. "Wir müssen aufpassen, dass der Steuerzahler hier nicht zu einer Art letzter Instanz der Versicherung wird", sagte der Präsident des Steuerzahlerbunds, Reiner Holznagel. "Der Staat ist nur aufgerufen zu helfen, wenn wirklich Gefahr im Verzug ist oder Menschen in Not sind", so Holznagel. "Das sehe ich hier nicht." Er halte es für "viel zu früh", bereits jetzt über Liquiditätshilfen zu sprechen. Die britische Regierung habe sich gegen eine staatliche Finanzspritze

+++ 50.000 Thomas-Cook-Kunden stecken nach Pleite in Griechenland fest +++

Nach der plötzlichen Insolvenz des britischen Reiseunternehmens Thomas Cook stecken rund 50.000 Urlauber in Griechenland fest. Wie das griechische Tourismusministerium am Montag mitteilte, sollen in den kommenden drei Tagen 22.000 Touristen nach Hause zurückgebracht werden. Demnach hat der Prozess bereits begonnen, die ersten 15 Flugzeuge landeten auf den Urlaubsinseln Zakynthos, Korfu und Kos.

+++ Die "Operation Matterhorn" ist angelaufen +++

"Die größte Rückführungsaktion des Vereinigten Königreichs in Friedenszeiten ist angelaufen", sagte Großbritanniens Transportminister Shapps. Zehntausende von im Ausland gestrandete Urlauber werden vom Staat in gecharterten Maschine nach Hause geflogen. Als eines der ersten Flugzeuge ist eine Boeing 747-400 von Atlas Air von New Yorker Kennedy-Flughafen nach Manchester unterwegs. Die Jumbojet mit Platz für bis zu 528 Passagiere wird gegen 15 Uhr Ortszeit in Manchester erwartet.

Ein Charterflug mit gestrandeten Kunden von Thomas Cook ist auf dem Wege vom JFK Airport nach Großbritannien

Ein Charterflug mit gestrandeten Kunden von Thomas Cook ist auf dem Wege vom JFK Airport nach Großbritannien

+++ 12.10 Uhr: Letzter Thomas-Cook-Flieger in Manchester gelandet +++

Der letzte Flug des insolventen Reisekonzerns Thomas Cook ist in Manchester gelandet. Dies bestätigte der Flughafen Manchester am Montag. Passagiere berichteten von emotionalen Szenen an Bord. "Die Besatzung wusste bis zur Landung nicht, was passiert. Einige haben geweint", sagte ein Reisender am Montag dem Sender Sky News. Die Crew habe sich aber bis zuletzt äußerst professionell verhalten. Die Maschine war am Vorabend in Orlando im US-Staat Florida gestartet, kurz bevor Thomas Cook den Betrieb einstellte.

+++ 12.04 Uhr: Lufthansa hat kein Interesse an Thomas Cook +++

Die Lufthansa hat kein Interesse an einer Übernahme des Insolventen britischen Reisekonzerns Thomas Cook. "Es gibt keine Pläne der Lufthansa, in das Reiseveranstaltergeschäft einzusteigen, und daher gibt es auch kein Interesse an Thomas Cook", erklärte der Konzern auf eine Anfrage der "Welt". Die Frage, ob die Lufthansa womöglich bei der deutschen Thomas-Cook-Tochter Condor einsteigen könnte, ließ das Unternehmen offen.

+++ 11.51 Uhr: Passagiere von Thomas Cooks Tochterunternehmen dürfen Flüge nicht antreten +++ 

Passagiere von Tochterunternehmen des insolventen Reiseveranstalters Thomas Cook sind am Montagmorgen am Düsseldorfer Flughafen nicht zu ihren Reisezielen befördert worden und haben darauf verärgert und schockiert reagiert. "Mir geht's beschissen. Warum fliegen wir nicht?", sagte der Kölner Dieter Lenzen, der am Montag zusammen mit seiner Partnerin nach Fuerteventura wollte. "Wir wurden aus der Schlange gezogen. Wir fliegen nicht. Heute und morgen auf keinen Fall. Das war's mit dem Urlaub." Andere Reisende konnten fliegen, die über Unternehmen außerhalb des Thomas-Cook-Konzerns gebucht hatten.

+++ 11.40 Uhr: Erste Flieger für Thomas-Cook-Touristen auf Kos, Korfu, Zakynthos +++

Erste Thomas-Cook-Urlauber auf den griechischen Ferieninseln Kos, Korfu und Zakynthos können bald abreisen. Die ersten 15 Flugzeuge für die Menschen seien organisiert, teilte das griechische Tourismusministerium mit. In den kommenden drei Tagen sollen demnach rund 22.000 Touristen zurückgeholt werden. Insgesamt seien in Griechenland rund 50.000 Touristen von der Insolvenz des Reise-Konzerns betroffen.

+++ 11.38 Uhr: Condor will von Bundesregierung wohl Hilfen von 200 Millionen Euro +++

Die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor will von der Bundesregierung einen Überbrückungskredit von rund 200 Millionen Euro. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Montag aus Regierungskreisen. Dieses "Unterstützungsersuchen" werde derzeit intensiv geprüft. Condor hatte erklärt, einen staatlich verbürgten Überbrückungskredit beantragt zu haben, um "Liquiditätsengpässe" zu verhindern. Thomas Cook hatte zuvor einen Insolvenzantrag gestellt.

Video: Altmaier zu Thomas-Cook-Pleite - Müssen helfen, Arbeitsplätze zu erhalten

+++ 11.07 Uhr: Reisebüro-Verband warnt nach Thomas-Cook-Pleite vor Geldausfällen für Urlauber +++

Nach der Pleite des Tourismuskonzerns Thomas Cook hat der Verband unabhängiger selbstständiger Reisebüros (VUSR) vor hohen Geldausfällen für Kunden des Konzerns gewarnt. Die gesetzliche Haftung für Pauschalreisen sei auf insgesamt höchstens 110 Millionen Euro beschränkt und reiche bei Weitem nicht aus, sagte die Verbandsvorsitzende Marija Linnhoff. Der Verband habe wegen der sich ankündigenden Pleite bereits im August Hochrechnungen gemacht, wieviel Geld nötig wäre, um die Ansprüche der Kunden zu tilgen. Nach diesen Hochrechnungen seien vermutlich 300 bis 400 Millionen Euro nötig, um geplatzte Pauschalreisen zu ersetzen. "Jetzt wird es schwierig, wenn die Kunden Geld haben wollen", sagte Linnhoff.

+++ 10.52 Uhr: Türkei stellt nach Thomas-Cook-Pleite Kreditpaket in Aussicht +++

Nach der Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook hat das türkische Tourismusministerium ein Unterstützungspaket für betroffene heimische Unternehmen in Aussicht gestellt. Das Paket werde "in kürzester Zeit" verabschiedet, teilte das Ministerium in Ankara via Twitter mit. Details wurden zunächst nicht genannt. In der Türkei seien 21.033 Reisende mit Thomas Cook England untergekommen, hieß es weiter. Hotels dürften keine Zahlungen von Gästen verlangen oder sie dazu auffordern, ihre Zimmer zu räumen, sonst drohten ihnen gerichtliche Konsequenzen. Die Zahlungen von Reisenden, die bis 22. September eine Unterkunft gebucht hatten, seien abgesichert.

+++ 9.50 Uhr: Condor darf Thomas-Cook-Urlauber nicht zu ihrem Reiseziel bringen +++

Die deutsche Thomas-Cook-Tochter Condor darf aus rechtlichen Gründen Urlauber, die mit Thomas-Cook-Veranstaltern gebucht haben, nicht mehr an ihr Reiseziel bringen. Die deutsche Thomas Cook hatte nach der Insolvenz der britischen Mutter mitgeteilt, man könne nicht gewährleisten, dass gebuchte Reisen mit Abreisedatum 23. und 24. September stattfinden. "Wir dürfen Sie daher für Ihren Flug nicht annehmen, was uns außerordentlich leid tut", teilte Condor am Montag mit. Den Flugbetrieb hält der Ferienflieger aber aufrecht.

+++ 9.45 Uhr: Pilotengewerkschaft: Thomas-Cook-Mitarbeitern "in Rücken gestochen" +++

Nach der Pleite des britischen Reisekonzerns Thomas Cook hat die Pilotengewerkschaft Balpa schwere Vorwürfe gegen die britische Regierung erhoben. Während es für die Rückholaktion betroffener Urlauber detaillierte Pläne gebe, "wurde der Belegschaft ohne Zögern in den Rücken gestochen", hieß es in einer Mitteilung vom Montag. Von der Insolvenz sind weltweit etwa 21.000 Beschäftigte betroffen, davon rund 9000 in Großbritannien.

+++ 9.28 Uhr: 140.000 Reisende mit deutschen Thomas-Cook-Veranstaltern im Urlaub +++

Derzeit sind 140.000 Touristen mit deutschen Reiseveranstaltern von Thomas Cook im Urlaub. Zudem seien "für Reisen mit Abreisen heute und morgen rund 21.000 Gäste gebucht", teilte die Thomas Cook GmbH mit Sitz in Oberursel am Montag auf Nachfrage mit. Die deutschen Veranstaltertöchter, zu denen Marken wie Neckermann Reisen, Bucher Last Minute, Öger Tours, Air Marin und Thomas Cook Signature gehören, haben den Verkauf von Reisen nach eigenen Angaben komplett gestoppt.

+++ 9.08 Uhr: Pleite von Thomas Cook "Erdbeben Stärke 7" für griechischen Tourismus +++

Die Insolvenz des britischen Reisekonzerns Thomas Cook schockiert den griechischen Tourismussektor. "Das ist ein Erdbeben der Stärke 7, und der Tsunami kommt erst noch", sagte am Montag der Präsident des kretischen Tourismusverbands, Michalis Vlatakis, griechischen Medien. So hätten auf Kreta rund 70 Prozent aller Tourismusunternehmen Verträge mit dem Reise-Riesen. Allein 2019 habe Thomas Cook gut 400.000 Besucher nach Kreta gebracht. "Derzeit sind noch etwa 20.000 da", sagte Vlatakis. Nun gelte es, diese Kunden bestmöglich zu versorgen, damit sie Kreta auch künftig treu blieben.

+++ 4.02 Uhr: Reisekonzern Thomas Cook meldet Insolvenz an +++

Der britische Reisekonzern Thomas Cook hat sich für insolvent erklärt. Trotz "beträchtlicher Bemühungen" bei Gesprächen über eine Rettung des 178 Jahre alten Traditionsunternehmens sei keine Einigung erzielt worden, teilte das Unternehmen am Montag mit. Der Verwaltungsrat habe deshalb beschlossen, dass "er keine andere Wahl habe, als mit sofortiger Wirkung Schritte zur Zwangsauflösung" einzuleiten, hieß es weiter.

ivi / AFP / DPA
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