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Spanier Carlos Soria Der 81-Jährige, der auf die Berge stieg und bestand

Carlos Soria hat elf der 14 höchsten Berge der Welt nach seinem 60. Geburtstag erklimmt
Der Spanier Carlos Soria hat elf der 14 höchsten Berge der Welt nach seinem 60. Geburtstag erklimmt. Abgebildet ist er 2014 mit 75 Jahren.
© Bbva / Picture Alliance
Carlos Soria will dieses Jahr zwei 8000er-Berge besteigen und dann der älteste Mensch sein, der die 14 höchsten Gipfel der Welt erklommen hat. Mit 81 Jahren spürt er zwar langsam die Auswirkungen seines Alters, doch das soll ihn nicht aufhalten.

Eigentlich wollte Carlos Soria schon letztes Jahr sein Ziel erreicht haben. Aber wie so vielen Menschen weltweit hat auch dem 81-jährigen Spanier die Corona-Pandemie einen Strich durch die Rechnung gemacht. Nun will Soria eben dieses Jahr die letzten beiden verbleibenden Gipfel auf seiner Liste erklimmen. Dann wäre er der älteste Mensch der Welt, der die 14 höchsten Berge bestiegen hat. 

Im Frühling will Soria den Berg Dhaulagiri in Nepal besteigen, wie er der britischen BBC verrät. Im Herbst steht dann die Besteigung des Shishapangma in Tibet an. Beide Berge sind höher als 8000 Meter und sind die letzten beiden auf der 14er-Liste, die es zu bezwingen gilt. Soria hat sein ganzes Leben geklettert, aber die Leidenschaft ist im hohen Alter nochmal richtig entflammt: Elf der höchsten Gipfel hat er erst nach seinem 60. Geburtstag bestiegen. 

Carlos Soria bereitet sich auf Besteigungen vor

Im Moment bereitet sich der 81-Jährige in Madrid unter Corona-Bedingungen auf seine anstehenden Besteigungen vor. Im Gebirge um Madrid trainiert er ebenso wie in einem improvisierten Fitness-Studio hinter seinem Haus. Mit Gewichten und einem Ergometer hält er sich dort fit, an einer kleinen Kletterwand übt er mit seinen Eispickeln.

Die Corona-Pandemie ist auch an Soria nicht spurlos vorübergegangen. Auf den Gipfeln möchte er Blumen niederlegen im Andenken an die vielen Verstorbenen weltweit. "Ich will den Menschen in meinem Alter Tribut zollen, die an dem Virus gestorben sind oder voll der Angst in Altersheimen leben", sagt er der BBC. 

Stolz, dass er nie gerettet werden musste

Soria kümmert sich gerade um die Finanzierung seiner nächsten beiden Expeditionen und hofft, dass ihm diese Reisen trotz der Pandemie bald möglich sein werden. Ungeachtet seines fortgeschrittenen Alters und einem künstlichen Knie, so sagt er, mache ihm seine körperliche Fitness noch keine größeren Probleme. "Ich habe ein bisschen Stabilität in meinen Beinen verloren, etwas Stärke und ein bisschen mentale Schärfe", sagt er. "Aber wenn ich im Himalaya bin, fühle ich mich nie wie der alte Typ, der guckt, ob er es überhaupt schafft."

Ich kann kaum noch. Eigentlich hatte ich mich für sportlich gehalten. Doch die dünne Luft treibt mich an meine Grenzen. Wir sind jetzt gut über 3000 Meter hoch. Ich kann mich nur noch wie in Zeitlupe bewegen, selbst meine Gedanken erscheinen mir langsam. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so fertig gewesen zu sein.

Von all seinen Rekorden sei er am stolzesten darauf, dass er niemals schwere Erfrierungen davongetragen habe und dass er niemals habe gerettet werden müssen. "Ich bin jeden Berg rauf und runter auf meinen eigenen Füßen gekommen."

Soria sieht sich auch als Motivator für andere Menschen in seiner Altersklasse. "Ältere denken oft, es sei nun Game Over für sie. Sie sagen Dinge wie: Tja, ich bin leider schon 70." Aber das sollten diese nicht tun, findet er. "Was soll's? das ist ein wunderbares Alter!"

Quellen:  BBC / Facebook

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