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Dubai: Deutschland für 24 Millionen Euro

Die arabische High-Tech-Metropole am Persischen Golf hat es Luxus-Touristen an nichts fehlen lassen - bis auf Sandstrände. Das hat den regierenden Emir Dubais buchstäblich auf die Palme gebracht.

Wer lernen will, wie man einen luftigen Lifestyle-Traum in Rekordzeit in klingende Münze verwandelt, für den ist das Golf-Emirat Dubai derzeit die erste Adresse. Denn vor der Küste der am schnellsten wachsenden Metropole der arabischen Welt entstehen im sanft plätschernden Wasser des Persischen Golfs riesige künstliche Inselgruppen mit Luxusimmobilien. Diese Villen mit Privatstrand ziehen sowohl seriöse Investoren als auch den verwöhnten Jet-Set und biedere Unternehmer mit dicken Geldbeuteln magisch an.

Promis ziehen andere Promis nach

Dabei bekamen die Käufer, die innerhalb von drei Wochen alle Villen und Ferienwohnungen auf den ersten in Form einer Dattelpalme gruppierten Inseln kauften, zunächst nur türkisfarbenes Wasser, feinen weißen Sand und edle Hochglanzbroschüren zu sehen. Doch die Botschaft vom exklusiven, ruhigen Zuhause in einem Land mit Sonnengarantie überzeugte viele. Auch Gerüchte darüber, welche Millionäre aus Sport und Showgeschäft hier angeblich ihr Geld in den künstlich aufgeschütteten Sand setzen wollen, schadeten nicht, selbst wenn David Beckham, Boris Becker und andere hier letztlich doch nicht einziehen sollten. "Nachdem das Gerücht aufgekommen war, dass Beckham hier eine Villa geschenkt bekommen haben soll, meldeten sich plötzlich auch Prominente aus Deutschland, die sagten, sie würden ein solches Geschenk gerne annehmen - aber da wurde natürlich nichts draus", erzählt ein Immobilienexperte amüsiert. Dabei wussten viele Interessenten vor fünf Jahren nicht einmal genau, wo die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) liegen.

Erster möglicher Einzugstermin: 2006

"Die Asiaten und Araber waren zuerst da. Die Europäer warten lieber ab und kaufen erst, wenn alles fertig ist, auch wenn die Preise dann höher sind", erklärt Christof Birkhofer vom deutschen Maklerhaus Engels & Völkers. Nach dem Erfolg mit der ersten Inselgruppe "The Palm Jumairah" hat die Dubaier Firma al Nakheel nachgelegt. An einer zweiten Palme und einer Inselgruppe in Form einer Weltkarte wird schon gebaut. Vor einigen Tagen hat al Nakheel nun den Bau einer dritten Palme im Stadtteil al Deira angekündigt. Dabei ist selbst auf Palme Nummer Eins, auf der die Hausbesitzer von Anfang 2006 an einziehen sollen, bislang noch nichts zu sehen außer ein paar Villen im Rohbau und einem Schiff, aus dessen Bauch ohne Unterlass Sand quillt. Auf diesem Sand, der mit Felsblöcken stabilisiert wird, sollen später weitere Häuser, Gärten, Hotels und Freizeiteinrichtungen stehen.Billig sind die Immobilien schon wegen der Kosten für die Landgewinnung nicht, auch wenn die Bauarbeiter aus Asien keine hohen Löhne erhalten. Auf der zweiten Palme kostet ein so genanntes Gartenheim rund 2,86 Millionen Dirham (590.000 Euro).

Insel "Deutschland" kostet 24 Millionen Euro

An ein noch exklusiveres Publikum als die Palmeninseln, die durch Brücken mit dem Festland verbunden sein werden, wendet sich das Weltkarten-Projekt "The World", dessen 300 Inseln man nur per Boot oder Hubschrauber erreichen kann. "Der Verkauf läuft noch etwas schleppend", erklärt Birkhofer. Die Insel "Deutschland", die 24 Millionen Euro kosten soll, sei noch zu haben. Die "arabischen" Inseln sind dagegen schon zum Großteil verkauft, da einige reiche Araber der Versuchung nicht widerstehen konnten, über Nacht zum "Besitzer" von "Kuwait" oder "Oman" zu werden."Zu uns kommen ganz verschiedene Interessenten: Familien, die ein Heim in sicherer Umgebung suchen, Firmen, die Großprojekte planen und Berühmtheiten, die in die richtige Adresse investieren", erklärt Manal Schahin, Projektmanagerin bei al Nakheel. Dass in dem Wüstenstaat im Sommer oft Dampfsauna-Klima herrscht, ficht keinen an. Hier gilt das Motto: "Weshalb beklagen, was ich künstlich bewässern und lautlos klimatisieren kann".

DPA / DPA

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