Nightlife Clubben in der Club Street


Spaß haben? Ist in Singapur entgegen mancher Vorurteile ganz und gar nicht verboten. In den Nightlife Districts reiht sich Club an Club, Bar an Bar, Lounge an Lounge. stern.de taucht ein ins Nachtleben am Äquator.
Von Helge Bendl

Wo hingehen? Selbst in einem kleinen Land wie Singapur hat man am Wochenende die Qual der Wahl. Da ist es gut, dass die Wege nie weit sind: Wer Bar- oder Club-Hoppen will kann meist zu Fuß gehen. Denn die meisten angesagten Nightlife-Locations gruppieren sich um den Singapore River. Da gibt es am Robertson Quay das Design-Hotel Gallery mit gleich vier Bars, Clubs und Lounges - je nach Geschmack kann man in der Sound Bar zu Café del Mar relaxen oder im Liquid Room den in Europa schon fast ausgestorbenen Rave wieder aufleben lassen. In der nahen Mohammed Sultan Road wärmen sich Clubber bei "Madame Wong's" mit ein paar Flaschen "Tiger"-Beer auf für die Nacht - auf der gegenüberliegenden Seite ist die Schlange vor dem Club "Dbl O" (sprich: Double O) nicht zu übersehen. Einen kurzen Spaziergang entfernt wartet die Club Street, die tatsächlich so heißt - auch wenn man hier eher entspannt ein Glas Chardonnay trinkt und am Ende in einer der Rock-Kneipen landet.

Beckham tanzte auch schon hier

Die meisten Nachtschwärmer zieht es aber in die restaurierten Warenlager am Clarke Quay. "Zouk" war lange Zeit das Synonym für Tanzen in Singapur, selbst David Beckham hat schon den Weg hierher gefunden, und gerade hat der Club nach einer aufwändigen Renovierung im vergangenen Herbst neu eröffnet. Leuchtschrift-Wände zieren hier den Club "Phuture" und die Toiletten sind in Hundertwasser-Manier gestaltet (auch wenn man nachts dafür keinen Blick haben wird). Am Wochenende, besonders am Freitag, muss man sich auf längere Wartezeiten einstellen - außer man ist Mitglied oder kennt jemanden, der ein Mitglied kennt. Wie überall gilt auch in Singapur: Wer in Plattenläden nach Flyern Ausschau hält oder eines der kostenlosen Lifestyle-Magazine durchblättert ist am besten informiert, wo gerade welche Party steigt.

3000 Menschen im Tanzfieber

Und als wäre das alles noch nicht groß genug hat im Dezember "Ministry of Sound" (MOS) an Singapurs Clarke Quay eröffnet, weit größer als das britische Vorbild - 3000 Menschen sollen hier Platz finden. In der großen Arena legen die DJs mittwochs bis sonntags den von MOS geprägten House-Stil auf, kleinere Räume wie "54" und "Smoove" widmen sich Disco, Hip-Hop oder R & B. Dabei halten sich die Preise noch im Rahmen: 10 bis 15 Euro kostet der Eintritt, enthalten sind auch zwei Freigetränke. Überteuert ist keiner der Clubs im Stadtstaat, und das passt zur Vision der Regierung, die gerne noch mehr Party People locken möchte. Das vermeintlich prüde Singapur soll einmal das werden, was noch vor ein paar Jahren niemand für möglich gehalten hätte: die Entertainment-Hauptstadt Südostasiens.


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