Qantas Computer-Panne ließ Airbus absacken

Die 303 Passagiere hatten Todesangst. Nicht plötzlich aufgetretene Turbulenzen, sondern eine Computerpanne hat vergangene Woche den rapiden Höhenverlust einer Qantas-Maschine auf dem Weg nach Australien verursacht.

Am 7. Oktober war der Airbus A330 ohne Vorwarnung innerhalb von Sekunden mit der Spitze nach unten gestürzt, ehe sie sich wieder fing. An Bord des Fluges QF72 von Singapur nach Perth befanden sich 303 Reisende und zehn Besatzungsmitglieder. 46 Passagiere waren teils an die Decke geschleudert oder von umher fliegenden Gepäckstücken verletzt worden. Der Pilot steuerte zur Notlandung einen abgelegenen Militärflughafen an der Westküste Australiens an.

Ein Passagier schätzte, dass die Maschine innerhalb von zehn Sekunden 2000 Meter absackte. Das sei völlig ohne Vorwarnung passiert, berichtete Mark Bell in einem Interview. "Wir sahen den armen Jungen neben uns, wie er an die Decke gerissen wurde und dort drei Sekunden hing, bevor sein Vater ihn zurück in seinen Sitz zog." Der Brite Keith Burns verglich den Zwischenfall mit dem Gefühl in einem Freifall-Simulator im Vergnügungspark. "Die Kabine sah anschließend aus, als sei ein Hurrikan durchgezogen, wie ein Kriegsschauplatz", berichtete er. Viele Passagiere hätten in Panik geschrien.

Am Dienstag teilte die australische Transportsicherheitsbehörde (ATSB) mit, das der Flugdatencomputer (air data computer) fehlerhafte Informationen an das Cockpit-Informationssystem für den Piloten (flight control computer) geschickt habe. Deshalb seien alle Fluggesellschaften, die Airbus-Maschinen vom Typ A330 fliegen, alarmiert worden.

DPA

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