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48 Stunden Sydney: Entspannen in der Traumstadt

Ein Sydney-Besuch muss nicht am Opernhaus beginnen. Harald Braun empfiehlt zur Einstimmung strandnahe Orte der lässigen Lebensfreude Sydneys.

Von Harald Braun

Wo für die meisten Australien-Besucher die Reise durch den fünften Kontinent beginnt: in Sydney.

Wo für die meisten Australien-Besucher die Reise durch den fünften Kontinent beginnt: in Sydney.

Vergessen wir Bill Bryson. Der wohl amüsanteste Reiseschriftsteller der Welt hat in seinem Buch "Frühstück mit Kängurus" behauptet, in Sydney einen der großartigsten Plätze der Erde gefunden zu haben: "Die Welt hat nicht viele feinere Plätze zu bieten als den Circular Quay in Sydney bei Sommerwetter." Das mag stimmen, doch es ist trotzdem keine gute Idee, nach der Ankunft in Sydney sofort zur Harbour Bridge zu hasten und sich vor dem Circular Quai die Oper anzusehen. Das wäre ungefähr das Gleiche, als wenn man in New York die Freiheitsstatue oder in London den Buckingham Palace besuchen würde. Nett zwar, aber so, als ob man in einem Fotobuch mit alten Erinnerungen blättert. Selbst, wenn man noch nie in Sydney gewesen sein sollte.

Auch der Blick von der Harbour Bridge hinunter auf The Rocks, das historische Altbauviertel, in dem schicke Pubs und Restaurants täglich Heerscharen von Touristen anziehen, wirkt wie eine Kulisse auf einem Filmset. Es gibt "Tipps", die in jedem Sydney-Führer empfohlen werden: Eine Bootsfahrt im Abendlicht nach Manly oder der Spaziergang frühmorgens auf dem Coastal Walk vom Tamarama zum Bondi Beach. Alles sind wunderbare Möglichkeiten, sich in Sydney die Zeit zu vertreiben. Aber nicht unbedingt das perfekte Programm, um sich ein eigenes Bild von Sydney zu machen, um ein paar private Eindrücke von einer Stadt zu gewinnen, deren vermeintlich schönste Orte schon fast zu Tode fotografiert worden sind. Einer Stadt, die mit über 70 Stränden, einer Menge faszinierender Viertel und seinen erstaunlich entspannten Einwohnern über viel mehr interessante Aspekte verfügt, als man auf den ersten Blick erkennen würde.

Coogee statt Bondi Beach

Stattdessen sollte man sich nach der Ankunft am Kingsford Smith Airport nach Coogee kutschieren lassen. Das ist nur eine kurze Fahrt, denn Coogee liegt etwa acht Kilometer südöstlich vom Stadtzentrum, nur zwei Strände vom legendären Bondi Beach entfernt. Auf dem Weg dorthin sollte man einen kurzen Halt am Waverly Cemetery einplanen - einen poetisch-schöneren Friedhof mit einem grandiosen Blick über die Buchten der Eastern Beaches dürfte man selten zu sehen bekommen. Im Gegensatz zum meist überfüllten Bondi Beach findet man in Coogee am Strand immer einen freien Abschnitt.

Auf der Coogee Bay Road reihen sich Cafés und Restaurants wie bunte Glieder einer exotischen Perlenkette aneinander. Ein perfekter Ort, um die lässige Lebensfreude Sydneys auf sich einwirken zu lassen - und im "A fish called Coogee“, dem besten Fastfish-Restaurant der Stadt, ein paar Köstlichkeiten zu probieren. Luftlinie 500 Meter entfernt dürfte ein guter Platz sein, um sich die Müdigkeit nach einem langen Flug aus den Knochen zu schwimmen: Das Wylies Bath ist mit Abstand der schönste Ocean Pool in Sydney - steinalt, mit Holzstelzen veredelt, von schrulligen Aussies betrieben. Ein paar Bahnen im Meerwasser mit Blick auf die felsige Landschaft sind der perfekte Abschluss eines strapaziösen Reisetages - abgesehen vom komfortablen Bett im Dive, dem nettesten Boutique-Hotel in Coogee mit Blick aufs Wasser.

Frühstücken mit Stil

Am nächsten Morgen sollte der erste Weg an den Strand von Maroubra führen, falls man nach einer Stelle zum Surfen Ausschau hält. Die Wellen hier sind gigantisch - es ist kein Zufall, dass der Aborigine-Name "Maroubra" mit "wie Donner" übersetzt wird. An diesem herrlich lang geschwungenen Strand wird man es nicht erleben, dass im Wasser ein regelrechter Surfer-Stau herrscht - wie etwa in Bondi vor dem legendären Icebergs.

Fans eines gemäßigten Starts in den Tag ist hingegen ein Besuch der Crown Street in Surry Hills zu empfehlen - mit dem Bus nur 20 Minuten von Coogee Beach entfernt. Im Kawa Café oder im Four Eight Five wird Bio-Frühstück serviert, wie es dem körperbewussten Sydneysider wichtig ist. Überhaupt: Wer von einem Ende der Crown Street (ab der Einmündung Oxford Street wird's interessant) bis hinunter zur Cleveland Street schlendert, wird sich fühlen wie im Gourmet-Paradies: Mit dem Toko, Billy Kwong und dem Red Lantern befinden sich gleich drei der besten Restaurants Sydneys auf engstem Raum, zwei Querstraßen weiter wartet mit dem Longgrain auf der Commonwealth Street die absolute Nummer eins auf stilbewusste Gäste. Auch als Shopping-Meile ist die Crown Street überraschender als die Oxford Street.

Kontrastprogramm am Nachmittag

Mit dem Sydney Bus (unbedingt die blaue Bondi Explorer-Linie, nicht die rote Sydney Explorer, weil das nur die Innenstadt-Tour ist) einmal quer durch die Stadt fahren und nach dem Hop-in-Hop-off-Prinzip an den interessantesten Stellen aussteigen. Zu empfehlen: Brote Beach (ein Latte in Jenny´s Café), Rushcutters Bay (ein kleiner Ausflug mit einem gemieteten Segelboot) oder Vaucluse Bay (auf zum Nielsen Park und dem Hermitage Foreshore Track). Zum festlichen Abschluss dann noch der Sonnenuntergang in Watsons Bay (ganz in der Nähe des Nielsen Parks) mit einem Cocktail im Doyles - danach möchte man in der Regel ganz schnell wieder nach Sydney zurück, und zwar mit sehr viel mehr Zeit im Gepäck.

Oldtimer gekauft - bei Instandsetzung Unfallschäden entdeckt
Hallo, ich habe mir vor ein paar Wochen einen amerikanischen Oldtimer gekauft - ein Import aus den Staaten, bekam hier eine Vollabnahme und H-Gutachten. Aufgrund der Entfernung konnte ich den Wagen jedoch lediglich auf Fotomaterial besichtigen und auf den Fotos sah er aber sehr gut aus - hatte wenig Laufleistung und wurde auch beim Gespräch mit dem Verkäufer am Telefon mit einem guten Zustand beworben. Nach der Lieferung fielen mir dann sofort 2 Roststellen auf, wo ich mir noch sagte "Hey - das Auto ist 40 Jahre alt - darf es haben, also reparierst du es einfach". Bei der Reparatur stellen sich dann jedoch weitere Roststellen heraus, die sogar zur Demontage der Innenverkleidungen, Kotflügel und Windschutzscheibe führten. Aber Ok - altes Auto. Der Wagen ging daraufhin zum Lackierer und wurde dort weiter behandelt. Dabei kamen dann weitere Mängel zum Vorschein: Die Beifahrertüre wurde bereits im unteren Bereich dick mit Spachtel überzogen - die Unterkante wurde ausgetauscht und von innen nicht versiegelt - das Blech rostete durch. Jedoch war das gesamte untere Türdrittel komplett verbeult - dazu braucht es schon einen recht großen Hammer. Ca. 8mm dicke Spachtelbrocken musste ich abschlagen. An einer Stelle wurde das Blech der Seitenwand bereits ausgetauscht. Durch die schlechte Arbeit waren Blechteile vollständig durchrostet. Auf der anderen Seitenwand hatte der Wagen einen weiteren Treffer kassiert - das Blech war eingedrückt und wurde mit massig Spachtel übergetüncht. Von außen nur anhand sehr schlechtem Lackbildes zu sehen und von innen sind deutlich Schweißpunkte vom Blechzughammer erkennbar. Auch die Seitenscheiben waren stümperhaft montiert. Diese wurden nicht mit Scheibenkleber, sondern einer kaugummiartigen Substanz montiert und fielen bei der Demontage der Zierleisten dem Lackierer bereits entgegen. Laut Verkäufer wurden die Seitenwände zwar überlackiert (was man auch sehen konnte), ein Grund wurde jedoch nicht genannt - angeblich schlechter Lack oder Kratzer. Nun meine Frage: Im Kaufvertrag ist der Wagen wie folgt beschrieben: "Keine Unfallschäden laut Vorbesitzer" "Dem Verkäufer sind auf andere Weise keine Unfallschäden bekannt" Weitere Regelungen gibt es im Kaufvertrag nicht. Durch die Beseitigung der Durchrostungen an den unfachmännisch ausgeführten Blech- und Spachtelarbeiten ist der Preis für die Lackierung deutlich gestiegen. Kann man beim Verkäufer hierfür mitunter Schadensersatz geltend machen? Gekauft wurde das Fahrzeug Mitte Dezember 2018, geliefert in der 2ten KW im Januar. Danke im Voraus für eure Antworten.