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Ausflug in die Kunstszene und nach Musandam: Jenseits von Dubai

Nichts zu bieten als Shopping und Strand? Nein, am Rand der Morgenland-Metropole ist eine spannende Galerienszene entstanden. Und nur einen Tagestrip entfernt liegt eine grandiose Fjordlandschaft.

Von Steffen Gassel

Die Skyline der Übermorgenstadt mit Beachhäusern auf der künstlichen Insel The Palm.

Die Skyline der Übermorgenstadt mit Beachhäusern auf der künstlichen Insel The Palm.

Die Wegbeschreibung klang mehr nach Wertstoffhof als nach Vernissage. "Verlasst die Stadtautobahn bei der Ausfahrt 43", hatte Sunny Rahbar in ihrer E-Mail geschrieben. "Biegt kurz danach vor dem Baumarkt rechts ab, und noch mal rechts am Lagerhaus der Spedition. Nehmt dann die erste links. Wenn ihr das Schild der Großwäscherei seht, seid ihr am Ziel."

Einmal alles anders machen, beim Stopover in Dubai - das ist der Plan. Einen Nachmittag lang die Malls, die Strände und das badewannenwarme Meer links liegen lassen für eine Entdeckungsreise jenseits der künstlichen Glitzerwelt. So hatten wir uns das gedacht. Darum stehen wir nicht mit den anderen Touristen Schlange am höchste Gebäude der Welt, sondern rumpeln im Taxi durch ein Labyrinth aus Lagerhallen. Ausfahrt 43 liegt längst hinter uns. Der Baumarkt auch. Haben wir uns verfahren?

"Keine Ahnung, Sir", sagt der indische Fahrer. "Ich war auch noch nie hier." Und staunt dann selbst, als in all dem Wellblechgrau auf einmal eine strahlend weiße Fassade auftaucht, geschmückt von Palmen und Bougainvilleen. Die Tür geht auf, und eine quirlige Frau mit braunem Pferdeschwanz winkt uns herein. "Willkommen in der Third Line Gallery", sagt Sunny Rahbar mit einem Augenzwinkern. "Oder, wie wir auch gern sagen: Willkommen im Meatpacking District von Dubai."

Weitab vom Trubel der Shopping-Tempel

Das staubige Industriegebiet al-Quoz mit der hippen Szene im ehemaligen Schlachthausviertel von New York zu vergleichen mag etwas hoch gegriffen sein. Trotzdem: Was sich hier binnen weniger Jahre in Sachen Kultur getan hat, kann sich sehen lassen. Weitab vom Trubel der Shopping-Tempel und Luxushotels ist am südöstlichen Stadtrand von Dubai aus dem Nichts ein fröhliches Kunstkarree entstanden. Sunny Rahbar gehört zu den Pionieren von al-Quoz.

Pionierin der Kunstszene von Dubai: die iranischstämmige Galeristin Sunny Rahbar.

Pionierin der Kunstszene von Dubai: die iranischstämmige Galeristin Sunny Rahbar.

"Als wir die Galerie 2005 gründeten, waren eigentlich nur zwei Dinge wichtig", sagt sie. "Wir brauchten viel Platz und die niedrigste Miete, die wir kriegen konnten. Darum sind wir hier gelandet." Inzwischen ist das ehemalige Lagerhaus eine der Anlaufstellen für alle, die sehen wollen, was die moderne Kunstszene des Nahen Ostens gerade zu bieten hat. "Viele Menschen im Westen halten Dubai für eine künstliche Welt aus Konsum und Kommerz", sagt die Galeristin. "Dabei hat die Stadt viel mehr zu bieten.

Dubai ist heute auch ein Knotenpunkt für Kreativität und Kunst aus der ganzen Region." Dass es so gekommen ist, liegt an Menschen mit so bunt gescheckten Biografien wie ihrer. Und von solchen gibt es nirgendwo in diesem Teil der Welt so viele wie in Dubai. Die Tochter iranischer Eltern kam in Oklahoma City zur Welt, wuchs als Expat in den Emiraten auf, ging zum Kunststudium nach New York und arbeitete dann bei Sotheby's in London. Zurück in Dubai standen Rahbar und ihre Jugendfreunde mit Ende zwanzig alle vor der gleichen Frage: Wer sind wir? "Ich gehöre hierher, auch wenn ich keine Emirati bin. Ich bin eine Frau aus Dubai. Aber was bedeutet das?"

Vom Kunst-Start-up zur In-Galerie

Die Suche nach der Antwort wurde für Sunny Rahbar und ihre Freunde zum kreativen Ansporn. Sie organisierten Film- Screenings, Ausstellungen, Tanzabende und einen Buchklub. Alles ganz privat und unkommerziell. Als ein wohlhabender Emirati sie fragte, ob sie sich vorstellen könnte, in Dubai eine internationale Kunstgalerie aufbauen zu helfen, stockte ihr der Atem. Es schien genau die Antwort zu sein, nach der sie gesucht hatte. "Aber ich dachte: In spätestens sechs Monaten machen wir wieder zu."

Knapp zehn Jahre später ist aus dem kleinen Kunst-Start-up eine Galerie von weltweitem Renommee geworden. Zu den wichtigsten Art-Schauen in Europa und Nordamerika ist die "Third Line Gallery" regelmäßig eingeladen. Und im Showroom in al-Quoz geben internationale Kuratoren und Touristen einander die Klinke in die Hand. Sunny Rahbar freut sich über den Erfolg: "Bei einem typischen Dinner in Dubai sitzen mindestens zehn verschiedene Nationalitäten um den Tisch. Genauso ist es mit den Gästen meiner Galerie."

Wohndesign nach Beduinenvorbild

Auch in der Nachbarschaft finden Neugierige und Kunstbeflissene viel zum Staunen und Stöbern. Nur einen Block entfernt an der al-Serkal Avenue zeigt ein ganzes Cluster lokaler Kunsthändler ein ebenso smartes wie ausgefallenes Ausstellungsprogramm. Von arabischer Graffiti Street Art über schräge Collagen aus dem Iran bis hin zu Wohndesign nach Beduinenvorbild ist alles dabei. Dazwischen laden Cafés mit hervorragendem Latte macchiato zum Verweilen ein.

Wer nach so viel optischem Spektakel Ruhe und Zerstreuung sucht, kann natürlich die einfachen Optionen wählen: per U-Bahn zum Shoppen in die nächste Mall. Oder per Highspeed-Aufzug mit zehn Meter pro Sekunde auf die 555 Meter hohe Aussichtsplattform des Burj Khalifa. Viel empfehlenswerter aber ist ein Tagestrip weit vor die Tore der Stadt - diesmal Richtung Norden.

Tagestrip nach Musandam im Oman: der alte Fischerort Chasab an der Straße von Hormus.

Tagestrip nach Musandam im Oman: der alte Fischerort Chasab an der Straße von Hormus.

Nach Musandam: In der Enklave des Omans

Wenn nach dreistündiger Fahrt durch die Wüste ganz unvermittelt schroffe, basaltfarbene Berge in der flimmernden Luft auftauchen, ist man in Musandam angekommen. Dieser Zipfel Arabien am südlichen Rand der Meerenge von Hormus gehört nicht wie Dubai zu den Vereinigten Arabischen Emiraten, sondern zum Sultanat Oman. Dessen Hauptstaatsgebiet liegt aber Hunderte Kilometer entfernt. Geografen sprechen darum von einer Exklave. Viel einprägsamer aber ist eine andere Bezeichnung: die Fjorde Arabiens.

Wer über die Berge kommend das erste Mal hinab zum Dorf Chasab und dem tief in die steilen Felswände eingeschnittenen Meerarm Chur al-Scham blickt, fühlt sich zu Recht an Norwegen erinnert. Nur gut, dass der Persische Golf so viel angenehmer temperiert ist als die Nordsee!

Die Bootsfahrt hinein in den Fjord wird zum Wettrennen mit neugierigen Delfinen. Die Schnorchelausflüge entlang der Route sind ein Badespaß inmitten knallfarbiger Fischschwärme. Am Ende des Tags liegt man in Kissenbergen auf dem Deck der tuckernden Dau und sieht zu, wie die sinkende Sonne die eben noch schroffen Felswände in weiche, warme Farben taucht. Und es wirkt fast wie Kunst.

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kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(