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Gotland: Ohne Krimi geht die Mari nie ins Bett

In Schweden scheinen jede Menge Mörder herumzulaufen. Dank Nachwuchs-Autorin Mari Jungstedt besonders viele auf Gotland. stern.de-Autorin Gesine Unverzagt hat sich auf der beschaulichen Insel auf Spurensuche begeben.

Wie eine Jugendherberge sieht "Pensionat Warfsholm" nicht aus. Auf drei Seiten von Wasser umgeben steht der imposante Holzbau der Jahrhundertwende auf einer kleinen Halbinsel. Auf dem Gelände von Warfsholm, 30 Kilometer südlich der Hauptstadt Visby, treffen die unterschiedlichsten Leute aufeinander. Heute findet ein Motorradfahrertreffen statt. Die Truppe wohnt in gelben Holzhäusern, friedlich wird davor in der Sonne gepicknickt. Nebenan auf dem Campingplatz läuten Familien mit ihren Kindern den Grillabend ein. Stilvoll und berühmt für eine besonders gute Küche ist das Restaurant des Hauses. Hier bin ich mit Mari Jungstedt verabredet, eine in Deutschland noch wenig bekannte Krimiautorin, obwohl bereits drei ihrer Bücher ins Deutsch übersetzt wurden. Die Besonderheit ihrer Krimis: Alle spielen auf Gotland.

Eine große, dunkelhaarige Frau mit sympathischer Ausstrahlung kommt lächelnd auf mich zu. Sie beginnt zu erzählen, wie sie als Fernsehjournalistin Lust bekam, Bücher zu schreiben. 2003 kam ihr erstes Buch auf den Markt, das so erfolgreich wurde, dass Sie den TV-Job an den Nagel hängte. Ihr Buch "an einem einsamen Ort" beginnt in Warfsholm, daher dieser Treffpunkt. "Da drüben in einem der Häuser übernachtete Martina, bevor sie auf dem dicht bewachsenen Pfad im Baumtunnel umgebracht wurde", erzählt sie lachend. Die Ermordete war eine Studentin, die an einem archäologischen Projekt teilnahm. Die Idee hierzu bekam die Autorin durch die spannende Geschichte Gotlands, wo noch heute Ausgrabungen stattfinden. Meist werden Silberschätze aus der Wikingerzeit, zwischen 750 und 1050 n. Chr, gefunden. Damals waren die Gotländer auf den russischen Flüssen nach Osten Richtung Byzanz unterwegs. Auf den Reisen erzielten sie enorme Erträge, was durch zahlreiche Schätze, die auf der Insel bis heute gefunden wurden, belegt wird.

Laienarchäologen unterwegs

Unterstützung bei ihren Recherchen fand die Autorin bei dem Archäologen Olle Hoffmann, einem freundlichen jungen Mann aus Stockholm, den es aus Passion für die Zeit der Wikinger hierher verschlug. Olle begleitet mich nach Fröjel. "Die Felder, Wiesen und Äcker von Fröjel bedecken eine Wikingersiedlung von ungefähr hunderttausend Quadratmetern. Momentan arbeiten 28 Freiwillige zwei bis drei Wochen in diesem Sommercamp." Wir stapfen durch eine Wiese und erreichen das Ausgrabungsfeld, wo Leute auf Knien bürsten, pinseln und mit kleinen Spaten vorsichtig graben. Die abgetragene Erde wird abschließend durch ein Sieb gekippt, um ja nichts zu übersehen. Dann ein Jubel: Rentner Bertil findet eine Münze, die er den übrigen Hobbyarchäologen stolz zeigt. Leiter dieser Ausgrabungen ist Professor Dan Carlsson. "Wir haben hier schon sehr viel Silber gefunden, mich allerdings interessiert mehr die Siedlung, von der man noch sehr wenig weiß."

Was hier oder an anderen Stellen der Insel gefunden wurde, kann man in dem erst im Sommer 2007 neu eröffneten Museum Fornsalen, dem Altertumssaal, in Visby bewundern. Neben dem weltweit größten Silberschatz der Wikinger, dem Spillingschatz, werden hier auch die seltenen Bildsteine gezeigt. Insgesamt belegen die Sammlungen 8000 Jahre Gotländischer Kulturgeschichte. Eigentlich ist ganz Visby ein Museum, keine andere Stadt Schwedens hat so viel mittelalterliche Bausubstanz. Eine fast komplett erhaltene Wehrmauer mit 44 Türmen umschließt die Altstadt. Neben Kirchenruinen gibt es rund hundert Häuser aus dem 12. bis 14. Jahrhundert. Kein Wunder, dass die Unesco 1995 die komplette Altstadt zum Weltkulturerbe ernannte.

"Wikinger waren besser als ihr Ruf"

Bei Tofta befindet sich einer der schönsten Strände, hier kehre ich ein in das hübsche Hotel Toftagarden, denn gleich nebenan kann man eintauchen in die Wikingerzeit in einem nachgestellten Wikingerdorf. Erklärungen zum damaligen täglichen Leben liefern die drei Studenten Erik, Jakob und Saga in entsprechender Kleidung. "Die Wikinger waren besser als ihr Ruf", beteuert Erik. "Sie waren mutige, neugierige Kerle, die es in die Ferne trieb." Dass sie voller Reichtümer heimkehrten, was die Schätze belegen, lässt allerdings auf Räuberei schließen.

Der letzte große Schatz wurde vor einigen Jahren auf einem Grundstück in Sundre gefunden. Das Land gehört dem weltbekannten Vogelzeichner Lars Jonsson, berühmt für naturgetreue Illustrationen von Vogelbüchern. In seinem kleinen hübschen Museum werden einige seiner Vogelbilder ausgestellt. Der zwei Meter sechs große Mann erzählt von seiner Vogelbegeisterung und dass er schon als Kind eher im Baum saß, als auf dem Stuhl. Seine Passion für Vögel führte ihn durch die ganze Welt. Als dann auf seinem Grundstück das Silber durch Zufall entdeckt wurde, war er fassungslos.

Kräuter und andere Naturschätze

Der Boden Gotlands birgt nicht nur Silberschätze, durch die besondere Beschaffenheit gedeihen Kräuter aller Art vortrefflich. Das veranlasste den Winzer Lauri Pappinen mit deutschen Reben den Weinanbau zu versuchen. Allerdings ist Gute Vingard bisher das einzige Weingut Gotlands. Die Fahrt geht nun in nördliche Richtung zur Festung Farösund, heute ein Design-Hotel und Restaurant. In uralten Gemäuern, bei köstlichem Essen ist der Blick frei auf das Meer und auf das vorgelagerte Fårö. Auf der Insel lebte nicht nur Olof Palme, auch Ingmar Bergmann suchte hier Erholung. Sie liebten die Kargheit und die besondere Vegetation. An der zerklüfteten Küste trotzen die sogenannten Rauken hoch aufragend den Launen des Meeres. Wind und Wellen haben über Millionen Jahre diese bizarren Kalksteinfelsen entstehen lassen.

Natürlich findet dieses einmalige Naturwunder auch in den Krimis von Mari Jungstedt seinen Platz, denn schließlich ist die gewaltige Felslandschaft idealer Schauplatz für Mord. Ich nehme Abschied von der Autorin, die mir für die letzte Nacht auf der Insel noch einen Tipp gibt. Eine Übernachtung im traditionellen Hotel Wisby sei ein Muss. "Nicht nur erwähne ich das Hotel in meinen Büchern, nein, hier ist vor mehreren Jahren tatsächlich ein Mord passiert! Ein Mord, der nie aufgeklärt wurde!"

Gesine Unverzagt

Wissenscommunity

kann man sich gegen eine maßnahme vom jobcenter wehren?
hallo. ich bin quasi arbeitsunfähig seit meinem 18ten lebensjahr. ich wiege 200 kg und habe eine betreuung weil ich sonst gar nichts schaffen würde. sie bringt mich zu terminen und begleitet mich zu arzt besuchen. das einzige was ich noch alleine kann ist einkaufen und das auch nur weil es nunmal lebensnotwendig ist ,jedoch bin ich danach total erschöpft und fertig.ich kann keine 200 meter mehr laufen.und mal ganz abgesehen von meiner körperlich verfassung leide ich seit meiner kindheit an starken depressionen,borderline,panikattacken,einer traumatischen belastungsstörung und angstzuständen. ich bin demnach körperlich sowie auch psychisch ziemlich fertig. gestern war ich beim amtsarzt zur begutachtung sowie auch einmal vor 2 jahren. und die ärztin sagt mir ernsthaft,das es zumindest köperlich nicht ausreichen würde das ich weiterhin krank geschrieben werden kann und sagte,das eine maßnahme sicherlich gut sein kann.und das obwohl ich bereits sagte,das ich körperlich unfähig bin irgendwas alleine zu schaffen und ,meine betreuerin mich überallhin begleiten muss.(ich habe kein auto)ich bin vollkommen entsesetzt und habe nun angst das sie mich in eine maßnahme stecvken welche ich einfach nicht schaffe und sie mir dann das minum an geld nehmen welches ich bekomme und ich dann verhungernd und auf der starße leben muss,eben weil es ein ding der unmöglichkeit für mich darstellt.kann man sich da irgendwie wehren?sie sagt sie findet ich sei zu jung um berentet zu werden (28).ich habe gerade wirklich angst.kann man einen menschen zwingen etwas für ihn unmögliches zu tun?ich hab das gefühl die wollen irgendeine quote erfüllen und solange man die arme bewegen kann,ist man arbeitsfähig...hilfe :(