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Karneval: Hunderttausende Jecken feiern

Bei strahlendem Winterwetter haben am Sonntag Hunderttausende Jecken dem Höhepunkt der Karnevalsaison entgegengeschunkelt. Den Hauptansturm erwarten Veranstalter allerdings erst für die Rosenmontagszüge.

Allein in Berlin waren knapp eine Million Menschen auf den Beinen, um den fünften Karnevalsumzug in der Geschichte der Hauptstadt zu sehen. In Köln lockten am Sonntag die Schull- und Veedelszöch (Schul- und Stadtteilzüge) zehntausende Besucher auf die Straßen. Auch in vielen anderen deutschen Städten sorgten Karnevalsumzüge für gute Laune. Mehrere Millionen Besucher erwarten die Veranstalter bei den Rosenmontagszügen in den Hochburgen Mainz, Düsseldorf und Köln.

Auch Berlin infiziert

In Berlin zeigte sich der Schlagersänger Frank Zander erstaunt, wie sehr sich der Berliner Karneval innerhalb von fünf Jahren von einer "Untergrundbewegung" zu einem veritablen Fest entwickelt habe. Unter dem Motto "Hier tanzt der Bär" wand sich der Zug von der Straße des 17. Juni durch das Brandenburger Tor über den Boulevard Unter den Linden bis zum Schlossplatz. 110 Gruppen, 15 Musikzüge und 70 Festwagen nahmen daran teil. Um vor Mützenklau gefeit zu sein, sicherten die Polizisten im Einsatz baren Hauptes die Straßen.

In Köln ziehen die traditionsreichen Schull- und Veedelszöch seit mehr als 70 Jahren zu Karneval durch die Stadt. Mehr als 8.000 Aktive waren in diesem Jahr bei den Wagen und Fußgruppen dabei. Sie verteilten sich auf 42 Schulgruppen, 66 Musikkapellen und 53 Veedelsvereine darunter zahlreiche Freundeskreise aus den Kölner Stadtteilen, Sportvereine und viele andere Gruppen. Um 11.00 Uhr machten sie sich auf den rund 6,5 Kilometer langen Weg durch Köln, den auch der Rosenmontagszug zurücklegt. Eine besondere Belohnung winkte dem besten und kreativsten der Veedelsvereine: Der Gewinner darf am (morgigen) Montag mit dem großen Rosenmontagszug den Weg noch einmal gehen.

Auch Notfallseelsorger stehen bereit

Unterdessen rüsten sich Rettungssanitäter für den Großeinsatz am Rosenmontag. Allein in Köln werden mehr als 500 Hilfskräfte auf den Beinen sein - und dabei auch Erste Hilfe für jecke Seelen leisten. Denn auch die Narren können mal traurig sein, wie die Hilfsorganisation Malteser betont: Liebeskummer, Angst vor Aschermittwoch und allgemeiner Weltschmerz als Folge des Karnevalsstresses riefen entlang der Rosenmontagszüge immer wieder Notfallseelsorger auf den Plan. Daher werde Malteser-Seelsorger Zenon Szelest ein offenes Ohr für all jene haben, die auch durch allgemeinärztliche Kunst nicht geheilt werden könnten, erklärte die Organisation.

Verwöhnt werden die Jecken in diesem Jahr auf jeden Fall von Petrus: Pünktlich zum Höhepunkt des Karnevals hat sich über Osteuropa das kräftige Hoch "Ayaan" eingenistet, das auch Deutschland mit viel Sonnenschein verwöhnt. Bis einschließlich Faschingsdienstag soll es ausgesprochen freundlich bleiben, wie der Deutsche Wetterdienst mitteilte. Nur örtlich hält sich am Bodensee oder an der Donau zäher Nebel. Tagsüber erreichen die Temperaturen Höchstwerte zwischen 1 Grad an der Donau und 7 Grad am Rhein. Kälter bleibt es der Vorhersage zufolge mit minus 4 Grad in den Nebelgebieten Süddeutschlands. Nachts gibt es Frost zwischen minus 1 Grad im Nordwesten und minus 20 Grad am Alpenrand.

Mai

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