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E-Bike-Touren: Radwandern mit eingebautem Rückenwind

In bergigen Regionen zeigen E-Bikes ihre wahre Stärke. Wir geben Tourentipps für die Region Tennengau im Salzburger Land.

Als Michael Hödl 2006 die ersten E-Bikes in "Michis Radladen" in Kuchl bei Salzburg präsentierte, haben sich viele seiner Kunden gefragt, ob er jetzt "a Vogerl hat". Hödl, selbst Mountainbiker und Triathlet, war ja eher ein Spezialist für die "Eisenwaden". Was sollten da die "Rentnerdrohnen mit Dekopedalen"? Heute zweifelt niemand mehr an seinem Verstand. Elektroräder sind keine Spielerei mehr. Allein auf deutschen Radwegen rollen weit über eine Million davon. Und das Salzburger Land ist dank Pionieren wie Hödl mit Verleih- und Ladestationen, GPS-Touren und Guides in Österreich für den Trend gerüstet.

Michis Heimat, der Tennengau, ist zwar die kleinste der fünf Regionen im Land Salzburg. Aber dank der vielseitigen Landschaften vom Halleiner Becken bis zum Tennengebirge kommen hier Radler mit oder ohne elektrischen Rückenwind auf Touren. Obwohl die Akkus heute für 60 Kilometer Reichweite oder 1000 Höhenmeter genügen, sind E-Bikes keine "Fahrräder für Faule". Bei den Pedelecs, auch in Deutschland mit über 90 Prozent die meistverkauften Elektromodelle, springt der 250-Watt-Motor erst an, wenn der Fahrer in die Pedale tritt.

Sportwissenschaftler wie Achim Schmidt von der Deutschen der Sporthochschule Köln sehen den Trend deshalb positiv: Mittels E-Biken können vor allem Radeinsteiger ihre Grundfitness verbessern. Zur Probefahrt empfiehlt Michi vier Touren: Auf der "Städte-Tour" rollt man ein Teilstück des Tauernradwegs von Golling nach Salzburg entlang. Die 50 Kilometer hin und zurück an der Salzach sind so gemütlich, dass noch Energie für eine Stadtbesichtigung bleibt. Die "Berg-Tour" von Golling auf die Jochalm unter dem Hohen Göll fordert etwas mehr Einsatz: 1075 Höhenmeter durch das zauberhafte Bluntautal sind zu bewältigen.

Die "Genuss-Tour" lieben vor allem die Feinschmecker: Auf der 21-Kilometer-Runde rund um Kuchl kann sich der Radler zum Beispiel in der Bio-Hofkäserei Fürstenhof stärken oder in Golling in Döllerers Genusswelten eintauchen – ein Gourmet-Imperium mit rustikalem Wirtshaus bis zum Drei-Hauben-Restaurant.

Und wer tief in die Geschichte des Tennengaus schauen möchte, radelt auf der "Salz-Tour" 45 Kilometer rund um Hallein: Im Schaubergwerk am Dürrnberg, den "Salzwelten", erleben Besucher, wie das weiße Gold, das Salzburg einst reich und mächtig gemacht hat, seit den Kelten 2500 Jahre lang gefördert wurde.

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