HOME

Couchsurfing: Schlafplätze für Aufgeweckte

Couchsurfing ist die Reiseform für Neugierige: Hunderttausende finden inzwischen über das Internet einen kostenlosen Schlafplatz. Aber nur billig übernachten geht gar nicht. Was sie beachten sollten, bevor sie sich auf Sofa-Tour begeben.

Von Malte Jäger

Mehr als drei Millionen Gastgeber und Reisende haben sich auf der Seite www.couchsurfing.org seit der Gründung 2003 registriert. Und so funktioniert es: Einfach ein Profil auf der Homepage eingeben, dann Bilder von sich und seiner Umgebung hochladen, aber nicht zu brave Fotos - ein bisschen verrückt sollten sie sein, denn als zu langweilig will niemand in der Gemeinde der sofa-surfer auffallen.

Kosten: keine. Aber eine kleine Aufmerksamkeit sollte der Couchschläfer seinem Gastgeber schon mitbringen. Ein Marzipanschwein, eine beschwingte Nichtigkeit aus der eigenen Heimat, das hebt die Laune. Was von Anfängern allerdings leicht übersehen wird: Beim Couchsurfing geht es nicht um günstiges Übernachten allein. Gast und Gastgeber sollten beide etwas Zeit für einander einplanen. Lediglich Gepäck abstellen, einschlafen und sich über das gesparte Geld freuen - das kommt nicht gut an.

Durchschnittsalter von 28 Jahren

Der Sicherheit dienen gegenseitige Referenzen in den Profilen. obendrein gibt es die Funktion "Emergency couchrequest" für Gestrandete, die nicht mit ihrem Gastgeber zurechtkommen, was selbst unter Couchsurfern vorkommen soll.

Das Durchschnittsalter der Couchsurfer- Gemeinde ist niedrig, derzeit liegt es bei etwa 28 Jahren. Vor allem laden Studenten Studenten ein. Gäste und Gastgeber sind sich also trotz unterschiedlicher Wohnorte und Länder oft ähnlich. Über 60-Jährige gehören mit weniger als einem Prozent noch immer zur absoluten Minderzahl, doch gerade hier erwartet die Gemeinde in Zukunft die größten Zuwächse.

Unter den Mitschlaf-Plattformen im Netz ist www.couchsurfing.org zweifelsfrei die Nummer eins - mit Mitgliederzuwächsen von 20.000 neuen Teilnehmern pro Woche. Dabei war der eigentliche Pionier, Servas: 1949 wurde die Organisation gegründet, um durch Kontakte zwischen Menschen aus unterschiedlichen Herkunftsländern den frieden zu fördern.

Längst gibt es auch einen deutschen Ableger: www.hospitalityclub.org. Und wer nicht nur müßig auf der Couch liegen will, sondern sich beim Gastgeber nützlich machen möchte, ist bei Wwoof, richtig. Hier bieten Biohöfe Kost und Logis - gegen tatkräftige Mitarbeit.

Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity