VG-Wort Pixel

"Milchtritt" Drei Gründe, warum Katzen mit großer Sorgfalt ihren Schlafplatz platt treten

Eine Katze mit ihrem Jungtier, der Milchtritt ist angeboren
Bei genauem Hinsehen erkennt man, dass diese Katze ein Junges hat. Der Ursprung des Verhaltens, das "Milchtritt" genannt wird, liegt in der Kindheit der Tiere.
Mit beiden Pfoten und manchmal auch mit den Krallen: Viele Katzen bearbeiten den Untergrund ausgiebig, bevor sie schlafen. Das Verhalten hat vor allem drei Ursachen.

Wenn Katzen sich schlafen legen, vollführen sie oftmals ein Ritual: Sie treten auf der Stelle und drücken, abwechselnd mit der linken und rechten Vorderpfote, den Untergrund platt. Manchmal drehen sie sich dabei um die eigene Achse. Oder sie fahren die Krallen rhythmisch aus. Schnurr – ist das schön! Die Vorbereitung des Schlafplatzes erfordert nach Ansicht von Katzen offenbar große Sorgfalt.

Nicht alle Katzen und Kater treten gleichmäßig auf der Stelle, bevor sie sich hinlegen, aber zumindest sehr viele. Egal, ob sie jung sind oder alt, ob Katze oder Kater, kastriert oder unkastriert.

Manche Katzen vollführen dieses Ritual mehrere Minuten lang

Einige Tiere sind mit diesem Tänzchen schon nach ein paar Sekunden fertig. Bei anderen kann es "bis zu zehn Minuten" dauern, wie es ein Hörer in einer Podcast-Sendung von "SWR-Wissen" schildert. Dessen kastrierter Kater zeige dieses Verhalten stets, wenn er es sich auf einer weichen Unterlage gemütlich mache – auf einer Decke beispielsweise oder einem Sofakissen.

Komplett wissenschaftlich erforscht ist das "Treteln" oder "Kneten", wie dieses Verhalten auch genannt wird, nicht. Aber allgemein werden dafür vor allem drei Erklärungen genannt.

Die erste und wichtigste liegt in der Kindheit der Katzen: Kleine Kätzchen, die noch gesäugt werden, massieren mit ihren Pfoten den Bauch der Mutter, um deren Milchfluss anzuregen. Das Verhalten, das "Milchtritt" genannt wird, ist laut Biologen angeboren.

"Milchtritt" löst bei erwachsenen Katzen Wohlbefinden aus

Es wird vermutet, dass Katzen dieses Verhalten im Erwachsenenalter beibehalten, weil das Ritual bei ihnen Wohlbefinden auslöst. Wenn die Tiere "treteln" empfinden sie Geborgenheit oder beruhigen sich sogar selbst, so die gängige Meinung. Eine weiche Decke erinnert ein bisschen an den flauschigen Bauch der Katzenmutter, heißt es in Artikeln zu diesem Verhalten. Deshalb sei der "Milchtritt" vor allem dann zu beobachten, wenn die Katze auf etwas Weichem sitzt.

Grund Nummer zwei soll bei den wilden Vorfahren unserer Hauskatzen liegen, den nordafrikanischen Falbkatzen. Diese Wildkatzen bearbeiten ihren Schlafplatz mit den Pfoten, um ihn bequemer zu machen. Ein gewisser Komfort muss schließlich auch in der freien Wildbahn sein.

Und drittens haben Katzen Duftdrüsen an ihren Pfoten. Sie markieren also mit den knetenden Bewegungen den Platz, an dem sich hinlegen wollen, als ihr Revier.

Aufmerksam werden sollten Katzenbesitzer, wenn die Tiere extrem oft und lange "treteln". Es kann bedeuten, dass die weibliche Katze rollig, also paarungsbereit ist. Es kann aber auch ein Anzeichen für eine Krankheit sein und wäre dann ein Grund für einen Besuch in einer Tierarztpraxis. 

Quellen: "SWR Wissen", "Schlitzohr-Haustierkanal", "Uelzener Magazin"

Mehr zum Thema

Newsticker