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Italien: Ex-Polizist für Vergewaltigung einer Couchsurferin verurteilt

Über die Internetplattform Couchsurfing hat Dino M. jungen Frauen einen Schlafplatz angeboten - dann soll er sie betäubt und vergewaltigt haben. Nun muss der ehemalige Polizist ins Gefängnis.

Von Lisa-Marie Eckardt

Couchsurfing gilt eigentlich als bequeme Art zu Reisen. Der Sofa-Tourismus wurde jungen Frauen jedoch bei ihren Trips durch Italien zum Verhängnis.

Couchsurfing gilt eigentlich als bequeme Art zu Reisen. Der Sofa-Tourismus wurde jungen Frauen jedoch bei ihren Trips durch Italien zum Verhängnis.

Couchsurfing: Es ist ein verlockendes Angebot. Über das Internet nette Leute finden, bei denen man umsonst übernachten kann. Eigentlich eine schöne Idee. Doch das gemeinnützige Idealisten-Projekt wurde jungen Frauen auf ihren Reisen in Italien zum Verhängnis.

Der 36-jährige Polizist Dino M. aus Padua soll über die Internetplattform Frauen einen Schlafplatz angeboten haben, um sie zu vergewaltigen. Zuvor betäubte er sie. Nun hat ein italienisches Gericht im Vergewaltigungsprozess gegen den inzwischen suspendierten Carabinieri das Urteil gesprochen, wie der "Guardian" berichtete. Der Mann muss sechseinhalb Jahre hinter Gitter.

Das Gericht in Padua sah es als erwiesen an, dass M. eine 16-jährige Australierin über die Website couchsurfing.com in seine Wohnung lockte, sie unter Drogen setzte und missbrauchte. Der Ex-Polizist war im vergangen Jahr festgenommen worden, nachdem ihn die Australierin angezeigt hatte.

Mindestens 16 Frauen missbraucht

Dino M. soll mit dieser Masche mindestens 16 junge Frauen vergewaltigt haben. Zur Anzeige gebracht wurden zunächst nur zwei Fälle. Die Journalisten-Teams IRPI und "correctiv" fanden 14 weitere junge Frauen in der ganzen Welt, die von dem Polizisten missbraucht wurden. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass es Dutzende weitere Fälle gibt.

Einige der Opfer gaben an, dass sie sich durch die Tatsache bei einem Polizisten zu übernachten, sicher fühlten. Dino M. habe mit ihnen eine Stadtführung gemacht und ihnen dann einen Wein oder Tee angeboten. Danach konnten sie sich an nichts erinnern.

Sie habe "niemals nein gesagt"

Dino M. muss sich dem "Guardian" zufolge noch in drei weiteren Fällen von sexuellem Missbrauch verantworten. Termine für die Verhandlungen stehen noch nicht fest.

Laut Staatsanwaltschaft gab der Ex-Polizist zu, seinem Opfer ein Beruhigungsmittel ins Glas gemischt und mit ihr Sex gehabt zu haben. Er sagte auch, er glaube der Sex war einvernehmlich und dass sie "niemals nein sagte".