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BGH-Urteil: Abbruch von Ebay-Auktion kann teuer werden

Ihre Versteigerung läuft schlecht? Sie wollen Ihren Artikel lieber anders verkaufen? Vorsicht! Wer eine Auktion ohne guten Grund vorzeitig beendet, muss laut BGH Schadenersatz zahlen.

Anbieter, die ihre Auktionen auf der Internetplattform Ebay vorzeitig ohne berechtigten Grund abbrechen, müssen dem Höchstbietenden unter Umständen Schadenersatz zahlen. Daran ändert eine missverständliche und mittlerweile geänderte Klausel zur Technik der vorzeitigen Angebotsrücknahme nichts, wie der Bundesgerichtshof (BGH) in einem am Mittwoch verkündeten Urteil entschied.

Im aktuellen Fall hatte der Beklagte ein Stromaggregat im Wert von 8500 Euro für einen Euro im Internet angeboten. Er beendete dann die Auktion, die eigentlich zehn Tage laufen sollte, nach zwei Tagen, weil er das Gerät anderweitig verkaufen wollte. Der Kläger war zu diesem Zeitpunkt mit einem Euro der Höchstbietende und forderte Schadenersatz im Wert des Aggregats.

Rücknahme nur in besonderen Fällen möglich

Der Beklagte berief sich demgegenüber auf eine Ebay-Klausel, wonach Auktionen, die noch zwölf Stunden oder länger laufen "ohne Einschränkung" vorzeitig abgebrochen werden könnten. Dies bezog sich laut Urteil aber nur auf den technischen Vorgang, nicht auf die rechtliche Zulässigkeit der Angebotsrücknahme.

Solch eine Rücknahme ist laut den Geschäftsbedingungen von Ebay nur möglich, wenn es bei der Beschreibung des angebotenen Artikels und Preisangaben zu "wesentlichen Fehlern" gekommen ist, oder der Artikel unverschuldet beschädigt oder gestohlen wurde. Ansonsten müsse bei einem vorzeitigen Auktionsende der Artikel an den Höchstbietenden verkauft werden.

tob/AFP / AFP