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Couchsurfing und Co.: Clever unterwegs mit Social Travelling

Wenn beim Reisen jeder Euro zählt, muss die Übernachtung günstig sein. Couchsurfing oder Haustausch liegen im Trend. Mit diesen Angeboten lässt sich im Urlaub Geld sparen.

Von Nicole Krättli und Susanne Loacker

So lässt sich Geld sparen: Statt eines Hotelzimmers hat dieses Paar eine private Unterkunft gebucht.

So lässt sich Geld sparen: Statt eines Hotelzimmers hat dieses Paar eine private Unterkunft gebucht.

Reisenden, die bei der Unterkunft nicht nur auf Individualität, sondern auch auf kostengünstige Lösungen setzen, kommen die modernen Varianten des Logierens entgegen: Von preiswert bis gratis ist heute für jedes Budget und jeden Geschmack ein passendes Modell dabei. Darüber hinaus haben diese Alternativen interessante soziale Vorteile zu bieten.

Couchsurfing und Co.

Immer mehr Reisende tun es: während der Reise auf Sofas und in Betten fremder Menschen übernachten. Die heimelige Atmosphäre, die Insidertipps der Gastgeber und die Tatsache, dass die Unterkunft kostenlos ist, sind gute Gründe, um auf den Komfort in einem (teuren) Hotel zu verzichten. Auf der ganzen Welt bieten Menschen deshalb fremden Reisenden einen Gratisschlafplatz in ihrer Wohnung an. Ein Konzept, das nicht nur für Budgetbewusste interessant ist.

Inspiriert von diesem Trend, hat Couchsurfing vor fast zehn Jahren ein weltweites Vermittlungsnetz von Couchanbietern und Couchsuchenden geschaffen. Über vier Millionen Nutzer aus 86.000 Städten haben sich mittlerweile auf der Seite couchsurfing.org registriert. Das hat Nachahmer auf den Plan gerufen. Seiten wie www.hospitalityclub.org , bewelcome.org, tripping.com und globalfreeloader.com bieten im Grundsatz dasselbe wie Couchsurfing und verzeichnen insgesamt nochmals rund 800.000 Mitglieder. Obwohl keiner, der auf fremden Sofas schläft, gezwungen ist, auch sein eigenes Heim für Couchsurfer zu öffnen, funktioniert das Konzept und garantiert in fast allen Ländern der Welt Schlafquartiere.

Die meisten Couchsuchenden wollen vor allem eines: möglichst günstig reisen. Das können sie dank Couchsurfing und anderen Anbietern, denn die Unterkunft ist gratis. Nur die Registrierung kostet etwas, bei Couchsurfing etwa 30 Euro. Durch die Zahlung wird das Mitglied "verifiziert", also dessen Identität geprüft. Dieses Vorgehen soll eine erhöhte Sicherheit gewährleisten. Denn Sicherheit ist beim Schlafen in fremden Betten eines der wichtigsten Kriterien überhaupt. Eine Studie der Universität Michigan hat ergeben, dass das Verhältnis zwischen guten und schlechten Erfahrungen mit Couchsurfing bei 2500:1 liegt. Auch die Schilderungen und Erfahrungsberichte in diversen Internetforen sind vorwiegend positiv.

Über Seiten wie airbnb.de lassen sich auch ungewöhnliche Unterkünfte buchen.

Über Seiten wie airbnb.de lassen sich auch ungewöhnliche Unterkünfte buchen.

Social Travelling

Mit dem Erfolg von Couchsurfing und Co. wurde das Zeitalter von Social Travelling eingeläutet, das im Grunde nichts anderes ist als eine Mischform aus Couchsurfing und traditioneller Ferienhausvermietung. Plattformen wie www.9flats.com , airbnb.de oder wimdu.com sind globale Marktplätze für Privatwohnungen und -zimmer sowie Massenunterkünfte, die tage-, wochen- oder sogar monateweise gemietet werden können. Das Prinzip ist einfach: Sämtliche Unterkünfte werden mit Fotos und Beschreibungen auf eine entsprechende Plattform gestellt. Sowohl Gastgeber als auch Gast stellen sich zudem auf einer Profilseite vor. Jeder kann eine Unterkunft anbieten, jeder eine reservieren.

Airbnb.de, der Pionier des Social-Travelling-Trends, bietet mittlerweile Unterkünfte in allen Preislagen und in über 190 Ländern weltweit. Neben Häusern, Wohnungen und Zimmern können auch ausgefallene Übernachtungsmöglichkeiten wie Boote, Tipis, Iglus, Züge und Leuchttürme gemietet werden. Obwohl das Angebot an billigen Betten rund um die Welt gross ist, geht es bei Social-Travelling-Plattformen im Vergleich zu Couchsurfing und Co. nicht ausschließlich darum, besonders günstig zu übernachten oder soziale Kontakte zu knüpfen. Mittlerweile finden sich auch zahlreiche Luxusunterkünfte auf Seiten wie Airbnb.

Bis zu 50 Prozent gespart

Tatsächlich kann man aber dennoch eine Menge Geld sparen, zumal die Angebote im Durchschnitt 30 bis 50 Prozent günstiger sind als ein vergleichbares Arrangement in einem Hotel. Es ist zudem möglich, sich zwischen einer Privatunterkunft, einem privaten oder einem geteilten Zimmer zu entscheiden.

Die Kosten für die Übernachtung überweist der Gast bei der Buchung an die Plattform. Erst 24 Stunden nach Ankunft erhält der Vermieter das Geld - dank dieser Sicherheitsschranke hat der Mieter die Möglichkeit, etwaige Probleme zu melden. Sowohl Airbnb als auch Wimdu bieten Vermietern an, ihre Unterkunft von einem Fotografen ablichten zu lassen, damit sie ein Gütesiegel vorzuweisen haben. Gemäß eigenen Angaben schließt Airbnb regelmäregelmäßiger von der Plattform aus, die sich nicht an die Qualitätskriterien halten.

Einer der Hauptkritikpunkte ist die geforderte Reaktionszeit von 24 Stunden. Auch wer zu häufig negativ bewertet wird oder in der Ausschreibung Dinge verspricht, die die Unterkunft nicht einlösen kann, ist bald nicht mehr dabei. Mittels Stern- und Kommentarfunktion lassen sich Unterkünfte zudem nach Kriterien wie Sauberkeit, Check-in, Kommunikation mit dem Vermieter, Ort und Preis-Leistungs-Verhältnis bewerten. Dies hilft Interessierten bei der Auswahl eines seriösen Anbieters und lässt schwarze Schafe schnell auffliegen.

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