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Furcht vor Öldämpfen: Lufthansa bessert A380-Flotte nach

Auf Flügen von und nach Singapur hat es häufiger Beschwerden gegeben: Wegen der Gefahr von Öldämpfen an Bord des Airbus A380 rüstet Lufthansa alle Triebwerke ihrer doppelstöckigen Großraumjets nach.

Nach dem Zwischenfall eines Airbus A319 der Germanwings reagiert Lufthansa auf eine Reihe von Vorkommnissen bei ihrem Flaggschiff. "Es gibt seit etwa einem Jahr eine Häufung von Geruchsbelästigungen auf Flügen von Singapur mit dem A380", sagte ein Sprecher.

Die Ursachen seien noch nicht sicher, aber da es derzeit nur nach Starts in dem Stadtstaat am Äquator zu Auffälligkeiten komme, sei anzunehmen, dass die hohe Luftfeuchtigkeit und Temperatur dort ein Grund seien könnten. Die Triebwerke des Airbus A380 vom Typ Trent 900, die bei Lufthansa im Einsatz sind, stammen vom britischen Hersteller Rolls-Royce.

"In die Triebwerke der zehn Flugzeuge des Typs werden Bleche eingesetzt, die verhindern sollen, dass Ölrückstände in die Kabinenluft gelangen", sagt ein Konzernsprecher. Wie bei den meisten anderen Passagiermaschinen werde beim Airbus A380 die Luft für die Passagiere am Triebwerk angesaugt. Bei einer technischen Panne könne es passieren, dass Öl in die Atemluft gelange.

Aufsetzen der Sauerstoffmaske als Notmaßnahme

Auf das Unternehmen kommen keine nennenswerten Extrakosten zu, da die Umbauten während der üblichen Wartungsarbeiten vorgenommen werden. Die Flugzeuge müssen nicht extra aus dem Verkehr gezogen werden. Das Thema hat an Brisanz gewonnen, seitdem vergangene Woche ein Untersuchungsbericht über den Beinahe-Absturz eines Flugzeugs der Lufthansa-Billigtochter Germanwings vor knapp zwei Jahren bekannt wurde. Bei dem Vorfall waren die beiden Piloten im Landeanflug durch belastete Kabinenluft beinahe in Ohnmacht gefallen.

Grund waren offenbar giftige Öldämpfe - darauf deuten nach Informationen des "Spiegel" interne Dokumente aus dem Lufthansa-Konzern hin. Germanwings selbst sprach von einem Vorfall, bei dem Passagiere und Personal an Bord der betroffenen Maschine nicht gefährdet gewesen seien. Der Flugkapitän habe der Fluggesellschaft versichert, "zu jeder Zeit alles unter Kontrolle" gehabt zu haben, sagte ein Sprecher. Zwar habe der Pilot "kurzfristig leichte Beeinträchtigungen gespürt", diese seien aber sofort nach Aufsetzen der Sauerstoffmaske gewichen.

tib/Reuters / Reuters

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