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GDL-Warnstreik: Züge verspätet, Reisende genervt

Bahnreisende mussten am Dienstag viel Geduld mitbringen: Zahlreiche Züge waren wegen der Warnstreiks der Lokführergewerkschaft GDL verspätet. Viele Fahrgäste sind sauer.

Genervt haben viele Pendler und Reisende auf die Warnstreiks der Lokführer reagiert. Für die Aktionen der Lokführergewerkschaft GDL fehle ihr jedes Verständnis, sagt etwa Christiane Heermann, die am Dienstagmorgen im Kölner Hauptbahnhof steht - sie will nach Essen fahren. "Mein Zug kommt angeblich 120 Minuten später. Das ist alles meine Arbeitszeit!"

Kopfschüttelnd schauen Heermann und ihr Kollege auf die Anzeigetafel am Kölner Hauptbahnhof, auf der hinter jedem Zug sowas steht wie: "Unbestimmte Verspätung - Ansage beachten" oder "110 Minuten Verspätung".

Die Bahn hat zusätzliche Info-Counter aufgestellt, an denen Mitarbeiter über die Verspätungen informieren. Dort haben sich lange Schlangen von Reisenden gebildet. Viele von ihnen haben das Handy am Ohr, sagen am Arbeitsplatz Bescheid, dass sie nicht wissen, wann sie heute ankommen werden. Bahn-Beschäftigte versorgen die Wartenden mit heißem Kaffee. "Wegen Streiks ist der Zugverkehr stark beeinträchtigt", schallt es immer wieder durch Lautsprecher.

"Mein Verständnis hält sich in Grenzen", sagt Wilhelm Müller. "Ich fahre jeden Tag von Kerpen nach Bonn, das dauert ohnehin schon anderthalb Stunden. Und dann noch solche Verspätungen - das ist wirklich nicht schön."

Der 26-jährige Yannick muss nach Paris - zu einem Vorstellungsgespräch. Der Schnellzug Thalys sei ausgefallen, erzählt er. Nun müsse er einen ICE nehmen und in Brüssel umsteigen. "Ausgerechnet heute müssen die streiken. Hoffentlich komme ich bloß nicht zu spät", sagt er nervös.

Roger Röttger dagegen steht gelassen in der Wartehalle. Er will nach Berlin. "Aber ich habe keinen Zeitdruck", sagt er. Er habe rechtzeitig von den Warnstreiks erfahren und sich darauf eingestellt. Auch die Forderungen der GDL - einheitliche Tarifstandards für alle rund 26 000 Lokführer - könne er nachvollziehen: "Ich finde es voll okay, dass die streiken."

Petra Albers, DPA / DPA
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