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Tarifkonflikt der Bahnbranche: Lokführer-Warnstreik bringt Fahrpläne durcheinander

Die Lokführer in Deutschland sind am Dienstagmorgen wie angekündigt für zwei Stunden in den Ausstand getreten. Bahnkunden und vor allem Berufspendler müssen sich bundesweit auf Zugausfälle und Verspätungen einstellen. Es dürfte noch bis zum Abend dauern, ehe sich der Betrieb normalisiert.

Im deutschen Bahnverkehr wurde nach Angaben der Lokführergewerkschaft GDL bundesweit für zwei Stunden ein Warnstreik absolviert. Von dem bis 8 Uhr angelegten Ausstand sind die Deutsche Bahn und mehrere private Konkurrenten betroffen, wie ein GDL-Sprecher am Dienstagmorgen in Frankfurt sagte. Pendler und Fernreisende müssen sich auf erhebliche Behinderungen einstellen. Nach Bahn-Angaben dürfte es noch bis zum Abend dauern, ehe sich der Betrieb normalisiert.

In Bayern fielen am frühen Morgen nach GDL-Angaben ein Intercity und zwei ICE-Züge aus. In Nordrhein-Westfalen sollten S-Bahnen und Regionalexpresszüge im Ruhrgebiet bestreikt werden. Einen weiteren Aktionsschwerpunkt kündigte die GDL bei der Eurobahn an - und damit in Städten wie Ahlen, Hagen, Neuss und Mönchengladbach. In Berlin war auch die S-Bahn betroffen. An großen Hauptbahnhöfen wie in München und Berlin war die Lage am Morgen zunächst ruhig.

GDL-Chef Claus Weselsky sagte am Berliner Hauptbahnhof, er gehe davon aus, dass die Arbeitskampfmaßnahmen wirksam seien. Das Signal sei eindeutig, dass die Lokführer bereit seien, für ihre Ziele zu kämpfen. Mit dem Warnstreik will die GDL ihrer Forderung nach einheitlichen Tarifstandards für rund 26.000 Lokführer in der gesamten Bahnbranche Nachdruck verleihen. Ein Kernpunkt sind einheitliche Einkommen auf dem Niveau des Marktführers Deutsche Bahn.

Tarifverhandlungen mit dem bundeseigenen Konzern sowie den sechs Konkurrenten Abellio, Arriva, Benex, Keolis, Veolia und Hessische Landesbahn hatte die GDL für gescheitert erklärt.

Die Deutsche Bahn hat sich nach eigenen Angaben für Warnstreiks gerüstet. Um die Auswirkungen für die Reisenden so gering wie möglich zu halten, will der Konzern mehrere hundert zusätzliche Mitarbeiter unter anderem in Callcentern einsetzen.

zen/DPA / DPA

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