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Sitzabstände: Mehr Beinfreiheit für Fluggäste

Die Knie stoßen schon in aufrechter Sitzposition an den Vordersitz, der Oberschenkel des Nachbarn berührt bereits den eigenen. Weil die Enge nicht nur unkomfortabel, sondern auch unsicher ist, fordert die Europäische Agentur für Flugsicherheit mehr Beinfreiheit.

Etwa 80 Zentimeter Platz für ihre Beine haben Passagiere derzeit in Flugzeugen

Etwa 80 Zentimeter Platz für ihre Beine haben Passagiere derzeit in Flugzeugen

Fluggäste sollen künftig auch in der Economy Class mehr Beinfreiheit bekommen. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit (EASA) will bis 2008 einen größeren Abstand zwischen den Sitzen durchsetzen. Derzeit müssten die Passagiere in den meisten Flugzeugen mit rund 80 Zentimetern Abstand auskommen, sagte eine Esa-Sprecherin und bestätigte damit einen Bericht der "Bild"- Zeitung. Die Fluggäste würden aber im Durchschnitt immer größer und schwerer. Aus Sicherheits- und Gesundheitsgründen spreche die EASA nun mit internationalen Flugzeugbauern und nationalen Luftfahrtbehörden über erweiterte Abstände.

Alle Passagiere müssten die Maschine binnen 90 Sekunden verlassen können. Bei wachsendem Gewicht und zunehmender Größe der Passagiere sei zu prüfen, ob dies bei den derzeit üblichen Abständen möglich sei. Unter Gesundheitsaspekten müsse eine steigende Thrombosegefahr beachtet werden.

"Ziel ist es, dass wir 2008 zu einem Ergebnis kommen oder dann schon die entsprechenden Änderungen an den Bauvorschriften vorgenommen haben", betonte die EASA-Sprecherin. Der dann neu fest gesetzte Abstand wäre für neue Flugzeuge verpflichtend. Das gilt der Sprecherin zufolge für europäische Hersteller, aber auch für internationale Unternehmen wie den US-Hersteller Boeing, die ihre Passagierflugzeuge zum Betrieb in der EU von der EASA zertifizieren lassen müssen.

Möglicherweise müssten bereits eingesetzte Maschinen umgerüstet werden. Das hänge von einer für 2008 geplanten Kompetenz-Erweiterung für die EASA ab. Die Behörde ist für die Zulassung bestimmter Flugzeugmodelle, Triebwerke und Ausrüstungsteile zum Betrieb in der Europäischen Union zuständig. Die EASA hatte Ende 2006 auch eine Muster-Zulassung für den Super- Airbus A380 erteilt.

DPA / DPA

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