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Ex-Schwergewichtsweltmeister Mike Tyson: "Ich bin ein mieser Alkoholiker"

Als neuer Box-Promoter konnte Ex-Champion Mike Tyson einen ersten Erfolg verbuchen, im wirklichen Leben sieht es anders aus. Auf einer Pressekonferenz gestand er unter Tränen seine Abhängigkeit.

Von Ingo Scheel

Für mich ist es ein Wunder", sagte der ehemalige Schwergewichtsweltmeister Mike Tyson auf einer Pressekonferenz und meinte damit seinen derzeitigen Entzug. Nüchtern und clean sei er jetzt. Keine Drinks, keine Drogen. Und das seit immerhin sechs Tagen. Dabei standen dem gesichtstätowierten Koloss die Tränen in den Augen.

So geschehen auf einer Pressekonferenz anlässlich der "Friday Night Fights" des amerikanischen Sportsenders ESPN. "Ich habe alle angelogen", gestand Tyson vor den Journalisten im "Turning Stone"-Casino in New York. "Ich habe gesagt, ich sei nüchtern, aber ich war es nicht. Dies ist mein sechster Tag. Ich werde nie wieder rückfällig."

Mit seinem Schützling Argenis Mendez, der für Tysons neue Firma "Iron Mike Productions" die Fäuste schwingt, war der 47-Jährige erfolgreich in eine neue Karriere gestartet. Angesprochen auf seinen Querelen mit Ex-Trainer Teddy Atlas brachen bei dem einstigen Skandalboxer schließlich alle Dämme.

"Ich bin ein mieser Alkoholiker"

"Ich bin ein negativer Typ, ich habe diese dunkle Seite. Das war wohl zuviel für Teddy", berichtete Tyson mit brüchiger Stimme. "Er soll wissen, das dies hier aufrichtig gemeint ist. Ich will ihn nicht mehr bekämpfen. Ich hatte Unrecht. Und es tut mir leid." Und weiter: "Ich habe schlimme Dinge getan. Ich bitte um Vergebung. Ich will nicht sterben. Ich stehe an der Schwelle des Todes, denn ich bin ein mieser Alkoholiker."

Mit 20 Jahren war Mike Tyson 1986 als jüngster Schwergewichts-Champion in die Geschichte eingegangen. Es folgten zahlreiche Titelverteidigungen, immer wieder geriet Tyson mit dem Gesetz in Konflikt. Anfang der 90er-Jahre wurde er wegen Vergewaltigung zu sechs Jahren Haft verurteilt, 1999 folgte eine weitere Haftstrafe wegen Körperverletzung. Unvergessen ist Tysons Kampf gegen Evander Holyfield am 28. Juni 1997, bei dem er seinem Gegner einen Teil des rechten Ohrs abbiss.

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