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Ferrari: Schumi bald wieder im Cockpit

Drei Monate nach seinem Rücktritt hat sich Michael Schumacher in seine neue Arbeit als Ferrari-Berater gestürzt. Von der Box aus beobachtete Schumi am Montag die Jungfernfahrt des ersten Formel-1-Autos der Scuderia nach dem Ende seiner Karriere. Bei den "Roten" rechnet man bereits fest mit seinem Comeback.

"Es hat mich beeindruckt, ihn mit den Kopfhörern völlig vertieft in seiner neuen Rolle zu sehen", meinte Fiat- und Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo über seinen einstigen Chefpiloten. "Er hätte auch etwas anderes machen können. Aber er ist schon wieder hier und wird einen großen Beitrag leisten." Dem italienischen Fernsehen hatte di Montezemolo am späten Sonntag gesagt, dass er schon in nächster Zeit mit einem "kleinen Comeback" Schumachers im Rennauto rechne: "So wie ich ihn kenne, glaube ich, dass er den neuen Ferrari bald schon testen wird." Neben seiner Berater-Aufgabe soll der Deutsche auch Talente in aller Welt für Ferrari finden.

"Nur ein Ziel: den Titel zu gewinnen"

Schon am Sonntag hatte der 38 Jahre alte siebenmalige Champion Schumacher noch vor der offiziellen Präsentation gemeinsam mit seinem finnischen Nachfolger Kimi Räikkönen und Massa in der Rennschmiede in Maranello den F2007 inspiziert, mit dem die Italiener nach zwei Jahren ohne Titel wieder an die Spitze fahren wollen. Den Journalisten war Schumacher sowohl am Sonntag als auch am Montag aus dem Weg gegangen.

Di Montezemolos Forderung für die am 18. März in Melbourne beginnende Saison ist eindeutig. "In diesem Jahr gibt es nur ein Ziel: den Titel zu gewinnen. Das kann gar nicht anders sein", sagte der 59-Jährige. "Wir brauchen dazu Zuverlässigkeit, Zuverlässigkeit und nochmals Zuverlässigkeit", fügte er hinzu: "Wäre unser Auto in der vergangenen Saison zu Beginn zuverlässiger gewesen, hätten wir den Weltmeister-Titel gewonnen."

Kimi in voller Reife

Der 25 Jahre alte Massa, der im vergangenen Jahr mit Lehrmeister Schumacher das Fahrer-Duo der Scuderia gebildet hatte, durfte im dichten Nebel den F2007 als erster testen. "Es ist richtig, dass er ihn als Erster fährt, denn er hat den direkten Vergleich zum Vorjahresmodell", meinte di Montezemolo. Neuzugang Raikkönen soll erst am kommenden Sonntag ins Cockpit des neuen Ferrari steigen. Eine Hierarchie wird es unter den Fahrern nicht geben. "Ferrari will gewinnen, und egal mit wem", meinte der Ferrari-Chef. "Beide Piloten haben wie immer dieselben Bedingungen. Das war schon zu Schumachers Zeiten so."

Bei der ungewohnt unspektakulären Präsentation des neuen Ferrari am Sonntag hatte di Montezemolo gefehlt. "Ich wollte den anderen die Bühne überlassen", meinte der oberste Boss der Scuderia, der das Tagesgeschäft im Unternehmen Ferrari an den vom Teamchef zum Generaldirektor aufgestiegenen Jean Todt übergeben hat. Di Montezemolo traut dem von McLaren-Mercedes geholten Räikkönen den WM- Gewinn zu: "Er kommt in voller Reife zu uns und ist bereit zum Siegen."

Claas Henning/DPA

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