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FORMEL 1: Nur Zweiter: Schumis Kampf mit Start und Montoya

Ein verpatzter Start und ein mehr als unnötiges Manöver von Juan Pablo Montoya haben Michael Schumacher den Triumph beim 150. Grand Prix gekostet

Ein verpatzter Start und ein mehr als unnötiges Manöver des Kolumbianers Juan Pablo Montoya haben Jubilar Michael Schumacher den Triumph beim 150. Grand Prix gekostet. Der dreimalige Formel-1- Weltmeister und Titelverteidiger musste sich am Sonntag beim Großen Preis von Österreich in Spielberg im Ferrari in einem dramatischen Rennen mit dem zweiten Platz begnügen. Mit seinem zweiten Saison-Sieg kam der Schotte David Coulthard im McLaren-Mercedes nach einer taktischen Glanzleistung in der Fahrerwertungbis auf vier Punkte an Schumacher heran. Dritter wurde Rubens Barrichello, der kurz vor dem Ziel nach Anweisungen aus der Box Schumacher der Vortritt lassen musste. Formel-1-Youngste Kimi Räikkönen fuhr in seinem sechsten Rennen im Sauber Petronas überraschend auf den vierten Rang.

Aus dem Duell Ralf gegen Michael Schumacher verabschiedete sich Ralf Schumacher im Williams-BMW bereits in der elften Runde. Er mussten Boliden nach Bremsproblemen in der Box abstellen.

Kurioser Start

Das Rennen begann mit einem kuriosen Start. Gleich vier Autos blieben stehen: Vorjahressieger Mika Häkkinen im McLaren-Mercedes, Nick Heidfeld im Sauber-Petronas und die beiden Jordan-Honda mit Heinz-Harald Frentzen und Jarno Trulli. Während Trulli und Heidfeld dem Feld noch hinterher fahren konnten, war für Häkkinen und Frentzen das Rennen schon vorbei, bevor es überhaupt begonnen hatte.

Hakkinen im Pech

Für Pechvogel Häkkinen, der vor zwei Wochen in Barcelona eine halbe Runde vor Schluss als klarer Spitzenreiter wegen eines Kupplungsdefektes die schwarz-weiß-karierte Flagge nicht gesehen hatte, sind damit die Chancen auf den WM-Titel auf fast Null gesunken. »Das war das Schlimmste, was nach Spanien passieren konnte. Ich weiß nicht, was passiert ist«, zeigte sich Hakkinen fassungslos.

Bruder Michael fiel in der 16. Runde nach einem Überholversuch dem Starrsinn von Juan-Pablo Montoya zum Opfer. Als er an Montoya vorbei war, blockte der Kolumbianer ab und schickte den Titelverteidiger ins Gras. »Übeltäter« Montoy landete im Kiesbett. Lachender Dritter war Rubens Barrichello, der im zweiten Ferrari die Führung übernahm. Den »Kampf« mit Michael Schumacher beschrieb Montoya so: »Michael hat zu spät gebremst, ich habe zu spät gebremst und irgendwann haben meine Hinterräder blockiert.«

Boxen-Krimi

Die Boxenstopps sollten wieder einmal das Rennen entscheiden. Michael Schumacher ging als Erster des Spitzentrios in der 47 Runde an die Box. 8,7 Sekunden später machte er sich mit seinem Arbeitgerät wieder auf die »Jagd«. Schnell genug, um Platz drei zu halten. Aber nicht schnell genug, um David Coulthard noch gefährlich werden zu können. Der ging als Letzer in die Box und verteidigt mit 8,0 Sekunden die Führung.

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