Michael Schumacher-Interview Ferrari will um den Sieg mitfahren


Der siebenfache Weltmeister Michael Schumacher gibt sich zuversichtlich. Er spricht über seinen Punkterückstand, Ferrari und den Großen Preis von San Mariono.

Wer ist für Sie beim Großen Preis von San Marino Favorit?

Michael Schumacher: "Ich gehe davon aus, dass die Teams, die zuletzt stark waren, wieder stark sein werden. Und ich rechne fest damit, dass Ferrari ebenfalls stark sein wird. Keine Frage: wir wollen um den Sieg mitfahren."

Sind Sie nach den gut verlaufenen intensiven Testfahrten auf dem Stand, beim Ferrari-Heimrennen in Imola Seriensieger Renault ernsthaft Paroli zu bieten?

Schumacher: "Wir waren schon beim letzten Rennen ein ernsthafter Konkurrent, daher sollten wir nun im Imola erneut konkurrenzfähig sein. Wir haben viel gearbeitet und sind gut voran gekommen. Ich glaube schon, dass wir noch einige Rennen gewinnen werden. Ob es dann im Endeffekt für die WM reichen wird, kann sowieso keiner wissen."

In der Formel-1-Geschichte ist noch nie ein Fahrer Weltmeister geworden, der nach drei Rennen 24 Punkte Rückstand hatte. Trauen Sie sich zu, dieses Kunststück zu schaffen?

Schumacher: "In der Formel-1-Geschichte gab es auch noch nie eine Saison mit so vielen Rennen. Nicht zuletzt deshalb ist noch alles drin. Und Fernando wird nun immer den WM-Stand im Hinterkopf haben, in seine Aktionen mit einbeziehen und vorsichtiger sein müssen. Ich dagegen habe nichts zu verlieren und kann mehr Risiko eingehen."

Teamchef Jean Todt hat verneint, Fernando Alonso einmal als Ihren Nachfolger verpflichten zu wollen, dafür aber Interesse an Kimi Räikkönen signalisiert. Wen würden Sie denn Ferrari nach Ihrem Rücktritt als Ersatz empfehlen?

Schumacher: "Rücktritt beschäftigt mich überhaupt nicht, mich beschäftigt ausschließlich der WM-Kampf."

Wo sehen Sie im Moment die größten Schwachstellen bei Ferrari im Vergleich zu Primus Renault?

Schumacher: "Im Endeffekt ist unsere momentan größte Schwachstelle der Punkterückstand. Wir arbeiten massiv daran, diesen zu verkleinern und gegebenenfalls umzudrehen. Und ich weiß, dass wir in allen Bereichen die Ressourcen haben, das auch zu schaffen."

Toyota zählt zu den positiven Überraschungen. Vor Saisonbeginn hatten Sie dem Team nicht zugetraut, um den Titel mitzufahren. Haben Sie Ihre Meinung geändert und Ihren Bruder Ralf nun mit auf der WM- Rechnung?

Schumacher: "Toyota ist in der Tat eine positive Überraschung, da habe ich meine Meinung von vor der Saison schon länger geändert. Wenn sie so weiter machen, muss ich Ralf ganz sicher auf der WM-Rechnung haben - und ich habe ihn gerne da. Dass er das Zeug dazu hat, steht ja wohl außer Zweifel."

Elmar Dreher/DPA DPA

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