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1. Bundesliga Hyypiä und Lewandowski bleiben Trainer in Leverkusen


Am vorletzten Spieltag hatte Sami Hyypiä noch Zweifel gesät, ob der Trainerjob das Richtige für ihn sei. Doch die Verantwortlichen von Leverkusen scheinen die richtigen Argumente gefunden zu haben. Hyypiä und sein Partner Sascha Lewandowski bleiben Bayer als Teamchef und Cheftrainer erhalten.

Bayer Leverkusen geht mit dem Gespann Sami Hyypiä und Sascha Lewandowski in die kommenden drei Bundesliga-Jahre. Der Werksclub gab bekannt, dass der finnische Teamchef und sein Cheftrainer Verträge bis 2015 unterzeichnet haben und die sportlichen Geschicke leiten werden.

"Sascha Lewandowski und Sami Hyypiä haben in den vergangenen sechs Spielen bewiesen, dass sie die Mannschaft mit einer Mischung aus Kompetenz, Charisma, Akribie und Gelassenheit führen können", sagte Bayer-Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser in einer Mitteilung des Vereins. "Mit dem Duo Lewandowski/Hyypiä wollen wir in den kommenden Jahren unsere Position im oberen Drittel der Fußball-Bundesliga weiter festigen mit dem Ziel des internationalen Wettbewerbs."

Bayer kann Hyypiäs Zweifel zerstreuen

Dabei sah es vor wenigen Wochen noch so aus, als würde gerade Hyypiä, der zwar keine Lizenz hat, aber trotzdem als starker Mann in dem Duo gilt, die rechte Lust an einer Weiterbeschäftigung fehlen. "Ich bin nicht überzeugt, dass es etwas für mich ist", hatte Hyypiä am 33. Spieltag in einem Sky-Interview gesagt. "Ich lebe und spiele seit 15 Jahren unter Druck und weiß nicht, ob ich das die weiteren Jahre meines Lebens haben möchte. Ich habe Zweifel, ob es der richtige Weg ist."

Der Verein wiederum hatte sich früh auf die Trainer-Novizen festgelegt, Hyypiä und Lewandowski hatten Bayer in einer schwierigen Situation übernommen und dann souverän in die Europa League geführt. "Er (Hyypiä) ist wie gemacht dafür, eine Mannschaft zu führen und wird Bayer 04 in seiner neuen Funktion gemeinsam mit Sascha sicherlich nach vorne bringen", stellte Sportdirektor Rudi Völler fest.

Hyypiä selbst machte das gute Teamwork mit Lewandowski für seine Entscheidung verantwortlich, den Trainerjob doch als richtigen Weg anzusehen. "Obwohl wir uns zuvor nicht kannten und nur wenig Zeit hatten, ein Konzept zu entwickeln, waren die letzten Wochen für Sascha, den Verein und mich ein Erfolg", meinte Hyypiä. "Dass Bayer 04 uns nun die Chance gibt, den gemeinsamen Weg fortzusetzen, ist ein großer Vertrauensbeweis."

Die Spieler freuen sich über die Doppellösung

Es ist aber auch ein kleines Wagnis für den ambitionierten Werksclub, auf zwei Neulinge zu setzen. Lewandowski war zuletzt Coach in der Jugend, Hyypiä macht gerade seine Trainerlizenz und war bisher Praktikant bei Bayer. "Man muss auch mal etwas wagen", sagte Holzhäuser, für den Trainer ohnehin "temporäre Erscheinungen" sind. Auch Völler hält es für eine richtige Entscheidung: "Sascha Lewandowski hat sich im Jugendbereich als Trainer moderner Ausrichtung einen Namen gemacht. Jetzt hat er auch im Profibereich bewiesen, wozu er imstande ist."

Gut angekommen sind Lewandowski und Hyypiä auch bei den Bayer-Profis, die mit dem Vorgänger Dutt nicht wirklich warm geworden waren. "Die beiden haben in den letzten sechs Spielen den Trend zum Positiven gedreht", stellte Kapitän Simon Rolfes fest. "Mit Sami und Sascha stimmten die Grundvoraussetzungen wieder." Diese Akzeptanz hat Lewandowski und Hyypiä auch bewogen, das Trainer-Abenteuer zu riskieren. "Das Engagement, der Wille und die Leidenschaft der Mannschaft haben uns dabei zusätzlich motiviert", sagte Lewandowski. Am 25. Juni beim ersten offiziellen Training nach der Sommerpause wird es wieder ernst.

Nach dem 28. Spieltag und der Entlassung Dutts hatte das Duo übernommen, danach feierte Bayer vier Siege und zwei Unentschieden, der Trainerwechsel wirkte wie eine Befreiung. Zwischenzeitlich hatte auch die DFL ihr Okay für das Gespann gegeben. Lizenzinhaber Lewandowski wurde nicht als Strohmann gesehen, der nur pro forma für den eigentlichen Chef Hyypiä installiert worden wäre. In ähnlichen Fällen, wie beim Hamburger SV, hatte die DFL nach der Übergangsfrist von 15 Tagen reagiert und einen Lizenzinhaber als Cheftrainer gefordert.

In der öffentlichen Wahrnehmung wird trotzdem Hyypiä als Chef wahrgenommen. Der Finne will aber keine Zweifel aufkommen lassen: "Unser aller Zusammenarbeit war vertrauensvoll und fruchtbar und ich freue mich darauf, sie zu intensivieren."

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