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1. Bundesliga: Stanislawski trotz Sieg unzufrieden

Hoffenheim konnte zum ersten Mal gegen Mainz gewinnen und dann auch noch mit 4:0. Trotz allem ist 1899-Coach Holger Stanislawski nicht zufrieden mit der Leistung seiner Jungs.

Die schwarze Serie gegen den FSV Mainz 05 hat 1899 Hoffenheim beendet. Beim 4:0 gefiel Trainer Holger Stanislawski nur das Resultat, aber nicht die Leistung.

Stanislawski kritisiert Leistung

Fluch beendet, Mainz blamiert - doch die Freude über das 4:0 (2:0) in der Coface Arena währte bei 1899 Hoffenheim nur kurz. Schuld daran war Trainer Holger Stanislawski, der mit den Darbietungen beim ersten Sieg in der Bundesliga gegen den FSV Mainz 05 überhaupt nicht zufrieden war.

"Wir haben unsere schwächste Leistung gezeigt und trotzdem 4:0 gewonnen. Das eine ist das Ergebnis, das andere ist, wie wir Fußball spielen wollen. Wir waren viel zu fahrig, viel zu schläfrig auf dem Platz", sagte der neue Coach der Kraichgauer. Ein paar lichte Momente habe es gegeben, aber "die sind mir viel zu selten".

Stanislawski will perfekten Fußball, doch auf dem Weg dahin fehlt ihm Konstanz. "Defensiv, offensiv, Abschlussbewegungen: Das haben wir nicht gut gemacht", kritisierte der 1899-Coach, der verstärkt auf Talente setzen will. Roberto Firmino, Torschütze zum 1:0, ist einer von ihnen. Der 19-Jährige stammt noch aus der Ära, als die Hoffenheimer viele Millionen investierten.

Keine Streicheleinheiten

Dominik Kaiser gehört zur neuen Sorte. Er schaffte den Sprung aus der zweiten Mannschaft in den Profikader und vertrat die verletzte Stammkraft Sejad Salihovic erstklassig. "Er hat sich prächtig entwickelt. Vielleicht wird aus dem Kaiser bald mal ein König", lobte Stanislawski.

Der überragende Ryan Babel bekam nach seinem ersten Doppelpack im Hoffenheimer Trikot keine Streicheleinheiten. "Er hat überragende Fähigkeiten. Aber er muss die auch auf den Platz bringen. Er kann noch viel zielgerichteter spielen", meinte Stanislawski. "Das war nicht mein bestes Spiel", sagte der niederländische Nationalspieler, mit sich selbst nicht ganz zufrieden. Der Sieg sei gut gewesen für das Selbstvertrauen der Mannschaft. "Doch überbewerten dürfen wir ihn nicht. Erst wenn wir nächste Woche gegen Wolfsburg gewinnen, war er was wert", meinte Torhüter Tom Starke.

Babel lobt die Mannschaft ("Sie hat Talent und Potenzial. Die Chance auf einen Platz im Europapokal ist da, aber noch weit weg"), sieht sich aber nicht als "richtigen" Stürmer. "Ich habe vielleicht die falsche Mentalität. Für mich kommt das Team immer zuerst. Wenn wir gewinnen und ich habe drei Vorlagen auf dem Konto, bin ich auch sehr glücklich", sagte Babel, der gern wieder für die Niederlande stürmen würde. "Ich hoffe, der Bondscoach hat das Spiel gesehen."

Mainz unter Druck

Das fünfte Eigentor von Kapitän Nikolce Noveski machte das Mainzer Debakel komplett und den Absturz ins Mittelfeld perfekt. "Wenn ich auf die Statistik schaue, dann gewinnen wir damit im Basketball und Tennis. Aber im Fußball verliert man damit auch mal 0:4", erklärte Mainz-Trainer Thomas Tuchel zerknirscht.

Drei Tore habe man dem Gegner durch individuelle Fehler von Eugen Polanski, Noveski und einem zweifelhaften Elfmeter geschenkt, keines habe in der Luft gelegen, nach jedem sei das Spiel gekippt. "Besser fand ich Hoffenheim nicht", stellte der 38-Jährige fest. Nach dem 2:4 gegen Schalke kassierten die Mainzer wieder vier Gegentreffer auf eigenem Platz. "Wir haben im Derby beim 1. FC Kaiserslautern viel gutzumachen. So geht es nicht weiter", sagte Mittelfeldrenner Marcel Risse.

sportal.de / sportal

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