AC Mailand Brillanter Beckham zwischen den Fronten


Wohin führt der Weg des David Beckham? Der AC Mailand ist weiter nicht bereit, für seinen neuen Superstar richtig viel Geld auszugeben. Aber die LA Galaxy bleiben hart und bestehen auf ihren Forderungen. Eine Lösung scheint sich nun allerdings anzubahnen.

Im Transfer-Gerangel um Mittelfeldstar David Beckham zeigt der AC Mailand sein Pokerface und bleibt hart. Obwohl Los Angeles Galaxy das Angebot der Italiener in Höhe von drei Millionen US-Dollar "lächerlich" genannt und abgelehnt hat, will Milan keine höhere Summe für den 33 Jahre alten englischen Fußball- Nationalspieler bieten. "Absolut nicht", betonte Milan-Vize-Präsident Adriano Galliani. Dabei erscheinen die umgerechnet 2,34 Millionen Euro für den Superstar tatsächlich wie ein unrealistischer Schnäppchenpreis.

Wie viel "Becks" für Milan wirklich wert ist, zeigte er wieder am Sonntagnachmittag beim 1:0-Heimsieg gegen Cagliari. Mit Zauberflanken trieb der Engländer sein Team in Abwesenheit von Spielmacher Kakà nach vorne, bis Clarence Seedorf in der 65. Minute das goldene Tor für Milan erzielte.

Damit hielt Milan (48 Punkte) als Tabellendritter zumindest mit Spitzenreiter Inter Mailand (59) und Verfolger Juventus Turin (50) Schritt. Titelverteidiger Inter kam vor dem Champions-League-Schlager am Dienstag in San Siro gegen Manchester United beim FC Bologna zu einem im Schongang herausgespielten 2:1-Sieg. Damit behauptete die Mannschaft von Trainer José Mourinho ihre neun Zähler Vorsprung vor Rekordmeister Juve, der mit 2:0 bei US Palermo siegte.

Gesprächsthema Nummer eins am 25. Spieltag war aber nicht Inters souveräner Marsch in Richtung Titelverteidigung, sondern der Tod des langjährigen Chefredakteurs der "La Gazzetta dello Sport", Candido Cannavo, für den am Sonntag alle Spiele mit einer Schweigeminute begannen, sowie die Zukunft von David Beckham.

Einige "Tifosi" fürchten, dass sich Milan mit seiner unnachgiebigen Haltung bei den Verhandlungen mit Galaxy verzocken könnte. Er sei erfahren genug, um den Preis eines Spielers einschätzen zu können, betonte dagegen Milan-Vize Galliani. Es mache keinen Sinn in Europa, mehr Geld auszugeben, meinte der charismatische Glatzkopf.

Galliani glaubt offenbar, im Transfer-Poker mit den Amerikanern zwei entscheidende Trümpfe in der Hinterhand zu haben: Erstens hat der Engländer mehrfach betont, in Italien bleiben zu wollen. Ihn zu zwingen, in die amerikanische Major League Soccer (MLS) zurückzukehren, macht für Galaxy wenig Sinn. Zweitens kann Beckham Ende November dieses Jahres vorzeitig ohne Ablöse aus dem Vertrag aussteigen. Dann ginge Galaxy also leer aus.

Nach einem Bericht der "Gazzetta dello Sport" deutet sich nun eine "Teilzeit-Lösung" als Kompromiss an. Beckham sei bereit, nach Ende der italienischen Liga am 31. Mai für Galaxy in der US-Liga bis Saisonende am 30. Oktober weiterzuspielen. So würde er dem Club aus Kalifornien lediglich elf Spiele fehlen. Damit würde sich der Brite jedoch einer Doppelbelastung aussetzen. Und dies ausgerechnet vor der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika, an der er mit den englischen Nationalelf unbedingt teilnehmen will.


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