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Allianz-Arena: Neue Münchner-Arena mit Bayernderby eröffnet

Zehntausende Löwen-Fans feiern ihr neues Stadion. Beim bayerischen Derby 1860 München gegen den 1. FC Nürnberg haben die Eröffnungsfeierlichkeiten für die neue Münchner Fußballarena begonnen.

Höhepunkt des Fußballfests ist am Dienstagabend eine Begegnung des FC Bayern München gegen die Deutsche Nationalmannschaft. Doch am Montagabend gehörte die mit 66.000 Zuschauern ausverkaufte Arena zunächst einmal den Löwen, die in der achten Spielminute das erste Tor in dem neuen Stadion erzielten.

"Bayern und Sechzig bekommen ein wunderbares Stadion", sagte der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber vor dem Freundschaftsspiel. Stoiber, der als bekennender Fan des Lokalrivalen FC Bayern gegen ein Pfeifkonzert der 1860-Anhänger anreden musste, nannte die einzigartige Architektur der Arena einen sichtbaren Ausdruck eines sportbegeisterten Landes. Sie werde Bewunderung und Furore auslösen, wie vor 33 Jahren das Münchner Olympiastadion, das ein Jahr vor der Fußball-Weltmeisterschaft den Profifußball an die neue Arena abgeben musste.

"Dieses herrliche blaue Fußballstadion"

Den offiziellen Startschuss gab wenige Minuten nach 20.00 Uhr der Münchner Oberbürgermeister Christian Ude, der es als 1860-Vorstandsmitglied leichter hatte, sich Gehör zu schaffen. "Die Allianz Arena, dieses herrliche blaue Fußballstadion, ist eröffnet", sagte er unter dem Jubel der zehntausenden Fans. Die Münchner könnten nun wunderbare Architektur und wunderbare Stimmung erleben.

Im kommenden Sommer soll in dem Stadion das Eröffnungsspiel der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 stattfinden. Letzten Angaben zufolge belaufen sich die Gesamtkosten der Allianz-Arena auf rund 340 Millionen Euro. Mit zusätzlich 288 Millionen hat nach offiziellen Angaben die Verkehrserschließung mit dem Ausbau von Straßen und U-Bahn fast ebenso viel gekostet: Rund ein Viertel davon zahlt der Bund, den Rest teilen sich der Freistaat und die Landeshauptstadt München. Die Namensrechte für das Stadion hat sich der Münchner Versicherungskonzern Allianz für mindestens 15 Jahre gesichert.

Stromverbrauch wie eine Kleinstadt

Die futuristische Architektur der von den Münchnern "Schwimmreifen" oder "Ufo" getauften Arena sorgte bereits wegen ihrer einzigartigen Lichteffekte für bundesweites Aufsehen. Der von den Basler Architekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron entworfene Bau ist von einer Hülle aus knapp 3.000 rautenförmigen Kunststoffluftkissen umgeben, die durch Veränderung von Druck und Beleuchtung je nach Spiel das gigantische Stadion im Münchner Norden in den Vereinsfarben des FC Bayern oder des TSV 1860 pulsieren lassen.

Beide Vereine, denen das von einem Korruptionsskandal überschattete Stadion zu je 50 Prozent gehört, preisen die Fußballarena als Werk der Superlative: Das bislang teuerste deutsche Fußballstadion hat demnach nicht nur die größte Membranhülle der Welt, sondern auch mit 11.000 Stellplätzen das größte Parkhaus Europas.

Die 66.000 Zuschauer sitzen in Zukunft im Vergleich zum Olympiastadion nicht nur unter vollständig überdachten Plätzen, sondern vor allem wesentlich näher am Geschehen. In der ersten Reihe trennen die Zuschauer lediglich 7,50 Meter vom Spielfeldrand. Mit 25.000 Leuchtstoffröhren und Ventilatorentechnik für die aufblasbare Hülle verbraucht das Stadion nach Betreiberangaben im Maximum in etwa so viel Strom wie eine Kleinstadt.

"Löwen" feiern Premierensieg

Der TSV 1860 München feierte im bayerischen Derby gegen den Fußball-Bundesligisten 1. FC Nürnberg mit 3:2 den ersten Sieg in der neuen Heimat. Auch den allerersten Eintrag in die Geschichtsbücher der Allianz Arena schafften die «Löwen»: Das erste Tor erzielte in der 9. Minute Patrick Milchraum. Nach dem Führungstreffer für die "Löwen" ließen sich die Gäste aus Franken, die ohne ihren Torschützenkönig Marek Mintal antraten, nicht lange bitten und kamen durch den starken Stefan Kießling (21.) zum Ausgleich. Kurz vor der Pause traf Marcel Ketelaer zur Führung der Gäste. Lance Davids schaffte (68.) vier Minuten nach seiner Einwechslung auf Vorlage von Milchraum per Kopf den Ausgleich, wenig später sorgte Slobodan Komljenovic für den Siegtreffer der "Löwen".

AP/DPA

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