Brasilianische Fankultur Wenn die Hühner auf den Platz fliegen


Frustbewältigung a la Brasil: Als enttäuschte Fans Hühner auf das Trainingsgelände warfen, flippte Romario aus und begann eine heftige Prügelei. Erst die Polizei konnte die Gemüter beruhigen.

Brasilianische Fußballer müssen sich in dem Land des Rekordweltmeisters viel gefallen lassen, doch irgendwann reißt jedem mal der Geduldsfaden. Und besonders dann, wenn Hühner ins Spiel. Wegen sechs dieser putzigen unschuldigen Vieher hatte sich im April 2003 Brasiliens Fußball-Altstar Romario mit Fans seines Teams Fluminense geprügelt.

Der Zwischenfall geschah in Rio de Janeiro. Unzufrieden mit ihrem abstiegsgefährdeten Team und mit den Leistungen von Romario hatten Fans während des Morgentrainings das Federvieh aufs Feld geworfen und damit angedeutet, die Spieler zeigten nicht genug Kampfgeist. Außerdem beschimpften sie die Spieler aufs Übelste. Nach dem Training begannen der 38-jährige Romario, sein privater Fitnesstrainer, ein Hilfscoach von Fluminense und Stadion-Wachmänner vor laufenden TV-Kameras eine Rauferei mit den Fans. Die Gemüter konnten erst von der herbeigerufenen Polizei beruhigt werden.

Romario forderte ein Kampfduell

"Mensch, ich lasse mich doch nicht in meinem eigenen Haus beleidigen. Wir Spieler von Fluminense sind alles echte Männer", schimpfte der Weltmeister von 1994 nach dem Zwischenfall sichtlich verärgert. Romario wollte den Anführer der Fanproteste zu einem persönlichen Kampfduell herausfordern. «Dann fangen wir bei Null zu Null an», sagte er. Fluminense hatte neun Spieltage vor Ende der brasilianischen Landesmeisterschaft nur den vorletzten PLatz unter 24 Mannschaften gelegt.


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