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Bundesliga-Check, Teil 13: Hamburg - Dino unter Druck

Bis zum Start der Bundesliga stellt stern.de alle Bundesligisten vor und analysiert ihre Chancen vor der Saison. Beim HSV überschattet der Abschied von Superstar Rafael van der Vaart den Saisonstart, aber die Mannschaft hat Potenzial.

Von Nico Stankewitz

Aussichten: Beim HSV steht man am Beginn einer neuen Zeitrechnung. Nach dem Abschied von Trainer Stevens und Regisseur van der Vaart muss der Bundesliga-Dino einen Umbruch wagen, denn die Hierarchie in der Mannschaft wird nun neu geordnet. Der Weg dabei ist ungewöhnlich, denn man setzt ansonsten auf höchste Kontinuität, hat mit den beiden Freiburgern Pitroipa und Aogo nur zwei talentierte Zweitligaspieler verpflichtet und – bis auf van der Vaart – keinen Stammspieler abgegeben. Der Kader steht in seinen Konturen also nahezu unverändert, neue Impulse wird vor allem das fast komplett neue Trainerteam geben, wo man sich vor allem von den jungen Spielern große Fortschritte erhofft.

Überhaupt die jungen Spieler: 19 der 28 Spieler im Kader sind unter 25, darunter mit Pitroipa, Aogo, Ben-Hatira oder Choupo-Moting einige, denen man in dieser Saison den Durchbruch in der Bundesliga zutrauen kann. Das Beispiel des vor Jahresfrist aus Berlin gekommenen Jerome Boateng, der auf beiden Außenbahnen überzeugte und sich mit 19 Jahren als Stammspieler fühlen kann, spornt auch die anderen an. Der HSV könnte werden, was er sehr lange nicht mehr war: ein Verein, der Talente zur Bundesligareife bringt. Das war in den vergangenen Jahren trotz großer Investitionen in den Jugendbereich nicht der Fall, weder bei eigenen noch bei eingekauften Nachwuchsspielern. Auch die von den Bayern erworbenen Trochowski und Guerrero haben ihren absoluten Durchbruch in der Bundesliga noch nicht geschafft, sind jetzt mit 24 Jahren gefordert, eine ganze Saison als Leistungsträger konstante Leistungen abzurufen.

Trainer:

Martin Jol. Der 52-Jährige Niederländer hat die Nachfolge des nach Eindhoven gewechselten Huub Stevens angetreten, im Gegensatz zu seinem Vorgänger ist er eher ein Verfechter des Offensivfußballs. Jol gilt als guter Trainer für junge Spieler, die gefördert und aufgebaut werden, der aber auch konsequent durchgreift.

Neuzugänge:

Dennis Aogo (Freiburg/1,3 Mio), Jonathan Pitroipa (Freiburg/ablösefrei).

Die beste Elf:

Frank Rost (Deutschland/35), Guy Demel (Elfenbeinküste/27), Vincent Kompany (Belgien/22), Joris Mathijsen (Niederlande/28), Jerome Boateng (Deutschland/19), Nigel de Jong (Niederlande/23), Romeo Castelen (Niederlande/25), Piotr Trochowski (Deutschland/24), David Jarolim (Tschechien/29), Paulo Guerrero (Peru/24), Ivica Olic (Kroatien/28).

Tipp von stern.de:

Der HSV hat ein junges, entwicklungsfähiges Team, das eine gute Rolle spielen wird. Ohne den Superstar reicht es aber nicht für die absoluten Spitzenplätze. Platz 6.

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