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Bundesliga-Check, Teil 6: Gladbach - die Rückkehr der Altmeister

Mit Borussia Mönchengladbach ist ein Traditionsteam des deutschen Fußballs wieder ins Oberhaus zurückgekehrt, und die Perspektiven für die "Fohlen" sind nicht schlecht - vor allem wegen eines Supertalents.

Von Nico Stankewitz

Aussichten: Die Ära vor dem Abstieg 2007 war geprägt von häufigen Trainer- und Managerwechseln, sowie von teuren und ineffektiven Transfers wie etwa Frederico Insua, Wesley Sonck oder Marek Heinz, die nur selten ihr Gehalt wert waren. Bereits in der Rückrunde jener Abstiegssaison wurde mit Sportdirektor Christian Ziege und Trainer Jos Luhukay ein Duo installiert, das seitdem den Umbau der Mannschaft unbeirrt voran getrieben hat. Stück für Stück wurde die Mannschaft ergänzt und ohne spektakuläre Rundumschläge erneuert. Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen stimmen durch den Stadionbau jetzt sowieso, alle Zeichen stehen auf Erstligafußball.

Mit Marko Marin hat Gladbach seit langer Zeit wieder einen Spieler mit Starpotenzial, dem viele Experten in dieser Saison den großen Durchbruch in der Bundesliga zutrauen. Marin gilt neben Bayerns Toni Kroos als größtes Talent im deutschen Fußball, ist dribbelstark und wendig, mit viel Gefühl für Flanken und Freistöße. Marin könnte neben einer soliden und sachlichen Defensivabteilung ein großer Trumpf der Borussia in dieser Saison werden. Vielleicht der wichtigste Faktor ist aber die Ausgeglichenheit des Kaders, denn als einzige der Mannschaften, die sich potenziell eher in der unteren Tabellenhälfte aufhalten werden, verfügt Gladbach über nahezu gleichwertige Alternativen auf allen Positionen - häufig wird wirklich die Tagesform darüber entscheiden, wer in der "ersten Elf" aufläuft.

Trainer: Jos Luhukay. Der 45-Jährige Niederländer verfolgte seit seinem Amtsantritt in der Abstiegssaison stur seinen Weg und vervollständigte ohne Stareinkäufe seinen Kader. Luhukay genießt großes Ansehen in Mannschaft und Umfeld. In dem sehr ausgeglichenen Gladbacher Kader ist der Coach die Garantie, dass die Einsätze nach Leistung verteilt werden und das auch allgemein anerkannt wird. Ein Fußballfachmann, stur und konsequent.

Neuzugänge:

Karim Matmour (SC Freiburg/2 Mio), Jan-Ingwer Callsen-Bracker (Bayer Leverkusen/0,75 Mio), Gal Alberman (Beitar Jerusalem(Israel)/0,65 Mio), Jean-Sebastian Jaures (Auxerre(Frankreich)/ablösefrei).

Die beste Elf:

Christopher Heimeroth (Deutschland 27), Tobias Levels (Deutschland/21), Roel Brouwers (Niederlande/26), Filip Daems (Belgien/29), Jean-Sebastian Jaures (Frankreich/30), Marcel Ndjeng (Kamerun/26), Patrick Paauwe (Niederlande/32), Sascha Rösler (Deutschland/30), Marko Marin (Deutschland/19), Oliver Neuville (Deutschland/35), Rob Friend (Kanada/27).

Tipp:

Gladbach war in der vergangenen Saison die herausragende Mannschaft der 2. Liga und hat sich sinnvoll verstärkt. Der stärkste Aufsteiger wird nicht ernsthaft gegen den Abstieg spielen. Platz 13.

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