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Überraschender Abgang: Investor Windhorst rechnet mit Klinsmann ab: "Das sollte unter Erwachsenen nicht passieren"

Zwei Tage nach dem Rücktritt von Jürgen Klinsmann als Trainer von Hertha BSC Berlin, äußert sich der Klub in einer Pressekonferenz zu den Ereignissen. Investor Lars Windhorst attackiert Klinsmann scharf – bereut dessen Abgang aber dennoch.

Klinsmann: "Kompetenzaufteilung nicht hinbekommen" – Investor Windhorst enttäuscht

Jürgen Klinsmann wird nach seinem überraschenden Rücktritt als Cheftrainer auch nicht wieder Teil des Aufsichtsrats von Hertha BSC Berlin sein. Das teilte der Klub am Donnerstag bei einer Pressekonferenz mit. "Die Art und Weise des Abgangs war inakzeptabel", sagte Hertha-Investor Lars Windhorst. "Deswegen ist eine weitere Zusammenarbeit im Aufsichtsrat nicht möglich."

Klinsmann habe dadurch zu viel Glaubwürdigkeit verloren. "Das sollte unter Erwachsenen nicht passieren. Das sieht Jürgen Klinsmann jetzt auch so, aber nun ist das Kind nun mal in den Brunnen gefallen", so Windhorst weiter.

"Keine Möglichkeit des Austausches"

Der Investor und Herthas Geschäftsführer Michael Preetz erklärten weiter, wie es zu Klinsmanns Rückzug kam. Demnach hatte man mit Klinsmann eine Zusammenarbeit bis Saisonende vereinbart, im Winter sei dann jedoch in Klinsmann der Wunsch gereift, länger als Cheftrainer arbeiten zu können. "Dabei gab es unterschiedliche Auffassungen über die Kompetenzbereiche,  also was ein Trainer alleine bestimmen sollte."

Klinsmann tritt als Hertha-Trainer zurück

Preetz zeigte sich sehr enttäuscht darüber, dass er "keine Möglichkeiten des Austausches" von Klinsmann bekommen habe, um die Probleme vielleicht doch noch zu lösen.

Der Name Klinsmann "hatte guten Klang" bei Werbekunden

Windhorst ergänzte, dass er es bereue, die Zusammenarbeit mit Klinsmann nicht rechtzeitig verlängert zu haben. "Seine Name hatte auch einen guten Klang bei Werbekunden, das hatten wir schon gemerkt", so Windhorst. Man sei kurz davor gewesen, einen neuen großen Investor an Land zu ziehen, auch dank des Engagements von Klinsmann.

Der Coach selbst bereue seinen Schritt auch aktuell schon, so Windhorst weiter. "Ich habe mit ihm danach telefoniert. Er hat sich entschuldigt, ihm tut das sehr leid." Er ergänzte "Das war alles sehr emotional für ihn."

Hertha-Präsident Werner Gegenbauer sagte bei der Pressekonferenz, dass die Meldungen unzutreffend seien, Klinsmann habe ohne Vertrag in Berlin gearbeitet. "Natürlich gab es einen mündlichen Arbeitsvertrag", so der 69-Jährige. "Und ab dem 2. Dezember lag ihm auch ein schriftlicher Vertrag vor."

Klinsmann hatte am Dienstag überraschend nach nur elf Wochen als Chefcoach in Berlin das Handtuch geworfen. Seinen Rücktritt verkündete der 55-Jährige auf Facebook, mehr als eine Stunde, bevor der Verein mit einem Statement an die Öffentlichkeit ging.

Lars Windhorst ist mit seiner Firma Großinvestor bei Hertha BSC Berlin. 

Lars Windhorst ist mit seiner Firma Großinvestor bei Hertha BSC Berlin. Auf einer PK äußerte er sich zum Abgang von Jürgen Klinsmann

DPA

Investor Windhorst will "mindestens zehn Jahre" bleiben

Investor Windhorst nutzte die Pressekonferenz auch dafür, seine Investment-Strategie für Berlin zu erläutern. So plane er "mindestens mehr als zehn Jahre" im Klub engagiert zu bleiben. "Meinetwegen könnten es auch 20 oder 30 Jahre werden." Das könne man so nicht voraussehen.

Quelle: PK von Hertha BSC Berlin

fin

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