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Calmund-Affäre: "Unfassbares Nachtreten"

Die Finanzaffäre um Rainer Calmund wird immer bizarrer: Auf die Nachricht, sein Ex-Verein habe ihm einen Spion hinterher geschickt, reagierte der ehemalige Bayer-Manager nun mit einem Besuch bei der Staatsanwaltschaft.

In der Finanzaffäre um Ex-Fußballmanager Reiner Calmund hat dessen Anwalt der Führungsriege von Bayer 04 Leverkusen ein "unfassbares Nachtreten" vorgeworfen. Sein Mandant sei sehr bestürzt gewesen, als er nach seinem Ausscheiden im Jahr 2004 erfahren habe, dass Bayer ihm hinterherspioniert habe, sagte der Kölner Anwalt Stefan Seitz.

Seitz bezog sich dabei auf einen Bericht der "Süddeutschen Zeitung". Darin hatte es geheißen, Bayer 04 habe bereits im Herbst 2004 intern gegen Calmund ermittelt. Wie die Zeitung weiter berichtete, ging es dabei um mutmaßliche Schwarzgeldkonten und Schwarzgeldgeschäfte Calmunds im Ausland. Der Bundesligist habe einen Wirtschaftsjuristen in die USA geschickt, um fragwürdige Finanzbeziehungen des Ex-Managers auszukundschaften.

"Sehr gute Gründe" für die Ermittlungen

Den Geschäftsführer von Bayer 04, Wolfgang Holzhäuser, zitierte die Zeitung mit den Worten, der Club habe "sehr gute Gründe" für die Ermittlungen gehabt. "Es gab einige Dinge nachzuprüfen, die nur in den USA nachgeprüft werden konnten", sagte Holzhäuser. Der von ihm beauftragte Anwalt habe nach seiner Rückkehr ein Memorandum verfasst, das der Staatsanwaltschaft übergeben worden sei.

Der Sprecher der Kölner Staatsanwaltschaft, Günther Feld, sagte jedoch, bisher sei kein solches Schreiben von Bayer 04 Leverkusen eingegangen. "Diese Aktion im Herbst 2004 war ein unfassbares Nachtreten von Bayer 04 Leverkusen", sagte Calmunds Anwalt Stefan Seitz. Er kündigte an, dass sich Calmund in der kommenden Woche mit Kölner Staatsanwälten treffen werde.

AP / AP

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