17 der 18 Spiele in der Mega-Konferenz am letzten Spieltag der Champions-League-Ligaphase waren schon beendet, so dass sich am Ende alle Augen nach Lissabon richteten. Zu Recht, denn was sich dort im Estádio da Luz abspielte, war der reine Wahnsinn.
Ungewöhnlich genug, dass Benfica Lissabon mit 3:2 gegen den klaren Favoriten Real Madrid führte. Doch der Sieg hätte dem Klub aus Portugal nichts genützt – ein Tor fehlte noch, um in die Play-offs einzuziehen.
In der Nachspielzeit schickte Trainer José Mourinho seine gesamte Mannschaft nach vorne, selbst Torwart Anatoliy Trubin machte sich bei einem Freistoß in den gegnerischen Strafraum auf. Und es war tatsächlich der ukrainische Keeper, der in der achten Minute der Nachspielzeit per Kopf zum 4:2-Endstand traf und das Stadion damit gefühlt explodieren ließ.
Champions League: Benfica-Trainer Mourinho war falsch informiert
Was folgte, waren wilde Jubelszenen, die Mitspieler stürzten sich auf ihren Helden. Mit dem Sieg zog Benfica in der Tabelle an Olympique Marseille vorbei und in die Play-offs der Champions League ein. So bleibt die Chance aufs Achtelfinale gewahrt.
Kurios: Die Tabellenkonstellation schien Trainer Mourinho zunächst gar nicht bewusst gewesen zu sein. Beim Stand von 3:2 wechselte der Portugiese defensiv. "Es hieß, wir sind durch", sagte er nach dem Spiel, er habe die Führung absichern wollen. Sein Team spielte sogar auf Zeit. Wenig später die Erkenntnis: Der aktuelle Zwischenstand reicht nicht. "Aber da kann ich nicht mehr wechseln. Wir haben den Lucky Punch bekommen mit dem Standard."
Ebenfalls kurios in diesem an verrückten Geschichten nicht armen Spiel: Mourinho vermieste seinem Ex-Verein den direkten Einzug ins Achtelfinale, auch Real Madrid muss sich über die Play-offs qualifizieren. Und dort könnten beide Teams gleich wieder aufeinandertreffen. Ein emotionales Duell dürfte dann vorprogrammiert sein.