VG-Wort Pixel

Champions League Chelsea ringt Neapel nieder - 4 -1 nach Verlängerung


Dank Branislav Ivanovic steht der FC Chelsea im Viertelfinale der Champions League. Der Rechtsverteidiger traf in der Verlängerung zum 4:1 und ließ Chelsea jubeln. Vorher hatte Frank Lampard mit einem Elfmeter für die Extra-Time gesorgt. Neapel blieb in einem hochdramatischen Spiel nur die Rolle des Verlierers.

Der FC Chelsea steht im Viertelfinale der UEFA Champions League. In der Verlängerung besorgte Branislav Ivanovic den letztlich entscheidenden Treffer (105.). Neapel warf danach alles nach vorne, konnte das Glück aber nicht auf seine Seite zwingen.

Didier Drogba (28.) und Kapitän John Terry kurz nach der Pause (47.) hatten Chelsea mit 2:0 in Führung gebracht. Gökhan Inler verkürzte umgehend (55.), ehe Frank Lampard mit einem Handelfmeter (Dossena, 75.) für die Verlängerung sorgte. In der war dann Ivanovic zur Stelle und sorgte für grenzenlosen Jubel in Blau.

Nach der 1:3-Niederlage im Hinspiel versuchte Chelsea laut englischer Presse, “das Unmögliche möglich zu machen.“ Erst drei von 44 Teams gelang es in der Champions League, einen Zwei-Tore-Rückstand nach dem Hinspiel wettzumachen – Chelsea bei drei Versuchen noch nie. Allerdings hatten die Blues in den drei Heimspielen der diesjährigen Saison kein Gegentor kassiert und alle Spiele bei 10:0 Toren gewonnen.

Chelseas neuer Trainer Roberto di Matteo setzte - wie sein Vorgänger in Neapel - auf ein 4-3-3. Allerdings nahm er vier Wechsel vor: In der Viererkette spielten John Terry und Ashley Cole für Gary Cahill und José Bosingwa, im Mittelfeld rückten Frank Lampard und Michael Essien für Raul Meireles sowie Florent Malouda in die Startelf. Im Sturm liefen wieder Didier Drogba, Juan Mata und Daniel Sturridge auf.

Walter Mazzari sah bei Napoli keinen Grund, etwas im Vergleich zum Hinspiel zu ändern. Die beim 6:3 gegen Cagliari zunächst geschonten Edison Cavani und Marek Hamsik vervollständigten wieder das Offensiv-Trio neben Ezequiel Lavezzi.

Chelsea macht Druck, Neapel antwortet

Chelsea war von Beginn an bemüht, Druck auf das Tor der Gäste aufzubauen und hatte in der 5. Minute die erste gute Schusschance durch Daniel Sturridge. Morgan de Sanctis war aber auf dem Posten und lenkte den Ball zur Ecke. Danach waren dann aber erst einmal die Gäste am Drücker. Einen Schuss von Hamsik fälschte Kapitän Terry ab, aber Petr Cech, der schon auf dem Weg in die andere Ecke war, konnte den Ball per Fußabwehr klären (10.).

Und im Minutentakt ging es weiter: Cavani vergab die große Chance zur Führung, als er in eine Maggio-Flanke rutschte, aber nicht das leere Tor, sondern nur das Außennetz traf (13.). Eine Minute später kam Lavezzi zum Abschluss, der Winkel war aber etwas zu spitz, daher kein Problem für Cech. Nach einer weiteren Zeigerumdrehung kam erneut Hamsik zum Schuss, den Cech ebenfalls parierte.

Drogba mit der Führung für Chelsea

Danach nahm Neapel etwas Tempo heraus und Chelsea kam wieder besser in die Partie. In der 28. Minute dann die Führung praktisch aus dem Nichts: Eine Flanke von Ramires landete auf dem Kopf von Drogba und der vollendete zum 1:0. Nur noch ein Treffer fehlte Chelsea nun zum Weiterkommen.

Und das Tor war wie ein Weckruf für die Blues. Nur drei Minuten später war erneut Drogba zur Stelle und musste die Kugel nur noch über die Linie drücken. Allerdings war Hugo Campagnaro auf dem Posten und klärte die Hereingabe mit dem Knie zur Ecke. Und die Ecke wurde gefährlich – allerdings für Chelsea.

Die konterstarken Gäste fingen die Ecke ab, spielten sofort in die Spitze, aber Cavani vergab mit einer schlechten Ballmitnahme eine bessere Schussposition und zielte letztendlich am Tor vorbei. Danach ging es für den verletzten Christian Maggio nicht mehr weiter, für ihn kam Andrea Dossena (36.). In der Nachspielzeit dann noch eine gute Chance für Chelsea, aber Paolo Cannavaro bekam noch seine Fußspitze an den Ball und klärte in höchster Not für den schon geschlagenen de Sanctis.

Auf und Ab geht weiter

Und Cannavaro stand auch kurz nach der Pause im Mittelpunkt. Bei einer Ecke konzentrierte er sich nur auf Drogba, Campagnaro kam zu spät und Terry konnte vom Fünfereck unbedrängt zum 2:0 einköpfen (47.). Chelsea war kurzzeitig weiter – aber nicht lange. Eine Hereingabe konnte Terry nur in die Mitte abwehren, Gökhan Inler kam an den Ball und hämmerte ihn zum 1:2 in die Maschen. Wieder Vorteil Napoli (55.).

Chelsea-Coach di Matteo reagierte wenig später und brachte den stark kritisierten Fernando Torres für Sturridge (63.). Und der war sofort im Spiel. Im Strafraum legte er einen Ball auf Branislav Ivanovic ab, dessen abgefälschten Schuss parierte de Sanctis per Blitzreflex (64.). Und nur eine Minute später wieder de Sanctis: Bein einem Linksschuss aus der Drehung von Drogba nach einem Einwurf kam der Keeper noch mit den Fingerspitzen an den Ball und lenkte ihn zur Ecke.

Aber auch Neapel tauchte weiter gefährlich vor Cech auf. Camilo Zúniga spazierte durch die Chelsea Hintermannschaf und zog aus rund zehn Metern ab. Cech konnte abwehren und Lavezzi den Abpraller nicht kontrollieren – ansonsten hätte sich eine weitere gute Chance ergeben (70.). Auf der Gegenseite schlugen zunächst Zúniga und dann Cavani im Strafraum über den Ball, der überraschte Terry konnte nicht mehr schnell genug reagieren – Glück für Napoli (72.).

Lampard sorgt für die Verlängerung

Zwei Minuten später dann Elfmeter. Terry köpfte Dossena das Leder an die Hand, Felix Brych entschied sofort auf Strafstoß. Lampard trat an und drosch den Ball ins Netz (75.). Chelsea machte nun mehr Druck, Neapel blieb aber weiter gefährlich und lauerte auf Konter. Aufregung dann noch einmal in der 89. Minute: Drogba forderte Elfmeter, im Zweikampf mit Salvatore Aronica war er zu Boden gegangen – halb wurde er gezogen, halb sank er dahin. Knifflige aber vertretbare Entscheidung nicht zu pfeifen. Somit ging es in die Verlängerung.

Und die ging gleich gut los. Ein Kopfball von Ivanovic strich knapp am Pfosten von de Sanctis Tor vorbei. Im Gegenzug verfehlte Hamsik mit einer Volleyabnahme den Winkel nur knapp (92.). In der 100. Minute verpasste dann Torres das 4:1. De Sanctios hatte sich bei einem langen Pass verschätzt, Torres kam an den Ball, verfehlte aber das leere Tor. Der Winkel war zwar spitz, den hätte er aber machen müssen.

Wie es geht, machte ihm dann Rechtsverteidiger Ivanovic vor. Bei einer Hereingabe von rechts kam er vollkommen frei aus zehn Metern zentral vor dem Tor zum Schuss und jagte das Leder unter die Latte. 4:1 für Chelsea vor Beginn der zweiten Hälfte der Verlängerung (105.). Mazzarri reagierte und brachte Goran Pandev für Hamsik.

Torres hatte dann die Chance zur Entscheidung. Neapel warf alles nach Vorne, Torres Schuss konnte de Sanctis aber entschärfen (108.). Neapel versuchte bis zum Ende alles, konnte sich aber keine ernsthaften Möglichkeiten mehr erarbeiten. Chelsea vergab noch einige Kontermöglichkeiten fahrlässig, am Ende reichte es aber für die Blues, die nun die englische Fahne in der Champions League hochhalten.

Daniel Bruckbauer

sportal.de sportal

Mehr zum Thema


Wissenscommunity


Newsticker