Champions League Stuttgart sieglos auf Achtelfinal-Kurs


Der VfB Stuttgart wartet in der Champions League weiter auf den ersten Sieg. Gegen den rumänischen Meister Unirea Urziceni reichte es erneut nur zu einem Remis. Lange Gesichter gab es auch in Mailand und bei den Teams von der Insel.

Der VfB Stuttgart ist in der Champions League noch immer sieglos, aber trotzdem auf dem Weg Richtung Achtelfinale. Durch ein 1:1 (1:0) beim rumänischen Meister Unirea Urziceni verbesserte sich der Fußball-Bundesligist am Dienstag auf den zweiten Platz der Gruppe G. "Natürlich ist es schade, dass wir hier nicht gewonnen haben. Aber unser Pluspunkt ist, dass wir das Weiterkommen in der eigenen Hand haben", sagte Teamchef Markus Babbel.

Die Mannschaft von Trainer Markus Babbel war durch Serdar Tasci früh in Führung gegangen (5. Minute), baute danach aber erneut stark ab. Den Ausgleich für Urziceni schoss Serban Varga kurz nach der Pause (48.). Mit zwei Punkten aus zwei Spielen stehen die Stuttgarter zwar auf dem zweiten Platz der Gruppe G, der angestrebte Einzug ins Achtelfinale ist aber dennoch in Gefahr. In den kommenden beiden Partien wartet Tabellenführer FC Sevilla.

Vor nur 12.000 Zuschauern nahm Babbel nach dem überzeugenden 3:0 in Frankfurt nur eine Änderung vor: Pawel Pogrebnjak rückte ausgerechnet für den zweifachen Torschützen Julian Schieber in den Sturm. Der Rumäne Ciprian Marica erhielt überraschend erneut den Vorzug vor Cacau. Den Schwaben merkte man sofort an, dass sie nach dem Punktverlust gegen die Glasgow Rangers schon im zweiten Spiel unter Erfolgsdruck standen: Bereits nach 49 Sekunden landete ein Schrägschuss von Roberto Hilbert am Außennetz, vier Minuten später lag der Ball im Tor: Nach einem Kopfballduell mit Timo Gebhardt legte Epaminonda Nicu unfreiwillig vor, und Tasci behielt freistehend vor Unirea-Keeper Giedrius Arlauskis die Nerven.

Nach diesem Tor zogen sich die Schwaben allerdings immer weiter zurück und ließen den rumänischen Meister ins Spiel kommen. Urziceni, das sich in nur sieben Jahren aus der 3. Liga in die "Königsklasse" hochgearbeitet hat, wusste damit aber wenig anzufangen. Erst in der 23. Minute spielten sich die Rumänen durch Gabriel Balan ihre erste Chance heraus. Der VfB stand in der Abwehr sicher, fand dafür aber in der Offensive kaum noch statt. Immer mehr schlichen sich Ungenauigkeiten im Zusammenspiel und Unkonzentriertheiten ein.

Nach dem 1:1 nahm der Bundesliga-Elfte das Tempo der Anfangsoffensive zwar wieder auf, doch Pogrebnjak (55.), Marica (63.) und Hilbert (84.) vergaben beste Chancen zum möglichen Auswärtssieg.

Auch die Konkurrenz schwächelt

Die Stuttgarter taten sich anschließend schwer, diese Partie zu bewerten. Gegen den VfB sprach eine für internationale Verhältnisse lange Mängelliste, auf der unter anderem die Passivität nach dem 1:0 und ein grober Abwehrschnitzer vor dem Ausgleich standen. Für den VfB spricht, dass die anderen Mannschaften in dieser Gruppe ebenso Schwächen zeigen. Der vermeintlich größte Rivale um Platz zwei, die Glasgow Rangers, verloren gegen Tabellenführer FC Sevilla mit 1:4.

"Wir müssen einfach cleverer werden, aber ich glaube weiter fest daran, dass wir das Achtelfinale erreichen", sagte Sami Khedira. Nächster Gegner ist am 20. Oktober und 4. November jeweils der Gruppenfavorit aus Spanien. "Dort erwartet niemand etwas von uns. Vielleicht treten wir dann anders auf", meinte Markus Babbel.

Barca feiert ersten Sieg

Besser machte es der FC Barcelona. Der Titelverteidiger hat nach der Nullnummer zum Auftakt einen ersten Sieg in der Champions League gefeiert. Die Katalanen gewannen am Dienstag mit 2:0 (1:0) gegen Dynamo Kiew. Superstar Lionel Messi (25. Minute) und Pedro (76.) trafen gegen den ukrainischen Meister.

Gruppengegner Inter Mailand dagegen verpasste das erhoffte Erfolgserlebnis und musste sich mit einem mageren 1:1 (1:1) beim russischen Meister Rubin Kasan zufriedengeben. Der nach einem Platzverweis dezimierte italienische Champion hatte am Ende sogar noch Glück, dass es in Gruppe F zu einem Punkt reichte. Die Gastgeber waren durch Alejandro Dominguez (11.) in Führung gegangen. Dejan Stankovic (27.) erzielte noch vor der Pause den Ausgleich. Doch nach einer Gelb-Roten Karte gegen Mailands Mario Balotelli (60./wiederholtes Foulspiel) hatten die Russen in der Schlussphase mehrere gute Siegchancen.

Liverpool patzt

Beim ungarischen Vertreter VSC Debrecen setzte sich Lyon in Gruppe E mit 4:0 (3:0) durch. Kim Källström (3.), Miralem Pjanic (12.) und die französischen Nationalspieler Sidney Govou (24.) und Bafetimbi Gomis (50.) schossen den Sieg für Frankreichs Meister der Jahre 2001 bis 2008 heraus. Im zweiten Spiel dieser Gruppe bezwang Florenz die "Reds" aus Liverpool dank Doppel-Torschütze Stevan Jovetic (28./37.).

In Stuttgarts Gruppe G baute der FC Sevilla seine Tabellenführung durch ein überzeugendes 4:1 (0:0) bei den Glasgow Rangers (1) aus. Abdoulay Konko (50.), Adriano (64.), Luis Fabiano (72.) und Frederic Kanouté (74.) trafen für die Spanier. Nacho Novo (88.) gelang kurz vor Schluss nur eine Resultatsverbesserung.

In der Gruppe H siegte Arsenal London dank der Tore von Robin van Persie (78.) und Andrej Arschawin (86.) gegen Olympiakos Piräus. Der AZ Alkmaar und Standard Lüttich trennten sich 1:1 (0:0). Mounir El-Hamdaoui hatte die Niederländer in Führung gebracht (48.), Lüttichs Moussa Traoré (90.+1) gelang der Ausgleich.

DPA DPA

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