HOME

Dementi: Eriksson: "Es gab keine Spielerrevolte"

Sven-Göran Eriksson hat Berichte über eine angebliche Spielerrevolte in der englischen Nationalmannschaft als unwahr zurückgewiesen.

"Ich kann Ihnen versichern, dass ich die Mannschaft aufstelle. Es gab keine Spielerrevolte, absolut nicht", sagte der englische Teammanager am Freitag vor Journalisten und reagierte damit auf Meldungen englischer Zeitungen, wonach einige Spieler den 56 Jahre alten Schweden zu taktischen Systemänderungen gezwungen haben sollen.

"Ich hatte ein Treffen mit den Spielern, natürlich. Ich habe damit schon 1979 angefangen, und seitdem habe ich das mit allen meinen Mannschaften so gehalten", sagte Eriksson im englischen Medienzentrum in Cruz Quebrada bei Lissabon, "Fußball ist sehr einfach. Man muss als Trainer eine Strategie haben, und sie so erklären, dass die Spieler sie verstehen und akzeptieren - denn nicht ich, sondern sie müssen dann raus auf den Platz."

"Spielerrevolte gegen Eriksson"

Englische Zeitungen hatten nach dem 3:0 gegen die Schweiz von einer "Spielerrevolte gegen Eriksson" berichtet und sich bei dem angeblichen System-Streit auf Aussagen von David Beckham berufen. Der Kapitän hatte nach dem zweiten EM-Gruppenspiel am Donnerstag in Coimbra bestätigt, Eriksson und die Mittelfeldspieler hätten vor der Partie Diskussionen über die Mittelfeld-Taktik geführt.

"Wir haben ihm gesagt, dass wir die traditionelle 4-4-2-Formation bevorzugen. Wir haben damit gut gespielt, es gibt keinen Grund, etwas zu ändern. Wir alle und der Manager haben uns für 4-4-2 entschieden", sagte Beckham. Eriksson hatte sich vor dem Gespräch mit den Spielern angeblich für die so genannte "Diamanten"-Formation entschieden. Wie schon beim 1:2 gegen Frankreich spielten die Engländer gegen die Schweiz mit vier auf einer Linie aufgereihten Mittelfeldspielern. Diese Aufstellung hatte sich schon bei der EM-Generalprobe bewährt, als England am 5. Juni mit 6:1 gegen Island gewann. Im vorletzten Testspiel am 1. Juni gegen Japan kamen die "Three Lions" mit der Rauten-Formation über ein 1:1 nicht hinaus.

Im "Diamanten"-Mittelfeld spielen Beckham auf der rechten und Paul Scholes auf der linken Außenbahn. Steven Gerrard übernimmt den offensiven Part. Da Frank Lampard die defensive Rolle nicht so effektiv ausführen kann wie vor ihm Nicky Butt, der wegen Verletzung nicht mehr zur Verfügung steht, haben sich die Spieler gegen das Rauten-System ausgesprochen.

DPA
Themen in diesem Artikel

Wissenscommunity