DFB-Ausrüster Adidas soll Nike ausgestochen haben


Der Kampf um den DFB-Ausrüstervertrag scheint entschieden: Die Nationalelf wird einem Zeitungsbericht zufolge auch in Zukunft im Trikot mit den drei Streifen auflaufen. Demnach hat Adidas den Zuschlag bekommen, obwohl das Angebot von Nike höher lag.

Der Sportartikelhersteller Adidas muss für die Verlängerung seines Ausrüstervertrags mit dem DFB der "Bild-Zeitung" zufolge tiefer in die Tasche greifen. Adidas werde mehr zahlen als die zuletzt gebotenen 22 Millionen Euro im Jahr, aber weniger als der US-Rivale Nike geboten hatte, berichtete die "Bild"-Zeitung am Freitag ohne Angabe von Quellen. Das sei das Ergebnis eines Schiedsgerichtsverfahrens am Donnerstag. Nike hat für den prestigeträchtigen Vertrag mit dem DFB mehr als 50 Millionen Euro im Jahr von 2011 an geboten.

Der neue Vertrag mit Adidas werde möglicherweise bis 2018 statt bis 2014 laufen, wie es im ursprünglichen Angebot vorgesehen war. Er solle in den nächsten Wochen besiegelt werden. Zusätzlich werde Adidas Bolzplätze bauen und damit ein Lieblingsprojekt von Verbandschef Theo Zwanziger unterstützen.

Noch hüllen sie sich offziell in Schweigen

Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) und adidas hatten nach dem neunstündigen Treffen in Stuttgart nur mitgeteilt, sie führten aussichtsreiche Gespräche über einen Vergleich. "Eine abschließende Entscheidung soll zeitnah fallen", erklärten die Kontrahenten gleichlautend. "Es waren konstruktive Gespräche. Wir befinden uns auf einem guten Weg", hatte DFB-Präsident Theo Zwanziger nach der Sitzung verkündet. Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer sprach von einer "sehr kooperativen Atmosphäre".

In dem Streitfall geht es um die Frage, ob der bisherige Ausrüster adidas den bis Ende 2010 laufenden Vertrag mit dem DFB um vier Jahre bis 2014 verlängert hat. Dies wurde vom DFB bestritten, dem eine Offerte vom amerikanischen adidas-Rivalen Nike über 500 Millionen Euro für einen Achtjahresvertrag vorliegt. Im Laufe des seit September 2006 schwelenden Konflikts zwischen den langjährigen Vertragspartnern hatte adidas sein Angebot von bisher 11 Millionen Euro pro Jahr auf 22 Millionen Euro von 2011 an erhöht. Dieses wurde vom DFB bisher abgelehnt.

"Es geht um wirtschaftliche Interessen"

"Es geht schließlich um wirtschaftliche Interessen", sagte DFB- Präsident Zwanziger. adidas ging davon aus, dass der bestehende Vertrag bereits im August 2006 bis mindestens 2014 wirksam verlängert wurde. Im Fußballmagazin "kicker" hatte Zwanziger gesagt: "Für uns ist es kein Problem, zu der Absicht zu stehen, dass wir den Vertrag verlängern wollten. Aber zwischen dem Willen und einer Vertragsverlängerung liegt einiges".

Nationalmannschafts-Manager Oliver Bierhoff, dem nachgesagt worden war, den möglichen Nike-Deal eingefädelt zu haben, sagte am Donnerstag am Rande der Bekanntgabe des Aufgebotes für das England- Länderspiel: "Wir verfolgen mit Interesse, was das Schiedsgericht entscheidet. Für die Arbeit mit der Nationalmannschaft ist es aber nicht so entscheidend. Es ist vor allem wichtig für die Verbände und die Vereine. Wir haben schon perfekte Bedingungen."

Reuters/DPA DPA Reuters

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