HOME

DFL-Versammlung: "Eine geschlossene Liga ist die stärkste Liga"

Der FC Bayern München stößt im Streit mit der Deutschen Fußball-Liga auf eine breite Front der Ablehnung, soll aber ins DFL-Boot zurückgeholt werden.

Der beleidigte FC Bayern München stößt im Streit mit der Deutschen Fußball-Liga (DFL) auf eine breite Front der Ablehnung, soll aber ins DFL-Boot zurückgeholt werden. Auf der Mitgliederversammlung am Dienstag in Frankfurt/Main sprachen die 35 anwesenden Profivereine der DFL-Geschäftsführung ihr Vertrauen aus und übten teilweise harsche Kritik am Bundesliga-Primus, der dem Treffen wie angekündigt fern blieb. Liga-Präsident Werner Hackmann wurde zugleich gebeten, in den kommenden Wochen Gespräche mit den Verantwortlichen des deutschen Rekordmeisters zu führen, um wieder zu einer gedeihlichen Zusammenarbeit zu finden. "Eine geschlossene Liga ist die stärkste Liga", sagte Hackmann im Anschluss an die vierstündige Sitzung.

In die Gespräche will sich auch Gerhard Mayer-Vorfelder, Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB), einschalten. Um eine Annäherung nicht zu gefährden, vermied es Hackmann, die auf der Tagung geäußerte Kritik am Verhalten der Bayern öffentlich zu machen. "Es wird keine Details geben, um nicht weiter Öl ins Feuer zu gießen", erklärte der Liga-Boss. Man benötige jetzt Zeit, damit sich die erhitzten Gemüter abkühlen können. Klartext redete dafür Werner Altegoer, Präsident des VfL Bochum. "Der FC Bayern braucht die Liga. Nicht die Liga die Bayern. Es hat keiner nötig, ihnen nachzulaufen."

Sollte der FC Bayern aus der Bundesliga "austreten"?

Einstimmiges Votum der Lizenzvereine

Das einstimmige Votum der Lizenzvereine für die Liga war ganz im Sinne der Führungsriege. Der vorsitzende DFL-Geschäftsführer Wilfried Straub bezeichnete die Rückendeckung als äußerst wichtig, da die DFL-Struktur durch die Kritik der Bayern in Frage gestellt worden sei. Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser wies die Anschuldigungen der Bayern, die DFL-Führung würde ihrer Arbeit nicht nachkommen, zurück. "Dieser Vorwurf stimmt nicht. Selbstverständlich macht die DFL die Arbeit gut. Ob immer richtig, muss im Einzelfall geprüft werden."

Nach Aussage von Hackmann habe die Vollversammlung der DFL-Geschäftsführung ausdrücklich für den Vergleich gedankt, in dem sich der FC Bayern wegen des geheimen Kirch-Vertrages zur Zahlung von drei Millionen Euro verpflichtet hat. Zwar habe es an der Wortwahl in der DFL-Pressemitteilung, die zum Bruch mit den Bayern führte, Kritik gegeben. "Aber der Inhalt hat die volle Zustimmung gefunden", sagte Hackmann.

Kein Interesse am endgültigen Bruch

Er werde demnächst zum Telefon-Hörer greifen und mit Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge telefonieren. "Ich glaube nicht an ein Szenario, dass der FC Bayern die Bundesliga verlässt", meinte Hackmann. Die Liga brauche den deutschen Rekordmeister genauso wie umkehrt. Dass die DFL kein Interesse an einem endgültigen Bruch hat, verdeutlichte auch Straub: "Wir haben nicht über die Bayern zu Gericht gesessen."

Wissenscommunity