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England: Rassismus in der Premier League

Kurz nach den Diskriminierungen gegen englische Nationalspieler beim Länderspiel gegen Spanien gibt es nun auch einen Rassismus-Vorfall in der Premier League. Der Verband will Maßnahmen ergreifen.

Ein erneuter Rassismus-Vorfall hat im englischen Fußball für heftige Reaktionen gesorgt. Nur vier Tage, nachdem farbige Spieler der Nationalmannschaft Englands in Spanien diskriminiert worden waren, wurde der 33-Jährige Dwight Yorke von Birmingham City im Meisterschaftsspiel bei den Blackburn Rovers (3:3) zur Zielscheibe menschenverachtender Äußerungen. "Sie haben ihn auf rassistische Weise verschmäht", sagte Birmingham-Boss Steve Bruce: "Dwight ist entsetzt und wütend."

Englands Sport-Minister Richard Caborn sprach von einem nicht akzeptablen Verhalten gegenüber dem Profi aus Trinidad, der im August von Blackburn nach Birmingham gewechselt war. Rassismus dürfe in keiner Weise akzeptiert werden, sagte Caborn.

"Krank und schwachsinnig"

Der englische Verband FA leitete am Montag eine Untersuchung ein. "Wir stellen noch die Fakten zusammen und hoffen, dass wir mit allen beteiligten Parteien sprechen werden", sagte FA-Mediendirektor Adrian Bevington. Auch die beiden Clubs prüfen die Geschehnisse vor und nach der Einwechslung Yorkes in der 74. Minute für Darren Anderton.

Yorke war von einer kleiner Gruppe Blackburn-Fans unter anderem mit Affengeschrei verhöhnt worden. "Es war so ähnlich wie bei den rassistischen Schmähungen der englischen Spieler gegen Spanien und das wollen wir einfach nicht sehen", meinte Birmingham-Boss Bruce. Er bezeichnete die Übeltäter als "krank" und "schwachsinnig".

Sollten Schiedsrichter bei rassistischen Anfeindungen durch die Fans ein Spiel abbrechen?

Spielabbruch bei rassistischen Vorfällen?

Im Länderspiel in Madrid waren die schwarzen Spieler Englands ebenfalls ausgebuht und mit Affengeschrei verhöhnt worden. Die FA hatte anschließend eine offizielle Beschwerde beim Weltverband FIFA eingereicht.

Sport-Minister Caborn machte sich dafür stark, dass durch einen formellen Beschluss der vierte Schiedsrichter bei rassistischen Vorfällen eingreifen könne. "Es wäre dann an ihm, die Trainer zu konsultieren, Warnungen über Lautsprecher auszusprechen und den Schiedsrichter zu beraten, ob weiter gespielt werden soll."

Fandel befürchtet Spielabbruch in Eindhoven

Im Vorfeld der der Champions-League-Partie zwischen dem PSV Eindhoven und dem FC Arsenal an diesem Mittwoch hat sich der deutsche Schiedsrichter Herbert Fandel zo Wort gemeldet: "Rassismus kann im Fußball nicht toleriert werden und möglicherweise ist der letzte Ausweg, ein Spiel zu stoppen", sagte der Referee laut dem britischen Radiosender BBC.

Zwischen den beiden Teams war es in vergangenen internationalen Begegnungen bereits zu derartigen Vorfällen gekommen. So hatten vor zwei Jahren Eindhoven-Fans Arsenals französischen Angreifer Thierry Henry geschmäht und sogar mit Gegenständen beworfen. Die Niederländer mussten daraufhin rund 21.000 Euro Strafe zahlen.

DPA / DPA

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