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Europa League: Schalke schlägt Helsinki mit 6 -1

Schalke 04 ist in die Gruppenphase der Europa League eingezogen. Die Knappen zerlegten den Gegner aus Finnland auch dank der vier Treffer von Klaas-Jan Huntelaar. Allerdings war das Spiel lange Zeit nicht so eindeutig, wie das Ergebnis glauben macht. Das finnische Torgespenst Pukki hätte um ein Haar alles verdorben.

Schalke begann sehr offensiv und ließ in der ersten halben Stunde knapp ein Dutzend Eins-gegen-Eins-Situationen zu. Doch die Knappen hatten in Klaas-Jan Huntelaar und Jefferson Farfan zwei überragende Akteure auf dem Platz.

Am Ende hieß es vor 52.034 Zuschauern 6:1 für die Knappen, die damit den 0:2-Rückstand aus dem Hinspiel wettmachen konnten und ihrem Publikum einen Festtag in der Arena auf Schalke bereiteten.

Pukki, das finnische Torgespenst

Beim finnischen Meister wurde vor allem Teemu Pukki mit Spannung erwartet. Der Stürmer hatte im Hinspiel beide Tore erzielt und Schalke in die missliche Lage gebracht, mindestens dreimal treffen zu müssen. Ralf Rangnick wollte diese Aufgabe mit zwei Neuen in der Starelf lösen. Er zog die Konsequenzen aus dem Spiel in Mainz und ließ Jan Morávek und Jose Manuel Jurado draußen; Jefferson Farfan und Julian Draxler begannen auf den Außenbahnen.

Es ging allerdings mit einem langen Ball auf eben jenen Teemu Pukki los: Höwedes verschätzte sich, doch Pukki schob den Ball rechts am Tor vorbei. Schalke übernahm die Initiative, aber auch die nächste Großchance hatte der Gast aus Finnland. Sebastian Sorsa scheiterte aus 14 Metern an Ralf Fährmann. Der Druck der Schalker nahm zu und es gab Elfmeter nach einem Foul von Rafinha an Raul. Klaas-Jan Huntelaar schoss unten links zur Schalker Führung ein (15.).

Keine Balance zwischen Abwehr und Angriff

Doch der Eindruck der Anfangsminuten täuschte nicht, die Schalker waren in der Abwehr gelinde gesagt unsicher. Helsinki hatte nach der Führung des Gastgebers zwei Großchancen, ehe die dritte hochkarätige Möglichkeit genutzt wurde. Nachdem Berat Sadik eine Sorsa-Flanke noch nicht einschieben konnte und Pukkis Versuch von Matip von der Linie gekratzt wurde, war es wieder Teemu Pukki, der erst Lewis Holtby aussteigen ließ, dann einen Doppelpass mit Alexander Ring spielte und frei vor Fährmann stehend zum 1:1 einschob (20.).

Das Spiel ließ ein Torfestival erwarten, denn Schalkes Defensive spielte vogelwild, allerdings war die Offensive der Knappen weiterhin torgefährlich. Klaas-Jan Huntelaar wurde in der 25. Minute von Raul steil geschickt, der Niederländer täuschte einen Schuss an, ging an Gegenspieler Lindström vorbei und zog den Ball mit links in den rechten oberen Winkel zur 2:1-Führung. Schalke bekam die Partie nach der erneuten Führung etwas besser in den Griff.

Raul angeschlagen, Farfan putzmunter

Nach einer Phase, in der auf beiden Seiten fast jeder Angriff eine Großchance bedeutete, konnten beide Teams sich kompakter stellen. Schalke hatte weiterhin mehr Ballbesitz, klare Torchancen waren allerdings nun Mangelware. Farfan scheiterte mit einem Fernschuss, Draxler schoss den Ball direkt auf den finnischen Keeper Ville Wallén, anstatt abzuspielen. Es blieb beim 2:1 zur Pause und als der angeschlagene Raul, der bei einem Zusammenprall eine Kopfverletzung davon getragen hatte, zurück auf den Rasen kam, bebte die Arena auf Schalke.

Den ersten Aufreger lieferte allerdings Farfan. Der Peruaner setzte sich auf der rechten Seite gegen Dawda Bah und Tuomas Kansikas durch, drang seitlich in den Sechzehner ein und ging zu Boden. Es gab Elfmeter, der hart, aber vertretbarer war, weil Kansikas oben hielt und unten touchierte. Huntelaar ließ sich die Chance nicht nehmen und versenkte auch den zweiten Strafstoß unten links zum 3:1 für Königsblau (49.).

The Hunter erlegt Helsinki

Der Abendhimmel über Gelsenkirchen wurde gänzlich ins royale Blau getaucht, als Kyriakos Papadopoulos eine präzise Flanke von Lewis Holtby aus sieben Metern zentraler Position einköpfen konnte und das Ergebnis auf 4:1 hochschraubte (56.). Damit war aber noch längst nicht Schluss. Dass Klaas-Jan Huntelaar torgefährlich ist, bewies er zum vierten Mal an diesem Abend, nachdem ihm Farfan von der rechten Seite eine Flanke vorlegte, die der Niederländer mit dem langen Bein ins rechte lange Eck spitzelte (62.).

Schalke nahm etwas Tempo aus der Partie, kam aber weiter zu guten Chancen. Huntelaar verpasste Tor Nummer fünf nur knapp (67.). Erst in der 82. Minute ging es gefährlich weiter. Der eingewechselte Ciprian Marica bediente von der rechten Seite Julian Draxler, der am zweiten Pfosten in den Ball rutschte und das 6:1 erzielte (82.).

Offensiv ein Feuerwerk, defensiv ein löchriger Käse

An diesem Abend hatten die Schalker Glück, dass Pukki und Co. die Chancen der ersten Hälfte nicht nutzen konnten. Nach vorne war das Spiel der Schalker allerdings immer gefährlich und der Sieg auch in der Höhe vollkommen verdient. Die Auslosung am Freitag wird zeigen, ob es Schalke in der Gruppenphase mit anderen Kalibern zu tun bekommt.

Michel Massing


sportal.de / sportal

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